Judo 1. Bundesliga

JC 66 Bottrop verlangt Potsdamern alles ab

JC 66-Urgestein Kalala Ngoy (rechts) ging für die Bottroper zwei Mal auf die Matten und steuerte mit seinem Sieg gegen den Potsdamer Florian Hecht einen Punkt für die Piraten bei.

JC 66-Urgestein Kalala Ngoy (rechts) ging für die Bottroper zwei Mal auf die Matten und steuerte mit seinem Sieg gegen den Potsdamer Florian Hecht einen Punkt für die Piraten bei.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Knappe Niederlage für die Bottroper Piraten. Trainer Markus Wallerich schwankte nach dem 6:8 gegen Potsdam zwischen Stolz und Enttäuschung.

Am Samstagabend wurde in der Dieter-Renz-Halle noch einmal beste Werbung für den Judo-Sport betrieben. Die Judoka des JC 66 Bottrop empfingen mit dem UJKC Potsdam einen der ursprünglichen Staffelfavoriten zum letzten Heimkampf der regulären Saison. Dabei verlangten die Bottroper Piraten den Gästen aus Brandenburg alles ab und unterlagen dem UJKC nur denkbar knapp mit 6:8 (Unterwertung 60:71). Ausgerechnet im letzten Einzelduell fand der Bundesligakampf seinen dramatischen Höhepunkt.

Seit 14 Jahren träumen die Bottroper davon, im deutschen Judo-Oberhaus endlich mal wieder einen Bundesligasieg gegen Potsdam einzufahren. Beinahe hätte die lange Wartezeit an diesem Wochenende ein Ende gefunden. „Diesmal hatten wir die Zügel tatsächlich in der Hand“, äußerte sich JC-Trainer Markus Wallerich nach dem Auftritt seiner Schützlinge, „ein Punkt, wenn nicht gar der Sieg, war im Bereich des Möglichen.“

Wallerich: Haben jeden großen Gegner der Liga geärgert

Doch auch wenn die Bottroper gegen Potsdam letztlich wieder leer ausgingen - Markus Wallerich war mit der dargebotenen Leistung seiner Judoka zufrieden. „Jeder hat sein Bestes gegeben, mehr kann man von den Jungs nicht verlangen. Es gab das eine oder andere Schlüsselduell, hier haben uns in der Endabrechnung die entscheidenden Punkte gefehlt. Aber wir können spätestens jetzt stolz behaupten, jeden vermeintlich großen Gegner der Liga gehörig geärgert zu haben.“

Gegen Potsdam starteten die 66er durchaus verheißungsvoll in ihren letzten Heimkampf, gingen durch schnelle Siege von Christian Dill und dem Niederlände Jelle Snippe rasch mit 2:0 in Führung. „Unsere Eigengewächse, aber auch unsere ausländischen Kämpfer haben wieder einmal ihr Potenzial gezeigt“, so Wallerich. In den folgenden Kämpfen erwischten die Gäste aus Ostdeutschland aber einen Lauf und gingen ihrerseits mit 4:2 in Führung - Hamsat Isaev verkürzte zumindest noch auf ein 3:4 zur Pause. „Wir haben vor der zweiten Runde viel taktiert und gemeinsam mit den Jungs abgewogen, wie wir das Bestmögliche rausholen können“, äußerte sich der Bottroper Coach.

Spannung bis zum letzten Kampf

In weiten Teilen ging der Plan der Gastgeber auf, unter anderem war erneut auf Jelle Snippe und auch auf den Italien-Import Angelo Pantano Verlass, der das zweite Duell in der Gewichtsklasse bis 60 kg für sich entschied. „Auch Kevin Bakker hat in der für ihn ungewohnten Klasse bis 90 Kilo lange Zeit gut mitgehalten“, zeigte sich Wallerich mit den Leistungen zufrieden. Durch den weiteren Verlauf war schließlich alles angerichtet für ein hochdramatisches Finale: Vor dem entscheidenden Kampf lag Potsdam mit 7:6 in Führung. So lag das Schicksal des JC 66 in den Händen von Hamsat Isaev, der sich bis in die Verlängerung hinein mit seinem Gegenüber Bennet Pröhl auf den Matten nichts schenkte. Schließlich hatte der Potsdamer das Quäntchen Glück auf seiner Seite, wodurch der UJKC das Duell mit 8:6 für sich entschied.

Tabelle: 1. Bundesliga

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