Fußball

Gebrüll statt Katzenjammer: Welheimer Löwen im Aufwind

Kann mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein: Patrick Gödeke, Trainer der Welheimer Löwen.

Kann mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein: Patrick Gödeke, Trainer der Welheimer Löwen.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Die Welheimer Löwen überraschen nach schwierigen letzten Wochen sich und Gegner RWO, beim Fusionsclub hat sich der Wind inzwischen gedreht.

Die katastrophale Vorbereitung gab Anlass zur Sorge, dass die Welheimer Löwen auch den Ligastart in den Sand setzen würden – zumal die 241-Tore-Kleeblätter von RWO heranrauschten. Doch nach dem erstaunlich knappen 3:4 feierten sich die Verlierer wie Sieger und hoffen jetzt auf einen nachhaltigen Aufschwung.

Der Kreis nach Spielende gehört zum festen Ritual vieler Fußballmannschaften. Der Chef spricht Klartext, erinnert an das nächste Training – und gibt den Startschuss zur dritten Halbzeit. Je nach Ausgang feucht fröhlich oder mit hängenden Köpfen. Auch Patrick Gödeke versammelte seine Truppe am Sonntag um sich, nachdem der Fusionsclub im ersten Punktspiel der Vereinsgeschichte mit 3:4 gegen das RWO-Team 12 verloren hatte. Statt Katzenjammer schallte allerdings Löwengebrüll über die Anlage.

„Männer, wir können richtig stolz auf uns sein“, erklärte etwa Mittelfeldspieler Enrico Vazquez Indias – gefolgt von Jubel. Auch Trainer Gödeke lobte die Welheimer über den Klee und der zweite Vorsitzende Peter Piotrowski sagte staunend: „Ich hätte das so nicht erwartet und bin positiv überrascht.“ Selten fühlte sich die Brust nach einer Niederlage so breit an.

Gehörige Portion Erleichterung

Eine gehörige Portion Erleichterung spielte auch mit hinein in die gelöste Stimmung bei den Löwen, die nach den letzten Wochen so langsam die Kurve bekommen. Denn Niederlagen bei Vorbereitungsturnieren gegen C-Ligisten, eine zweistellige Pokal-Pleite und die Selbstzerfleischung noch auf dem Feld verunsicherten die Blau-Weißen sichtbar. Gödeke und sein Partner Mike Schweitzer hatten die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen – und dann hart durchgegriffen.

Das Gesicht der Mannschaft veränderte sich durch Zugänge aus den Reserveteams, während Unruhestifter ihre Fußballschuhe nehmen mussten. Ungeachtet der fußballerischen Qualität. Dazu blieben Patrick Gödeke und Co. in den Einheiten am Ball. „Wir trainieren bestimmte Dinge wieder und wieder – da bin bockig“, betonte der Übungsleiter und baute den B-Ligisten so langsam wieder auf.

0:2 zurück nach gerade einmal zehn Minuten, gegen ein haushoch überlegenes RWO: Das gewonnene Selbstvertrauen reicht inzwischen weit genug, um in dieser Situation nicht völlig auseinander zu brechen. Welheim zog sich am etwas überraschenden Anschluss von Oliver Koczy wieder hoch beziehungsweise den Gegner auf sein Niveau herunter – dazu stand mit Jan-Niklas Ziwes ein glänzend aufgelegter Keeper zwischen den Pfosten, der in 90 Minuten sicher ein Dutzend Möglichkeiten entschärfte.

Weitere Treffer zum 2:3 und 3:4 durch Kevin Milz (47.) und Koczy (88.) führten dazu, dass der Favorit in der Nachspielzeit um seine Beute zitterte. „Die haben Angst“, bemerkten die Zuschauer treffend, als ein letzter Freistoß in den Oberhausener Sechzehner segelte und der Nachschuss in Richtung Seitenaus kullerte. Es wäre zu viel des Guten gewesen, trotzdem ziehen die Welheimer viel Positives aus der Partie.

Das richtige Zeichen

„Das ist das richtige Zeichen für die nächsten Wochen“, freute sich Vorstand und Stadionsprecher Piotrowski, der ebenso wie Kollege Burak Akpinar mitverantwortlich für den Aufschwung ist. Trainer Patrick Gödeke: „Die Stimmung ist gut, der Verein tut viel, der Vorstand ist präsent und kümmert sich - das merken die Spieler.“

Es wächst also langsam etwas zusammen an der Welheimer Straße. Und zu Gast ist nicht ständig ein Meisterschaftsfavorit – über die Anlage schallt neben Freuden also bald auch Siegesgebrüll.

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