Der BVB 2 im Teamcheck

Eine Saison mit vielen Fragezeichen

Zwei der wenigen erfahreneren Spieler beim BVB 2: Christian Eggert (rechts) und Nedim Hasanbegovic.

Zwei der wenigen erfahreneren Spieler beim BVB 2: Christian Eggert (rechts) und Nedim Hasanbegovic.

Foto: Bodo Goeke

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Mit der Partie am Samstag bei der U 23 des 1. FC Köln beginnt für den BVB 2 eine Regionalliga-Saison mit vielen Fragezeichen. Nach einem Aderlass, wie ihn die Mannschaft seit Jahren nicht mehr erlebt hat, ist mit erheblichen Startschwierigkeiten zu rechnen. Kein leichter Job für Theo Schneider, wie unser nachstehender Teamcheck zeigt.


Die Vorbereitung: Sie litt unter der angespannten Personalsituation. Improvisation war täglicher Begleiter, da die Jungprofis in der Regel nicht zur Verfügung standen und Verletzungen wichtiger Akteure hinzu kamen. Die Mannschaft ist vor dem Start keineswegs eingespielt, die Auftaktpartie in Köln wird für Theo Schneider zur Wundertüte. Immerhin: der Trainer bescheinigte seinen Spielern, in diesem sechs Wochen prima mitgezogen zu haben. Auch die Leistungen in den Testspielen und die Ergebnisse (sieben Siege, ein Remis, eine Niederlage) waren weitgehend okay.

Jungprofis müssen
Qualität nachweisen

Das funktioniert schon gut: In der der Defensive hat Schneider die besten personellen Möglichkeiten und daher die wenigsten Probleme. Die Abstimmung im Deckungsverband funktionierte gut. Hier stehen mit „Kalle“ Eggert und Nedim Hasanbegovic sowie - nach ihren auskurierten Verletzungen - Lasse Sobiech und Jörn Neumeister auch die meisten erfahreneren Spieler.



Das muss besser werden: Eindeutig das Offensivspiel, wo-bei die Last nicht allein auf den Spitzen liegt - auch im Mittelfeld muss mehr Drang nach vorn entwickelt werden. Dies war schon in der vergangenen Drittliga-Saison das letztlich entscheidende Manko.


Die Neuen: Marvin Bakalorz sollte sich auf Anhieb als Verstärkung erweisen; bei dem Ex-Münsteraner erkennt man, dass er schon im Seniorenbereich gespielt hat. Gleiches dürfte für Sevdail Selmani gelten, der durch seine Oberschenkelverletzung nur kurzzeitig zurückgeworfen wurde. Jan Temme und Marc Schnier müssen sich in ihrem ersten Seniorenjahr erst noch bewähren, zeigen aber gute Ansätze - ebenso wie der aus dem eigenen Nachwuchs aufgerückte Tim Hermes, der, wenn er spielte, seine Sache auf der linken Abwehrseite stets solide machte.


Die Jungprofis: Sie werden zunächst gesetzt sein, wenn sie zur Verfügung stehen - und sie müssen bei den „Amateuren“ Leistung zeigen, wenn sie sich für Jürgen Klopp empfehlen wollen. Weitere Verstärkung könnte punktuell durch Yasin Öztekin oder Damien Le Tallec winken, falls diese Spieler keine Einsatzchance im Bundesligateam haben.


Das Problem: Die größte Stärke der Mannschaft war stets ihre Geschlossenheit. Es wird nicht einfach für Theo Schneider, nach den insgesamt 13 Abgängen seinem Team diesen Geist wieder zu vermitteln. Der Trainer legt größten Wert auf das Miteinander, denn nur so wird der BVB etwas erreichen können. Allerdings ist er dabei entscheidend auf die Mithilfe seiner Spieler angewiesen: sie müssen bereit sein, sich dem Kollektiv unterzuordnen. Auch jene Talente, die „von oben“ zum Aufgebot stoßen.


Die Prognose: Nach dem größten Aderlass der letzten Jahre und dem Abgang etlicher Leistungsträger wäre es vermessen, vom direkten Wiederaufstieg zu sprechen. Vorjahres-Vizemeister SF Lotte, Preußen Münster und Mitabsteiger Wuppertaler SV werden allgemein höher gehandelt. Aber der BVB kann ein Wort in der Spitzengruppe mitsprechen - wenn alles optimal läuft und die vielen jungen Spieler auf lange Sicht konstant gute Leistungen zeigen.

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