Regionalliga

Wattenscheid 09: Vorläufiges Insolvenzverfahren ist eröffnet

Ungewisse Zukunft: Eine Insolvenzverwalterin hat die Geschäfte bei der SG Wattenscheid übernommen.

Ungewisse Zukunft: Eine Insolvenzverwalterin hat die Geschäfte bei der SG Wattenscheid übernommen.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Wattenscheid.  Das vorläufige Insolvenzverfahren über die SG Wattenscheid 09 ist eröffnet. Jetzt regelt die Insolvenzverwalterin das wirtschaftliche Handeln.

Wird das Insolvenzverfahren über die SG Wattenscheid 09 eröffnet? Die Antwort darauf könnte es bereits in drei Wochen geben. Mit diesem Ziel hat am Dienstag - das erfuhr diese Redaktion exklusiv - die vom Amtsgericht Bochum bestellte Insolvenzverwalterin ihre Arbeit aufgenommen. Damit ist das vorläufige Verfahren über den Fußball-Regionalligisten eröffnet.

Der ehemalige Bundesligist wird im ersten Schritt einer eingehenden Prüfung unterzogen. Gleichzeitig werden in dieser Phase Vermögenswerte sichergestellt. Es soll sich herausstellen, ob eine ausreichende Masse im Verein vorhanden ist, mit der die Schulden des Vereins zumindest zum Teil beglichen werden können. Im ersten Schritt wird Dr. Anja Commandeur, die vom Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalterin, ermitteln, ob die für die Eröffnung des Verfahrens notwendige Mindestsumme vorhanden ist. Das ist dann der Fall, wenn aus den Vermögenswerten mindestens die Kosten des Verfahrens gedeckt und die Vergütung der Verwalterin bezahlt werden können.

Heimspiel gegen Aachen findet auf jeden Fall statt

Im Tagesgeschäft wird von diesem juristischen Schritt nicht viel zu merken sein. Das Heimspiel gegen Alemannia Aachen am kommenden Montag (20.15 Uhr, live bei Sport 1) zum Beispiel findet statt. Nur wird hinter den Kulissen etwas anders sein. Alle Einnahmen, die der Klub fortan generiert, fließen nicht mehr unmittelbar in den täglichen Geschäftsbetrieb.

Den Verantwortlichen der SG 09 sind nun die Hände gebunden

Den Verantwortlichen der SG Wattenscheid sind die Hände gebunden. Sämtliche Verfügungen dürfen seit Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens schließlich nur noch mit Zustimmung der Insolvenzverwalterin vorgenommen werden. Dazu gehören auch sämtliche Ausgaben wie Spielergehälter und sogar die Kosten für Verpflegung der Akteure. Damit wird gewährleistet, dass vorhandenes Vermögen gesichert und der Insolvenzmasse zugeführt wird. Aus dieser sollen die Gläubiger des Klubs im Falle der Eröffnung des Verfahrens bedient werden. Je größer die Summe der Vermögenswerte ist, desto geringer wird der Forderungsausfall für die sein, die noch auf Geld aus Wattenscheid warten.

Zusagen von Can und Mosbacher könnten einen Vermögenswert darstellen

Spannend wird dabei vor allem sein, wie Dr. Commandeur mit den Zusagen Oguzhan Cans und Hans Mosbachers umgeht. Die beiden Unternehmer haben im Mai dieses Jahres schließlich zugesichert, den laufenden Betrieb des Vereins finanziell zu sichern. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es darüber Verträge. Solch’ ein Dokument, das eine Forderung bescheinigt, kann im Insolvenzfall einen Vermögenswert darstellen.

Josef Schnusenberg wartet die Entwicklung „geduldig ab“

Josef Schnusenberg klingt im Gespräch mit dieser Redaktion entspannt. „Wir warten jetzt geduldig ab“, erklärt der 78-Jährige, der im Aufsichtsrat des Regionalligisten sitzt. Der ehemalige Präsident des FC Schalke 04 hat die Entscheidung, dass die SG Wattenscheid 09 vor dem Amtsgericht Bochum Antrag auf Insolvenz stellt, maßgeblich mit vorangetrieben. „Wir werden eine erstaunliche Masse vorfinden“, sagte er kurz nach dem Gang zur Justiz. Um dieser Aussage Gültigkeit zu verleihen, haben die regelnden Hände der Justiz nun die Arbeit aufgenommen.

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