E-Sports

Fortuna Bottrop: Ronaldo auf Rheinbaben

Keoma Czybora ist begeisterter E-Sportler und soll dabei mithelfen, die neue Abteilung beim SV Fortuna aufzubauen.

Keoma Czybora ist begeisterter E-Sportler und soll dabei mithelfen, die neue Abteilung beim SV Fortuna aufzubauen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Neben Rot-Weiss Essen und dem FC Schalke 04 ist der SV Fortuna Bottrop erst der dritte Ruhrgebietsverein mit einer eigenen E-Sports-Abteilung.

Der SV Fortuna Bottrop jagt seit kurzem nicht nur dem Lederball hinterher. Im ehemaligen Vereinsheim lassen Jugendliche Leo Messi und Cristiano Ronaldo über drei große TV-Bildschirme flitzen. Der Bezirksligist hat große Anstrengungen unternommen und eine eigene E-Sports-Abteilung auf die Beine gestellt. „Der Fußball ändert sich und wir müssen Schritt halten“, sagt Markus Placzek. Der Leiter der neuen Abteilung prophezeit: „Auf lange Sicht laufen uns sonst die Jugendlichen davon.“ Placzek ist fest davon überzeugt, dass auch die Fußballabteilung des Vereins auf lange Sicht von den E-Sportlern profitiert.

Grüner Filz auf dem Boden, weiß gestrichene Holzpaneele an den Wänden und ein paar schmucklose Büroschreibtische, auf denen die drei großen Flachbildschirme und die Spielekonsolen stehen. Gemütlich ist das nicht. Aber: „Wir sind ja noch lange nicht fertig“, sagt Markus Placzek. Vor dem renovierten ehemaligen Vereinsheim haben Mitglieder gerade den Boden aufgerissen.

Viele Gamer spielen Fußball, viele Fußballer gamen

Der 30 Quadratmeter große Raum, die Heimat der neuen E-Sports-Abteilung, braucht nicht nur Strom, sondern auch schnelles Internet. Koaxial- und Netzwerkkabel müssen verlegt werden. Die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen, doch die erste Konsole läuft bereits, auch wenn Keoma Czybora dafür noch einen Internet-Hotspot über sein Smartphone bereitstellen muss. Czybora ist der erste E-Sportler des Vereins und gleich mit der Aufgabe des stellvertretenden Abteilungsleiters betraut.

Der Oberhausener soll gleichgesinnte für das Angebot des SV Fortuna begeistern und damit indirekt auch die Jugendförderung bereichern. „Früher sind wir zum Fußball nach draußen gegangen“, sagt Czybora und ergänzt lachend: „heute gehen wir rein.“ Der SV Fortuna ist der erste Verein, der die Grenze zwischen dem virtuellen und dem echten Fußball aufhebt. Viele Gamer spielen Fußball, viele Fußballer gamen. So einfach ist die Rechnung.

„In erster Linie geht es darum, Spaß zu haben“, formuliert Keoma Czybora das Ziel der E-Sports-Abteilung. Gespielt wird vor allem Fifa 20, die Vorversion Fifa 19 war im vergangenen Jahr das meistverkaufte Spiel Deutschlands. Die plattformübergreifende Fußballsimulation ging mehr als 1,5 Millionen Mal über die Ladentheke. Auch Version 20 ist seit der Veröffentlichung im September ein Verkaufsschlager. Hersteller Electronic Arts verzeichnete bereits nach wenigen Tagen 500.000 verkaufte Datenträger und Downloads.

Erstes Turnier bereits Anfang November

Mehrere dieser Datenträger liegen auf den Schreibtischen im E-Sports-Raum des SV Fortuna. Hier sollen sich ab sofort die Gamer zum gemeinsamen Spiel treffen. Auch Turniere werden auf Rheinbaben ausgetragen. Das erste wird bereits Anfang November stattfinden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben