Fußball - Kreisliga A

Streit um Bochumer Prügelspiel geht in die nächste Runde

Spieler des SC Union Bergen, in weiß, und von SW Eppendorf beteiligten sich am Samstag, 12. Oktober, an einer Prügelei.

Spieler des SC Union Bergen, in weiß, und von SW Eppendorf beteiligten sich am Samstag, 12. Oktober, an einer Prügelei.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Bochum.  Der Streit um das Prügelspiel zwischen Bergen und Eppendorf geht in die nächste Runde. Beide Vereine sind mit dem ersten Urteil nicht zufrieden.

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Der Streit um das Spiel der Kreisliga A zwischen Union Bergen und SW Eppendorf geht in die nächste Runde. Vor vier Wochen war es im Duell beider Teams zu einer Schlägerei zwischen Spielern und Zuschauern gekommen. Die Partie wurde deshalb unterbrochen. Nach einer viertelstündigen Pause und drei Platzverweisen hatte der Schiedsrichter die Partie wieder angepfiffen. Bergen gewann mit 2:1. Eppendorf akzeptierte das Ergebnis nicht und legte Einspruch ein. Die Spruchkammer des Kreises Bochum hatte in erster Instanz darauf entschieden, das Spiel zu wiederholen. Eppendorfs Isaac Korbea und Bergens Aykut Toku, der als Zuschauer bei dem Spiel war, wurden zudem mit einer Sperre von jeweils einem Jahr belegt.

Vereine legen Einspruch ein

Eine Entscheidung, die auf beiden Seiten für Unverständnis sorgte. Beide Vereine legten bei der Spruchkammer Einspruch gegen das Urteil ein, so dass der Fall nun beim Bezirkssportgericht in Dortmund liegt. Es geht um den Vorwurf, dass Korbea seinen am Boden liegenden Gegenspieler getreten haben soll. Das Gericht war dieser Auffassung gefolgt. Eppendorf weist dies aber zurück und sieht stattdessen in Toku den Schuldigen.

„Der Vorwurf stimmt so nicht. Korbea war ursprünglich nur als Zeuge geladen, verurteilt wurde er nur, nachdem vier Bergener ausgesagt haben, er hätte deren Spieler vor den Kopf getreten, wofür es aber keine Beweise gibt. Keiner der drei anwesenden Schiedsrichter konnte aussagen, dass es explizit Korbea war, der einen Spieler getreten hat. Aus diesem Grund haben wir auch Einspruch gegen seine Sperre eingelegt“, so Eppendorfs sportlicher Leiter Andreas Merder.

Er geht noch einen Schritt weiter: „Dass Bergen jetzt versucht, vom Verhalten des eigenen Spielers abzulenken, indem sie solche falschen Behauptungen aufstellen und den Tathergang verdrehen, finde ich unglaublich. Aykut Toku hat ja selbst ausgesagt, unseren Spieler attackiert zu haben, deswegen habe ich kein Verständnis dafür, dass gegen seine Sperre noch Einspruch eingelegt wurde.“

Bergen beruft sich auf Sonderbericht des Schiedsrichters

Bergens Vorstandsvorsitzender Thilo Wintermeyer bezog im Gespräch mit der WAZ Stellung zu den Vorwürfen: „Dass Herr Korbea unseren Spieler, sogar mehrfach, getreten hat, haben wir uns ja nicht ausgedacht. Die Szene wurde im Sonderbericht des Schiedsrichters genau so erwähnt. Der Schiedsrichter hat darin beschrieben, mindestens fünf Tritte gegen unseren Spieler gezählt zu haben, lediglich der Name des Täters fehlte. Der konnte dann aber in der Verhandlung anhand seiner Rückennummer ermittelt werden.“

Bergen legte seinerseits Einspruch gegen die Sperre Tokus und die Wiederholung des Spiels ein, was Wintermeyer wie folgt begründet: „Zunächst einmal muss man festhalten, dass Aykut Toku lediglich als Zuschauer und nicht als Spieler vor Ort war. Er hat zugegeben, Herrn Korbea angegangen zu sein, aber nur, um diesen davon abzuhalten, weiter auf unseren Spieler einzutreten. Er war also keinesfalls der Auslöser der Schlägerei, sondern wollte lediglich unseren Spieler schützen, weswegen wir es nicht akzeptieren, dass er für seine Zivilcourage jetzt bestraft werden soll.“

Streit um Neuansetzung der Partei

Uneinigkeit herrscht auf beiden Seiten auch über die Neuansetzung der Partie. Während Eppendorf sich darauf beruft, dass die Partie aufgrund des Eingreifens eines Zuschauers hätte abgebrochen werden müssen, haben die Bergener Verantwortlichen dafür kein Verständnis. Wintermeyer: „Toku wird hier zum einen als Zuschauer behandelt, aber gleichzeitig als Spieler gesperrt, worin wir einen Widerspruch sehen. Der Schiedsrichter hat begründet, warum er das Spiel fortgesetzt hat, deswegen sehen wir keinen Grund, es noch einmal zu wiederholen.“

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