Fußball - Regionalliga

SG Wattenscheid 09 überrascht bei Spitzenreiter Rödinghausen

Bochum.  Die finanzielle Situation bei der SG Wattenscheid 09 ist mehr als angespannt sein. Davon scheinbar unbeeindruckt zeigt sich weiterhin das Team.

Wie schlimm es um die SG Wattenscheid 09 bestellt ist, sollte spätestens seit vergangenem Donnerstag bekannt sein. Da ließ der Fußball-Regionalligist mit einer erschütternden Nachricht aufhorchen. „Fünf Sekunden vor zwölf“ sei es, ließ Insolvenzverwalterin Dr. Anja Commandeur ausrichten. Seither bangen die Fans des ehemaligen Bundesligisten um die Existenz des Klubs. Rund um die Lohrheide herrscht Alarmzustand, Fans, Mitglieder und Angestellte des Vereins sind im Unklaren. Es muss zwingend viel Geld her, um den Traditionsverein neu auszurichten und zu sanieren. Und die Mannschaft?

Nun, das ist in Wattenscheid so eine Sache. Der achtbare Punktgewinn beim 2:2 (1:1)-Remis bei Tabellenführer SV Rödinghausen war in Summe verdient. Doch das ist nichts Neues. An einem guten und ausgeruhten Tag - und so einer war der Samstag aus Wattenscheider Sicht ganz offensichtlich - ist die Mannschaft von Farat Toku in der Lage, jeden Liga-Konkurrenten vor immense Probleme zu stellen. Auch den Spitzenreiter. Das Unentschieden war jedoch noch etwas mehr: Es war der dritte öffentliche Appell binnen weniger Tage.

Buckmaier trifft doppelt

Zunächst war es die Nachricht, die Fußball-Wattenscheid erschütterte, dann äußerte sich Kapitän Nico Buckmaier im Interview mit der WAZ über die möglichen Auswirkungen der aktuellen Situation und stellte darin den emotionalen Stellenwert des Vereins heraus. Zudem sagte der 26-Jährige mit Blick aufs Spiel in Rödinghausen: „Es wäre nicht als Wunder zu betiteln, wenn wir da dreifach punkten.“ Doch allein der eine Punkt war aufgrund der Entschlossenheit und des Trotzes, mit der die SGW-Fußballer agierten, ein ausreichendes Statement.

Buckmaier selbst war es, der zunächst den Rückstand rund drei Minuten nach dem Treffer von Simon Engelmann (20.) ausglich (23.). Im zweiten Durchgang brachte er seine Mannschaft gar in Führung (66.). Daniel Flottmann machte mit seinem Tor zum 2:2 Ausgleich aber jede Hoffnung auf einen Sieg der Schwarz-Weißen zunichte (81.). „Es war ärgerlich, dass wir zwei Punkte liegen lassen haben“ , fasste Trainer Toku nach dem Spiel zusammen.

Toku muss auf die Tribüne

Der 39-Jährige – und auch das ist durchaus als Zeichen besonderen Engagements zu werten – stand beim Abpfiff nicht mehr an der Seitenlinie. Ein Wortgefecht mit Schiedsrichter Florian Visse hatte ihn in der sieben Minuten dauernden Nachspielzeit Gelb-Rot gekostet. Toku saß in den letzten packenden Minuten auf der Tribüne. Dort hatte auch Berkant Canbulut unfreiwillig einen Platz gefunden. Den Mittelfeldspieler hatte eine Verletzung, die er sich beim Aufwärmen zugezogen hatte, zum Zuschauen verdammt. Eine weitere schlechte Nachricht, die die Wattenscheider aber nicht von ihrer Linie hatte abbringen können. Toku: „Wir haben neunzig Minuten taktisch gut und diszipliniert gespielt.“

Am nächsten Spieltag, 19. Oktober, erwarten die Wattenscheider die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf.
SV Rödinghausen - SG Wattenscheid 09 2:2 (1:1)
SG Wattenscheid 09:
Gaye - Tomiak, Jakubowski, Weber - Frölich, Tietz, Ferlings (90. Kaya), Obst - Diallo (84. Acquistapace), Buckmaier (75. Hirschberger), Yesilova (63. Studtrucker). Schiedsrichter: Florian Visse (Hörstel)
Tore: 1:0 Engelmann (20., Elfmeter), 1:1 Buckmaier (23.), 1:2 Buckmaier (66.), 2:2 Flottmann (81.)
Zuschauer: 1080

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