Frauenfußball

So kam es zu den kreisübergreifenden Staffeln am Niederrhein

Will auch in Zukunft auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen: Wolfgang Jades, Vorsitzender des Vorsitzender des Verbandsfußball-Ausschusses Niederrhein.

Will auch in Zukunft auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen: Wolfgang Jades, Vorsitzender des Vorsitzender des Verbandsfußball-Ausschusses Niederrhein.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServices

Der Impuls für Kreisübergreifende Staffeln in der Frauenfußball-Kreisliga ging von den Vereinen aus, erklärt Wolfgang Jades im Interview.

Erstmals hat der der Verband Niederrhein bei der Einteilung der Frauenfußball-Kreisliga teilweise kreisübergreifende Staffeln gebildet, um größere Staffeln zu ermöglichen. Die 128 Frauenfußball-Teams treten jetzt in zehn statt wie bisher in 13 Staffeln an. Im Interview spricht Wolfgang Jades, Vorsitzender des Verbandsfußball-Ausschusses, darüber, wie die Vereine die neue Staffeleinteilung finden, wie es um den Frauenfußball am Niederrhein bestellt ist und, ob das Norweger-Modell Zukunft hat.

Herr Jades, wie kam es zu der Entscheidung, die Staffeln Kreisübergreifend einzuteilen?

Wolfgang Jades: Wir haben im Vorfeld, erstmals im vergangenen Herbst, mehrere Tagungen mit den Vereinen abgehalten, zu der Vereinsvertreter von der Regionalliga bis zur Kreisliga kommen konnten. In Arbeitsgruppen haben wir dann mehrere Lösungsansätze diskutiert.

Die Vereine haben dann dafür plädiert, auf Kreisebene die Staffeln größer zu machen, um zu verhindern, dass Teams zwei oder sogar dreimal gegeneinander Spielen müssen.

Bei der Tagung am 22. Juli haben die Frauenfußball-Verantwortlichen der Kreise dann gemeinsam darüber beraten und noch Kleinigkeiten verändert. Dann haben wir gesagt: Ok, wir machen jetzt zehn Staffeln, die in der Regel jetzt zwölf Mannschaften haben.

Gab es noch große Diskussionen oder herrschte eher Einigkeit?

Es war eine wirklich gute Sitzung, alle waren auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und befürworten, dass wir das auch in Zukunft so fortführen wollen. Was sagen die Vereine zu der Änderung? Die sind ja seit dem vergangenen Herbst mit in diesen Prozess einbezogen worden. Und die allermeisten sind auch glücklich damit. Das wichtigste Argument war, dass nahezu alle lieber eine etwas weitere Anfahrt in Kauf nehmen, als dreimal gegen die gleiche Mannschaft zu spielen.

Ist es nicht ein großer Schritt, die Staffeln kreisübergreifend zusammenzuführen?

Natürlich ist es etwas völlig Neues, dass sich alle 13 Kreise bei Gruppeneinteilungen zusammensetzen. Das obliegt eigentlich dem Verbandsfußballausschuss. Aber wir haben gesagt, wir wollen die Wünsche der Vereine respektieren. Dabei war es einfach das beste, wenn sich alle zusammensetzen und darüber diskutieren.

Jetzt haben Sie damit in der Kreisliga angefangen. Ist das zukünftig auch in höheren Ligen denkbar?

Das steht momentan nicht zur Diskussion, weil das ja eigentlich die Aufgabe des Verbandsfußball-Ausschusses ist. Außerdem gibt es dort immer 14 Mannschaft. Aber wir wollen zukünftig weiter bei den Vereinen nachhören, was dort gewünscht wird. Klar können wir nicht alle Wünsche erfüllen, aber da, wo wir auf die Vereine zugehen können, wollen wir das auch machen.

Der Schritt, die Staffeln teilweise kreisübergreifend aufzustellen, wurde ja nötig, weil es zu wenig Frauenfußballmannschaften gibt. Erkennen Sie da eine Tendenz?

Ja, die Tendenz ist momentan leider etwas rückläufig. Aus dem Mädchenbereich kommt auch nicht so viel nach, wie noch vor ein paar Jahren. Das mag aber auch daran liegen, dass wir jetzt in den Jahrgängen sowieso weniger Kinder haben. Das macht sich auch bei den Jungs bemerkbar. Da versuchen wir entgegenzusteuern.

Und wie?

Unter anderem mit den 9er-Mannschaften. Das sogenannte Norweger-Modell wird von den Vereinen gut angenommen. Von den 128 Mannschaften in der Kreisliga sind 31 9er-Mannschaften. Also etwa ein Drittel. Ich denke, dass das eine gute Variante ist, um die Teams im Spielbetrieb zu halten. Es ist nämlich immer einfacher, neue Spielerinnen in eine bestehende Mannschaft zu integrieren, als eine neue Mannschaft zu gründen.

Ist es denkbar, dass es in Zukunft eine Staffel nur mit 9er-Mannschaften gibt?

Das hatten wir auch in der Diskussion, aber dann wäre die Fahrtstrecke für einige Mannschaften doch ziemlich weit. Einige hätten dann von Wuppertal bis nach Oberhausen fahren müssen, beispielsweise. Aber das Ziel ist schon zu schauen, ob wir reine 9er-Gruppen bilden können. Die hätten dann auch die Möglichkeit aufzusteigen, müssten in der Bezirksliga aber natürlich 11er-Mannschaften stellen.

Glauben Sie, dass es irgendwann mal wieder genügend Mannschaften gibt, um die Staffeln den Kreisen entsprechend einzuteilen?

Ja, warum nicht. Ich denke, wir befinden uns, wie bei den Jungs auch, in einem Tal und es wird wieder bergauf gehen. Für uns ist es ganz wichtig, dass in den Vereinen weiterhin der Frauen- und Mädchenfußball gefördert wird und man sich, wie bei den Jungs ja auch, um Nachwuchs bemüht. Der Verbandsfußballausschuss, das Verbandspräsidium, wir alle werden die Vereine dabei so gut es geht unterstützen. Wer Hilfe braucht, kann sich da gerne an uns wenden.

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