Regionalliga

SG 09: Der neue Aufsichtsrat steht

Der neue Aufsichtsrat der SG Wattenscheid 09: Oguzhan Can, Hasan Simsek, Hans Mosbacher, Horst Poganaz, Josef Schnusenberg und Gerd Abstins.

Der neue Aufsichtsrat der SG Wattenscheid 09: Oguzhan Can, Hasan Simsek, Hans Mosbacher, Horst Poganaz, Josef Schnusenberg und Gerd Abstins.

Foto: Ingo Otto

Wattenscheid.   Josef Schnusenberg ist jetzt mit dabei, Oguzhan Can bleibt an der Spitze. Eine Bilanz und die Abstimmung zur Entlastung bleiben jedoch aus

Die SG Wattenscheid 09 will eine Berufsfußball-Abteilung aus dem Verein ausgliedern. Ein erstes Konzept dazu stellte der Verein am Freitagabend bei der Mitgliederversammlung im Paul-Cohn-Haus vor. In den nächsten Wochen will aber zunächst der von den rund 250 Mitgliedern neu gewählte Aufsichtsrat darüber beraten, ob man diesen Weg gehen will. Ob es zu einer Ausgliederung kommt, über die dann bei einer weiteren Versammlung entschieden werden müsste, ist noch eine Frage der Zukunft.

Auch Trainer Farat Toku und - anfangs - die Regionalliga-Mannschaft nahmen Platz und hörten zu, als Andreas Linz, stellvertretend für den privat verhinderten Vorstand Dragan Markovic, einige Zahlen präsentierte. Im November 2017 betrugen die Verbindlichkeiten 855.700 Euro. Auch am 31. Oktober 2018 stand noch ein Fehlbetrag von über 700.000 Euro, erneut drohte die Insolvenz. Eine Crowdfunding-Aktion half. Und Oguzhan Can. Unterm Strich habe das WTC, die Firma von Can, und er selbst seit seiner Wahl zum SG-09-Chef rund 1,172 Millionen Euro in den Verein gesteckt. Allerdings handelt es sich überwiegend um ein Darlehen, das - Stand jetzt - zum 30. Juni 2019 fällig wird. Der Aufsichtsrats-Vorsitzende kann die Fälligkeit verlängern.

Klärungsbedarf bei den Bilanzen

Der Verein, versicherte Can, sei ihm „eine Herzensangelegenheit“. Derzeit stünden nur noch 120.000 Euro an offenen Posten aus, das Darlehen ausgeklammert. Eine Bilanz präsentierte der Verein nicht, weil frühere Bilanzen (2015/2016) nicht abgegeben worden seien, es noch „Klärungsbedarf“ gebe. Daher entfiel auch eine Abstimmung über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat - beides ist, gelinde gesagt, ungewöhnlich.

Mehrmals entschuldigte sich Can, dass weder er noch andere Vertreter bei der Retter-Party erschienen waren.Wegen der großen Unterstützung zuletzt habe er jedenfalls seine Rücktritts-Gedanken beiseite gewischt, im Gegenteil: „Jetzt erst Recht“, so Can, dessen Amtszeit als Ratsmitglied von den Mitgliedern verlängert wurde.

Peter Neururer verbreitet Optimismus

Denn nach kontroverser Diskussion über das gescheiterte Millionen-Projekt mit Haalo beeilte sich der Klub, nach vorne zu gucken. Zumal Marc Rohmann, der neue Sponsoring-Beauftragte, Mut gemacht hatte: Hält das Team die Regionalliga, komme man 2019/20 auf einen Sponsoring-Etat von mindestens 450.000 Euro - für Wattenscheid ein Quantensprung. Peter Neururer, der Sportdirektor, nahm den Ball auf. „Ich wurde überzeugt“, weil bei der SG 09 vieles möglich sei. „Jetzt bewegt sich was. Wir müssen mit aller Macht zusammenhalten und den Klassenerhalt schaffen.“

Ex-Schalke-Chef Josef Schnusenberg hatte alle schnell auf seiner Seite, mit Hasan Simsek, Horst Poganaz, Hans Mosbacher und dem 09-Urgestein Gerd Abstins wurde er bei nur einer Gegenstimme in den Aufsichtsrat gewählt, dem Oguzhan Can weiter vorsteht.

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