Leichtathletik

24-Stunden-Lauf: Wenn der Kiesel zum Felsen wird

Diese 1250 Meter lange Strecke müssen die Sportler bei der Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf absolvieren. Sie führt durch den Bottroper Batenbrock-Park.

Beschreibung anzeigen

Bottrop.  Erstmals wird die Deutsche Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf unter der Ägide des DLV ausgerichtet. Rund 350 Sportler gehen in Bottrop an den Start

Es ist ein beschaulicher Park, dieser Batenbrocker Volkspark. Eine schöne grüne Wiese, ein Spielplatz und ein Gehweg auf dem Spaziergänger mit Kindern und Hunden behaglich schlendern. Noch!

„Das wird am Samstag ganz anders sein“, verspricht Jörg Schlegel, Pressesprecher von Adler Langlauf. Dann werden nämlich wieder rund 350 Läufer den Park bevölkern. Ultra-Läufer, um genau zu sein.

Erstmals wird unter der Schirmherrschaft des Deutschen Leichtathletik Verbandes die Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf in Bottrop stattfinden. Es ist die Hauptveranstaltung des diesjährigen Bottroper Ultralauffestivals, zu dem auch ein Sechs-Stunden-Lauf, ein 100-Kilometer-Lauf und Staffel-Läufe zählen. Los geht es am Samstag um 11 Uhr. Um dieses Event auf die Beide zu stellen ackert das Organisationsteam um Maria Stüker, Hans Abts, Andreas Laskowski, Markus Sobolewski und Jörg Schlegel seit Monaten. „Genehmigungen müssen eingeholt werden, viele Dinge mit der Stadt und dem Ordnungsamt besprochen werden“, erzählt Schlegel und holt ein lange List hervor.

Denn: Wer lange läuft, muss auch viel Essen. Kistenweise hat das Team die Lebensmittel herangeschafft. Allein 40 Kilogramm Nudeln werden an den zwei Tagen gekocht werden. „Alles, was sich sich Läufer wünschen. Zehn Kilo Schokolade, 30 Kilo Bananen, 20 Melonen, zehn Tüten Chips, Gouda, Nutella, Oliven, Feigen, Datteln, Cornichons und, und, und.“ Schlegel geht die Liste durch. Cornichons? „Ja, mal was Saures“, bestätigt er und lacht.

1250 Meter langer Rundkurs

Den 1250 Meter langen Rundkurs müssen die Athleten schließlich einige Male absolvieren und kommen dabei auch regelmäßig am Verpflegungsstand vorbei, der immer besetzt sein wird. Die Veranstaltung läuft nämlich nicht nur 24 Stunden für die Sportler, auch die Betreuer sind rund um die Uhr im Einsatz. „In Schichten natürlich“, sagt Maria Stüker. „Wir müssen schauen, ob nichts auf der Strecke ist. Wenn man über 20 Stunden unterwegs ist, dann kann ein kleiner Kieselstein einem schon mal wie ein Felsbrocken vorkommen. Die Füße kriegt man da kaum noch hoch“, sagt Andreas Laskowski. Hans Abts ergänzt: „Wir haben die Strecke immer im Blick. Die Läufer sollen ja beispielsweise nicht von Parkbesuchern gestört werden und nicht im Dunkeln laufen müssen, falls mal ein Licht ausfällt.“

Apropos dunkel: Weil der Lauf ja auch die ganze Nacht stattfindet, wird die gesamt Strecke beleuchtet. „Und das Dixi-Klo auch“, betonen die Helfer. Gelächter. „Total müde, nachts in einem stockdunklen Dixi-Klo, das ist sicher kein Vergnügen“, sagt Stücker. Wieder wird gelacht. Die gute Laune der Organisatoren scheint sich auch schon auf die Anwohner ausgeweitet zu haben.

Freiwillige helfen die ganze Nacht

Jörg Schlegel berichtet von freiwilligen Helfern, die einfach die ganze Nacht über mit angepackt hätten und er betont, dass in Sachen Licht auch die Nachbarschaft in den vergangenen Jahren gut mitgeholfen hat. „Die Anwohner, an deren Garagen die Strecke entlang führt, haben da schon mal was aufgebaut. Toll, dass die so mitziehen.“

Jetzt geht es also in die heiße Phase der Vorbereitungen. Die ersten Wetterschutz-Zelten werden am Freitag auf der Park-Wiese aufgebaut, die Zeitmessanlage installiert und scharf gestellt. „Und“, sagt Schlegel. „Es wird einen Bildschirm geben, auf dem die Läufer in jeder Runde sehen können, wo sie liegen.“

Besonders wichtig ist das für die Spitzenathleten. Schließlich wird die gesamte Nationalmannschaft der 24-Stunden-Läufer anwesend sein. „Da wird ohne Ende taktiert“, erzählt Schlegel. „Es wird gemutmaßt, dass ein Kader-Athlet sogar einen neuen Deutschen Rekord aufstellen will“, verrät er. Ob das gelingt, werden alle Beteiligten erst am Sonntag um 11 Uhr wissen, wenn die Schlusssirene ertönt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben