Fußball-Bundesliga

Der Poker um Benito Raman hat erst begonnen

Zunge raus beim Jubel: Benito Raman jubelt nach seinem Treffer zum 4:1 gegen Hertha im November.

Zunge raus beim Jubel: Benito Raman jubelt nach seinem Treffer zum 4:1 gegen Hertha im November.

Foto: Marius Becker / dpa

Düsseldorf.   Benito Raman hat seine Absicht, die Fortuna zu verlassen, bekundet. Wie das Spiel um den enden wird, ist noch völlig offen.

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Es sind die Tage der zukunftsweisenden Entscheidungen für Benito Raman. Am Pfingstwochenende gab der 24-Jährige seiner Charline das Ja-Wort. Und kurz zuvor hat Raman für sich zudem entschieden, wie es beruflich weitergehen soll. Sein Plan: Weg von der Fortuna, „den nächsten Schritt machen“, wie es heutzutage im Profifußballer-Deutsch heißt. Ausformuliert war das in der „Bild“ zu lesen. Dort sagte der Angreifer: „Ich habe immer alles für Fortuna gegeben und möchte jetzt den nächsten Schritt bei einem anderen Verein machen. Ich fände es fair vom Klub, wenn man mich jetzt ziehen lassen würde.“ So lautet also die Wunschvorstellung des Angreifers. Doch ganz so einfach wird das nicht. Denn Fortuna hat das bessere Blatt in diesem Pokerspiel und gute Argumente, den Belgier nicht ziehen zu lassen.

Dass Raman gehen möchte, hat der Belgier in einem Gespräch mit seinen beiden Beratern und den Fortuna-Vorständen Thomas Röttgermann und Lutz Pfannenstiel deutlich gemacht. Die beiden Klub-Angestellten verwiesen in diesem Gespräch natürlich zunächst einmal auf das Offensichtlichste: Ramans noch bis Juni 2022 laufenden Vertrag in Düsseldorf.

Fortuna will Raman behalten

Nun bringt allein die Tatsache eines Drei-Jahres-Vertrages mit sich, dass es für einen Interessenten nicht günstig werden wird, Raman aus diesem herauszukaufen. Zumal da Fortuna deutlich signalisiert hat, Raman, der 2017 von Standard Lüttich kam, behalten zu wollen. Schließlich hat der Belgier mit elf Toren und fünf Vorlagen in 32 Pflichtspielen seinen Anteil an der erfolgreichen vergangenen Saison.

Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass Raman erst in der Rückrunde richtig in Form kam, erst ab dem 23. Spieltag in den meisten Spielen in der Startelf von Trainer Friedhelm Funkel stand. Bei Fortuna gilt es nun also abzuwägen, ob dieser Entwicklungssprung als kurzzeitige Erscheinung gedeutet wird, oder ob Raman der dauerhafte Durchbruch auf Bundesliga-Niveau zugetraut wird. Aufgrund des zweifellos großen Talents und Ramans beeindruckender Schnelligkeit, die perfekt in Funkels System passt, gilt es als wahrscheinlich, dass die Entscheidungsträger zur zweiten Variante tendieren werden.

Wie groß ist der Anteil am Erfolg?

Dann schließt sich die Folgefrage an, welche Bedeutung Raman als Erfolgsfaktor für die kommende Spielzeit zugeschrieben wird – und, ob es realistisch erscheint, ihn im Falle eines Wechsels gleichwertig zu ersetzen. Und da kommt natürlich wieder die Variable Geld ins Spiel. Das Internet-Portal „transfermarkt.de“ taxiert Ramans Marktwert auf zwölf Millionen Euro. Vorstandsboss Röttgermann hatte zuletzt betont, dass die potenzielle Transfersumme für Raman „unanständig hoch“ sein müsse.

Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass Raman wohl der einzige Leistungsträger ist, für den die Düsseldorfer einen zweistelligen Millionenbetrag aufrufen können. Viel Geld für einen Verein, der mit einem Gesamt-Spieler-Etat von etwas mehr als 30 Millionen Euro in die abgelaufene Spielzeit gestartet ist.

Alles spricht dafür, dass die kommenden Wochen im Pokerspiel zwischen Fortuna und Raman, an dem die Ligakonkurrenz aus Schalke und Leverkusen Interesse zeigt, spannend werden. Ramans Berater erhöhen dem Vernehmen nach schon leicht den Druck auf Sportvorstand Pfannenstiel. Einen Bericht des „Express“, wonach der Spieler einen Verantwortlichen des Düsseldorfer Klubs mit „Fuck off!“ beschimpft haben soll, widersprechen Raman, seine Berater und auch Fortuna allerdings vehement. „Der Austausch mit Benito und seinen Beratern verläuft absolut fair und sachlich. Es gab keinerlei Konflikte. Dass Benito einen Fortuna-Verantwortlichen beschimpft haben soll, ist falsch“, erklärt Pfannenstiel.

Die Fronten sind seit der vergangenen Woche jedenfalls geklärt, das Pokerspiel hat begonnen – und läuft bisher fair ab. (erer)

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