Regionalliga

Vierte Heimpleite für Wattenscheid 09: 1:2 gegen Aachen

Konnte sich nur selten durchsetzen: Güngör Kaya von der SG Wattenscheid 09

Konnte sich nur selten durchsetzen: Güngör Kaya von der SG Wattenscheid 09

Foto: Thorsten Tillmann / ffs

Wattenscheid.  Viertes Heimspiel in dieser Saison - vierte Niederlage. Die SG Wattenscheid 09 sieht nach dem 1:2 gegen Aachen schweren Zeiten entgegen.

Zweites Live-Spiel, zweite Niederlage. Wie schon gegen Drittliga-Absteiger Sportfreunde Lotte zwei Wochen zuvor verlor die SG Wattenscheid 09 das vom Sender Sport 1 übertragene Montagabendspiel. Im Duell der ehemaligen Bundesligisten siegte Alemannia Aachen vor 887 Zuschauern mit 2:1 (2:1).

Mit sieben Punkten aus sieben Spielen steht die SGW schlecht da. Schließlich droht der Abzug von neun Zählern, sofern das Insolvenzverfahren über den Traditionsverein eröffnet wird. Zudem ist eine beachtliche Siegesserie gerissen. Denn in den vergangenen acht Partien gegen Aachen hatte die Mannschaft von Trainer Farat Toku stets die Oberhand behalten. Nun setzte es erstmals eine Niederlage - die vierte vor eigenem Publikum im vierten Heimspiel dieser Saison.

Wie diese Zeitung bereits berichtete, hat Insolvenzverwalterin Dr. Anja Commandeur den Spielern des Regionalligisten am vergangenen Freitag einen Besuch abgestattet. Der Tenor: Jedes Szenario ist denkbar. Bis zur Entscheidung, ob das Verfahren eröffnet wird oder nicht, darf über Fußball gesprochen werden. Alles andere bleibt Spekulation über die Wattenscheider Zukunft.

Canbulut sorgt für Hoffnung

Als sich der erste Durchgang dem Ende neigte, konnte man guten Gewissens davon sprechen, dass im Wattenscheider Lohrheidestadion tatsächlich ein Fußballspiel stattfindet. Eines, in dem sich zwei gleichwertige Mannschaften begegnen und um Meisterschaftspunkte spielen. Denn bis zur 38. Minute, bis zum Geniestreich von Berkant Canbulut, hatte nur ein Team stattgefunden.

Alemannia Aachen führte nach Toren von Vincent Boesen (4.) und Stipe Batarilo-Cerdic (10.) schon früh und in der Art und Weise eine Vorentscheidung vermuten lassend mit 2:0. Dann traf Wattenscheids „Maschine“, wie sie ihn rund um die Lohrheide liebevoll nennen, auf Pass des emsigen Emre Yesilova.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Mannschaft von Trainer Farat Toku eine erschreckende Leistung abgeliefert. Mit Ausnahme eines harmlosen Vorstoßes von Güngör Kaya, dessen Ballverlust den Konter zum zweiten Aachener Tor als Folge hatte, blieben die Schwarz-Weißen gänzlich ohne fußballerische Ausrufezeichen. Gäste-Team und -Fans hatten das Stadion zu jeder Sekunde der Anfangsphase fest im Griff.

Nach dem 1:1 wacht Wattenscheid auf

Beispielhaft: Erst nach 26 Minuten Canbulut für die SGW erstmals aufs Aachener Tor. Nach dem Anschlusstreffer aber tat sich etwas. Erst schoss Tolga Cokkosan aus halblinker Position in Seitenlage knapp über die Latte (42.), kurz darauf segelte eine Flanke von Emre Yesilova, der so mehr oder weniger unfreiwillig zu einer hochkartätigen Torgelegenheit kam (43.).

Kurz vor Abpfiff zielte Cellou Diallo bei einem Freistoß aus rund 25 Metern zu hoch (45.). In dieser Wattenscheider Drangphase hätten die Kaiserstädter beinahe das dritte Tor erzielt, doch SGW-Torhüter Baboucarr Gaye hielt den sich zum Torschuss entwickelnden Klärungsversuch von Jeffrey Obst bravourös fest (35.).

Nach dem Seitenwechsel konnte sich keine der Mannschaften absetzen. Aachen hatte zwar optische Vorteile, konnte die größte Chance, die Marco Müller hatte, aber nicht nutzten. Der Angreifer schoss aus kurzer Distanz über das Tor (67.).

Hirschberger verpasst das 2:2

Auf der anderen Seite verpasste es der im Fallen heran rauschende Nicolas Hirschberger, den Ball über die Linie zu drücken (73.). Wattenscheids Trainer Farat Toku wechselte vier Mal, doch die SG 09 kam nicht mehr entscheidend in Tornähe der Aachener.

In der 78. Minute rettete Wattenscheids Innenverteidiger Norman Jakubowski in höchster Not, als er den Ball quasi von der Linie kratzte. Kurz darauf prüfte Alexander Heinze Keeper Gaye aus kurzer Distanz per Kopf (80.). Die Entscheidung hatte die Alemannia damit vergeben, doch am letztlich verdienten Sieg der Gäste änderte das nichts mehr.

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