Regionalliga

Wattenscheid 09 verliert das Derby bei RW Essen

Torschütze Oguzhan Kefkir (hinten) im Duell mit Wattenscheids Tolga Cokkosan

Torschütze Oguzhan Kefkir (hinten) im Duell mit Wattenscheids Tolga Cokkosan

Foto: Thorsten Tillmann

Essen.  Mit 0:2 hat die SG Wattenscheid 09 das Regionalliga-Derby bei RW Essen verloren. Vor einer imposanten Kulisse brachte Kefkir RWE früh in Führung.

Die Serie von Farat Toku ist gerissen. Vier Mal hatte er bei RW Essen mit Wattenscheid gespielt, vier Mal nicht verloren. Am Freitagabend aber gewann der Aufstiegs-Favorit aus der Nachbarstadt mit 2:0 (1:0) gegen die SG 09. Vor gut 12.000 Zuschauern - einer Zahl, von der mancher Zweitligist träumt - eroberten die Essener damit die Tabellenführung der Regionalliga. Mit vier Punkten aus fünf Spielen rutscht Wattenscheid indes wieder Richtung Abstiegszone.

Toku nahm im Vergleich zum 0:1 gegen Bergisch Gladbach vier Wechsel in der Startelf vor: Für Jonas Acquistapace verteidigte der Ex-Essener Boris Tomiak, für Louis Ferlings kam Yannick Geisler ins Spiel. Zudem begannen die quirligen Emre Yesilova und Berkant Canbulut für Nicolas Hirschberger und Marwin Studtrucker.

Wattenscheid spielt gut, aber Essen ist noch besser

Doch es nutzte nichts, der turmhohe Favorit RWE wurde seiner Rolle gerecht, feierte mit den Fans einen hochverdienten Erfolg. Die Gäste spielten zwar ordentlich mit und zeigten eine durchaus gute Leistung, aber RWE machte mehr Druck, hatte ein klares Chancenplus und vergab ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten.

Nein, von solchen Statistiken hält SG-09-Trainer Farat Toku nichts. Als Wattenscheider Trainer reiste er noch ungeschlagen zur Hafenstraße. Zwei Unentschieden und zwei Siege stehen in der persönlichen Statistik gegen RWE, das ist doch was. Zuletzt siegte die SG 09 im April dieses Jahres mit 3:2 bei den Rot-Weissen. Andere Spieler, andere Mannschaft, andere Zeiten. Das Hier und Jetzt sei entscheidend und da stünde seinem Team eine „knüppelharte Saison“ bevor, sagte Toku.

Die Fans schieben RWE mächtig an

Die Gastgeber indes träumen von einer ungleich erfolgreicheren Spielzeit und haben sich auf den Weg gemacht. RWE startete am fünften Spieltag als Spitzenreiter in dieses Derby und war auf dem Papier natürlich Favorit. Die Stadion-Luft brannte zum Anpfiff, die Fans Feuer und Flamme. Auf geht’s - und von den Rängen schieben sie mächtig und mit Wucht.

Ex-Bochumer Kefkir erzielt die Führung

Die Gäste hatten Mut gelobt, doch dazu blieb ihnen zunächst gar keine Zeit. Die Rot-Weissen drückten das Gaspedal, liefen den Gegner früh an und machten Druck. Die erste Chance besaß der Ex-Bochumer Oguzhan Kefkir, als er einen Querpass von Dorowans Außennetz setzte (9.). Drei Minuten später rappelte es aber. Eine Flanke von Endres wehrte die 09-Abwehr zu kurz ab, der Ball kam zu Kefkir, der flach und zielgenau einnetzte zur 1:0-Führung.

Nach knapp 20 Minuten pendelte sich das Geschehen auf dem Rasen etwas ein. Mit langen Ballstafetten versuchten die Wattenscheider Druck aus dem Kessel zu lassen. Als Buckmaiers Ball nach zu kurzer Essener Abwehr abgefälscht knapp ins Toraus flog (17.), war es doch eher der Zufall.

RWE vergibt zahlreiche hochkarätige Chancen

Die Gastgeber indes versiebten gleich drei, vier gut herausgespielte hundertprozentige Möglichkeiten schon fast fahrlässig. Dorow traf zentral vor dem Tor den Ball nicht richtig (28.), nach schönem Doppelpass mit Platzek schob Endres die Kugel neben das Tor (30.). Dann setzte Dorow völlig frei zum Flugkopfball an, doch 09-Keeper Florian Kraft parierte stark (36.). Und dann bewies Dorow erneut, dass er zum Kopfballungeheuer nicht taugt: Nach einer Grund-Flanke beförderte er den Ball ohne Druck in die Arme von Kraft (36.). RWE hätte zwingend höher führen müssen.

Den Schlusspunkt in der ersten Hälfte setzte aber Wattenscheid. Norman Jakubowski verfehlte mit dem Kopf nach einer Ecke nur knapp das Ziel (44.), und Emre Yesilova hämmerte den Ball aus spitzem Winkel gegen den Außenpfosten (45.). Langweilig war’s nicht, weil auch die Wattenscheider eine gute Leistung gezeigt hatten.

Kehl-Gomez sorgt für die Entscheidung

Die erste Chance nach der Pause besaß wieder RWE, als Endres aus 14 Metern den eigenen Mitspieler Platzek traf (57.). Dann parierte Kraft einen Versuch von Kefkir nach Kombination mit Dahmani (68.). Das war klasse. Kreisklasse war dagegen der Schnitzer zum 2:0. Kraft sprang nach einer Ecke am Ball vorbei und aus dem Gewühl heraus stocherte Kehl-Gomez den Ball über die Linie (77.).

Das war hochverdient und brachte dem Favoriten endlich Sicherheit, die er benötigte, denn nur zwei Minuten später scheiterte Diallo recht kläglich an RWE-Keeper Lenz.

Die Fakten zum Spiel

Rot-Weiss Essen - SG Wattenscheid 09 2:0 (1:0).

RWE: Lenz - Sauerland, Heber, Hahn, Grund (69. Herzenbruch) - Grote - Endres (57. Bichler), Dorow (75. Kehl-Gomez), Condé, Kefkir - Platzek (67. Dahmani).

SG 09: Kraft - Obst, Jakubowski, Tomiak, Cokkosan - Tietz (74. Studtrucker), Geisler (79. Acquistapace), Diallo, Yesilova, Buckmaier (67. Kaya) - Canbulut (60. Hirschberger).

Tore: 1:0 Kefkir (12.), 2:0 Kehl-Gomez (77.).

Schiedsrichter: Ernst. Zuschauer: 12.007

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