Fußball

Maurice Multhaup: „Wir haben geglaubt, dass wir es schaffen“

Spielt gerne im Ruhrgebiet: Maurice Multhaup (r.) hier im Duell mit dem Bochumer Milos Pantovic beim Auswärtsspiel der Heidenheimer beim VfL Bochum. Auch in dieser Saison freut sich Multhaup auf Freunde und Familien im Stadion, wenn die beiden Klubs wieder aufeinandertreffen.

Spielt gerne im Ruhrgebiet: Maurice Multhaup (r.) hier im Duell mit dem Bochumer Milos Pantovic beim Auswärtsspiel der Heidenheimer beim VfL Bochum. Auch in dieser Saison freut sich Multhaup auf Freunde und Familien im Stadion, wenn die beiden Klubs wieder aufeinandertreffen.

Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Bottrop.  Maurice Multhaup vom FC Heidenheim, erinnert sich an das Pokalspiel gegen die Bayern und erzählt, wie er den Kontakt nach Bottrop hält.

Es war ein völlig verrücktes Spiel an diesem 3. April im Viertelfinale des DFB-Pokals: Der kleine 1. FC Heidenheim hatte den großen FC Bayern am Rande ein Niederlage. Auf dem Platz stand dabei auch ein Bottroper: Maurice Multhaup.

Der 22-jährige Fußballprofi verpasste mit seinem Team in der vergangenen Spielzeit nur knapp die Sensation. In dieser Saison kam er bei dem Zweitligisten bisher nur im Pokal zum Einsatz. Ob sich das am Wochenende ändern wird, wie oft er noch in seiner Heimatstadt Bottrop ist und wie greifbar der Sieg gegen die Bayern tatsächlich war, darüber spricht Maurice Multhaup im Interview.

Herr Multhaup, in der vergangenen Saison lief es für Sie ja besonders im Pokal bestens. Sie haben Ihr Team ja mit dem entscheidenden Tor gegen Leverkusen ins Viertelfinale geschossen. Dort gab es dann dieses denkwürdige 4:5 gegen die Bayern. Und Sie waren mittendrin.

Multhaup: Wenn man jetzt zurückdenkt, ist es einfach verrückt gewesen. Dass wir da noch zurückgekommen sind von 2:4 auf 4:4. Wir hatten dann die große Chance zum 5:4 und haben dann leider selber noch das 4:5 kassiert. Wir haben einfach alles gegeben an dem Tag und wir hätten es verdient gehabt, nach so einem Spiel eine Runde weiterzukommen. Da schwingen schon gemischte Gefühle mit.

Inwiefern?

Einerseits denkt man gerne zurück, weil es so ein tolles Spiel war, andererseits schmerzt es auch, weil die Chancen auf einen Sieg gegen die Bayern und aufs Halbfinale so groß waren. Das Spiel wird man nicht so schnell vergessen. Das war ein schönes Erlebnis für alle.

Wie greifbar war der Sieg für Sie?

Zwischenzeitlich war er natürlich ganz weit weg, beim Stand von 2:4. Aber, als wir den Ausgleich gemacht haben, waren wir uns sicher, dass wir das ganze Spiel drehen können. Wir haben wirklich geglaubt, dass wir es schaffen. Und hätten es ja auch fast gepackt.

In dieser Saison haben Sie ja auch wieder im Pokal gespielt: In Ulm sind sie zu einem Kurzeinsatz gekommen und Ihr Team ist mit einem 2:0-Sieg in die zweit Runde eingezogen. Dort wartet jetzt Werder Bremen. Ein gutes Los?

Es hätte uns da deutlich besser treffen können. Wir hätten alle lieber ein Heimspiel gehabt. Da haben wir ja letztes Jahr gute Erfahrungen mit gemacht. Jetzt ist es ein Erstligist und wir sind der Außenseiter, aber wir haben in der vergangenen Saison gezeigt, dass wir da durchaus auch unsere Chancen haben. Bis zum nächsten Pokalspiel jetzt ist es ja noch ein bisschen hin. Das ist ja erst Ende Oktober. Aber wenn es soweit ist, dann werden wir versuchen eine Runde weiterzukommen. Ist ja ganz klar.

In der 2. Bundesliga steht am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Sandhausen das nächste Heimspiel an. Sie sind in der Liga bisher nicht zum Einsatz gekommen. Wie schätzen Sie die Chance ein, dass sich das am Wochenende ändert?

Als Spieler ist das schwer zu beurteilen. Man kann immer nur im Training richtig Gas geben und sich dem Trainer anbieten. Das habe ich im letzten Jahr gemacht, das mache ich in diesem Jahr und dann wird man sehen. Als Spieler ist man verpflichtet im Training hundert Prozent zu geben, über die Aufstellung entscheidet dann einzig und allein der Trainer

Was hat sich Ihr Team für das Spiel vorgenommen?

Wir haben gegen Dresden 1:2 verloren. Verdient verloren. Das müssen wir jetzt zu Hause vor den eigenen Fans einfach deutlich besser machen. Unser Ziel sind ganz klar drei Punkte.

Apropos zu Hause. Das ist ja eigentlich in Bottrop. Sind Sie noch oft in Ihrer Heimatstadt?

Leider haben wir ja nicht mehr so viele Spiele in NRW. Darum freue ich mich natürlich besonders auf die Partie in Bochum. Da kommen dann Freunde und die Familie ins Stadion. Das ist dann schon etwas Besonderes.

Die Partei ist aber erst im März nächsten Jahres. Kommen Sie vorher gar nicht mehr ins Ruhrgebiet?

Doch! (lacht) Natürlich. Es ist ganz unterschiedlich: Mal komme ich alle zwei Wochen vorbei, mal vielleicht viermal im Monat. Manchmal aber auch einen Monat gar nicht. Das kommt ganz auf unseren Spielplan an. Aber ich werde auch oft besucht in Heidenheim. Das passt schon alles ganz gut.

Sie haben hier im Ruhrgebiet bei einigen Vereinen gespielt, wie in der Jugend von Schalke und von Wattenscheid 09. Verfolgen Sie noch aufmerksam, was in den Vereinen passiert?

Klar schaut man bei den Klubs schon eher hin. Kontakt habe ich zu den Vereinen aber keinen mehr.

Bei ihrem jetzigen Klub lief es für Sie in der vergangenen Saison ja ganz gut. Was nehmen Sie aus der vergangenen Spielzeit mit für diese Saison. Woran wollen Sie arbeiten?

Wenn man sich die Vergangenheit anschaut, dann war die letzte eine gute Saison für mich. Ich habe viel Spielzeit bekommen und habe mich dementsprechend weiterentwickelt. Es war ein sehr wichtiges Jahr für mich und in diesem Jahr möchte ich das natürlich fortzuführen. In den letzten Spielen habe ich weniger Einsatzzeit bekommen. So ist Fußball. Das habe ich auch schon erlebt in meiner Karriere. Ich weiß was zu tun ist, damit ich wieder auf meine Einsatzzeit komme. Da hilft nur Training. Da muss man dann einfach dranbleiben.

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