Gewalt

Mehrere Verletzte nach Kreisliga-Derby in Dinslaken-Lohberg

Nach dem Kreisliga-Spiel zwischen den beiden Lohberger Mannschaften RWS und VfB kam es zu einer Schlägerei auf dem Platz.

Nach dem Kreisliga-Spiel zwischen den beiden Lohberger Mannschaften RWS und VfB kam es zu einer Schlägerei auf dem Platz.

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services

Dinslaken.  Nach dem Schlusspfiff auf dem Fußballplatz in Lohberg begann der Tumult: Nach einer Attacke auf den Trainer des VfB Lohberg musste die Polizei anrücken. Auch zwei Zuschauer wurden verletzt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es sollte ein großes Fußballfest werden, doch vom Kreisliga-A-Derby zwischen RWS und dem VfB Lohberg bleiben nur Fragezeichen und ratlose Gesichter. Denn was nach dem Abpfiff – das Spiel vor rund 400 Zuschauern endete 1:1 (0:0) – auf dem Platz am Fischerbusch passierte, wünscht sich sicherlich kein Fußball-Anhänger: VfB-Trainer Thomas Grefen wurde vom RWS-Akteur und Schützen des 1:0-Führungstreffers Hakan Tütüncü zu Boden gestreckt.

Im Anschluss kam es zu weiteren heftigen Tumulten, bei denen auch noch zwei Zuschauer verletzt wurden. Die Polizei musste anrücken, Die Situation im Stadion hätte sich aber vor Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits weitgehend entspannt. Die Polizei sucht nun weitere Zeugen der Schlägerei (Telefon 02064/6220).

Laut Polizeibericht war es nach dem Abpfiff zu Provokationen durch VfB-Coach Grefen gekommen. „Thomas hat meine Spieler als Bastarde beschimpft“, erklärte RWS-Trainer Mahmut Tas. Grefen dementierte: „Dieses Wort gehört gar nicht zu meinem Wortschatz. Außerdem würde das doch trotzdem keinen tätlichen Angriff rechtfertigen“, so Grefen, „natürlich weiß ich aber, dass ich mit meiner Art polarisiere.“

Zuschauer sollen Videomaterial des Überfalls zerstört haben

Nachdem Grefen aufgeholfen wurde, platzte dem Übungsleiter der „Knappen“ der Kragen: „Da habe ich zum ersten Mal RWS beleidigt. Ich habe wortwörtlich gefragt: Was ist das hier für ein scheiß Verein? Aber wer hätte in meiner Situation etwas anderes gedacht?“, so Grefen.

Videomaterial des Überfalls soll durch RWS-Zuschauer und nicht-aktive Spieler unbrauchbar gemacht worden sein. Grefen gab an, dass gegen die beiden RWS-Spieler Tütüncü und Recep Barut Anzeigen erstellt wurde. „Ich frage mich wirklich, ob das alles so richtig ist. Als ich am Boden lag, hatte ich wirklich Angst, weil du ja nicht weißt, was da noch kommt. Macht das wirklich Sinn solche Spiele auszutragen? Sollten wir und RWS nicht aufsteigen, werde ich in der kommenden Saison bei dem Auswärtsspiel nicht antreten. So viel steht fest“, so Grefen weiter.

Mehrere Strafanzeigen gegen Spieler beider Mannschaften

Da laut Tas auch Bastian Bruß, sein Bruder und VfB-Kapitän Tim Bruß sowie Trainer Grefen sich mit geprügelt hätten, stellte RWS auch gegen diese drei Beteiligten Anzeige. Immerhin waren mit einigen Kreisvertretern genügend Personen anwesend, die Strafen gegen die beteiligten Personen und Vereine aussprechen können. Außerdem soll einer der beiden Linienrichter die ersten Tumulte gesehen und einen Sonderbericht verfasst haben.

Die Geschichte zum vorherigen Spiel ist recht schnell erzählt: Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte nutzte Tütüncü (76.) die erste Unachtsamkeit des Spitzenreiters zur RWS-Führung. Ex-RWS-Spieler Hasan Dogan verlängerte eine Ecke von Manuel Viltuznik zum Ausgleich (83.). In der Schlussphase hatten Tim Bruß (87.) für den VfB und Murat Dinc (90.) für RWS den Sieg auf dem Fuß.

Die „Knappen“ behalten somit ihr Vier-Punkte-Polster vor dem Lokalrivalen. Doch davon sprach nachher kaum noch jemand.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (9) Kommentar schreiben