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Der SC Schwarz-Weiß ist noch enger zusammengerückt

Vereinsvorsitzender Michael Drinhausen vor der Baustelle des abgebrannten Vereinsheims.

Vereinsvorsitzender Michael Drinhausen vor der Baustelle des abgebrannten Vereinsheims.

Foto: ort

Düsseldorf.  Beim SC Schwarz-Weiß ist neun Monate nach dem Brand des Vereinsheims noch nicht wieder der Alltag eingekehrt.

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Der Trainingsbetrieb läuft wie gewohnt auf dem Kunstrasenplatz des Fußballvereins SC Schwarz Weiß am Stoffeler Kapellenweg, und nach der Sommerpause werden die verschiedenen Mannschaften des Clubs hier auch wieder ihre Heimspiele austragen. Zum Umziehen müssen die Sportler jedoch einen Container benutzen, denn das Vereinsheim neben dem Platz erinnert noch immer an eine Bauruine – und wird wohl auch in näherer Zukunft nicht nutzbar sein.

Es war der 30. Oktober 2018, als der Vereinsvorsitzende Michael Drinhausen morgens im Büro von seiner Kollegin begrüßt wurde mit den Worten: „Beim SC brennt es.“ Drinhausen, der den Kommentar zunächst auf das damalige Personalkarussell bei seinem Verein bezog, konnte das ganze Ausmaß der Zerstörung kaum fassen, als er schließlich vor dem noch immer brennenden Vereinsheim stand.

Brandstifter in Haft

Der Brandstifter – ein polizeibekannter Drogensüchtiger, der mit dem Feuer die Spuren eines Einbruchs verwischen wollte – sitzt noch immer in Untersuchungshaft, das Vereinsheim gleicht einer Bauruine, aber der Verein hat sich mit dem Zustand so gut es geht arrangiert.

„Wir haben uns daran gewöhnt, aber es heißt nicht, dass wir nicht darunter leiden“, sagt Drinhausen. Zunächst musste viel improvisiert werden – sogar der Strom für die Flutlichtanlage beim abendlichen Spielbetrieb im Winter. Auch auf die Restauration, die kurz vor dem Feuer modernisiert worden war, müssen die Schwarz-Weißen bisher verzichten. Es gab viel Unterstützung durch die anderen Vereine und die Nachbarschaft. „Auch unsere Mannschaften sind enger zusammengerückt“, sagt Drinhausen.

Dreizehn Jugendmannschaften, so der Plan des SC-Vorsitzenden, sollen in der kommenden Saison gemeldet werde – von den Bambini bis zur A-Jugend sind alle Altersklassen vertreten. „Nicht mehr selbstverständlich heutzutage“, sagt Drinhausen. Aber bei den Schwarz-weißen sei die Kameradschaft noch sehr ausgeprägt, und auch die Familien der jungen Spieler stünden an den Wochenenden noch an der Seitenlinie.

Neben der Jugendarbeit hat der SC auch vier Seniorenteams, darunter eine neu gegründete türkische Mannschaft. 17 Teams auf einem Fußballfeld – das kann manchmal ziemlich eng werden, betont der Vereinsvorsitzende. „Während der Saison ist der Platz am Wochenende komplett ausgelastet, und auch beim Training muss das Spielfeld regelmäßig geteilt werden“, sagt Drinhausen.

Fußballerisch läuft es gut bei den Schwarz-Weißen: Zwei Jugendteams haben den Aufstieg in die Leistungsklasse geschafft, die erste Herrenmannschaft läuft in der kommenden Saison zum ersten Mal in der 113-jährigen Vereinsgeschichte in der Landesliga auf.

Doch nicht nur der sportliche Erfolg ist für den Verein wichtig, auch die soziale Verantwortung in einem schwierigen Stadtteil spielt eine Rolle. „Der Fußball holt die Kinder von der Straße und gibt ihnen eine Gemeinschaft, die sie so häufig nicht kennen“, erklärt der Vorsitzende. Um den Zusammenhalt zu fördern, gebe es auch Aktivitäten abseits des Platzes – was allerdings seit dem Brand komplizierter sei.

Die Container, die aktuell als Umkleiden und kleine Cafeteria dienen, können allerdings ein Vereinsheim nicht ersetzen. Allerdings wird es noch lange dauern, bis das Gebäude wieder nutzbar ist. „Bisher läuft noch der Abbau des zerstörten Materials“, sagt Drinhausen. Er hofft, dass zumindest das Erdgeschoss des Gebäudes zum Ende des Jahres hin wieder genutzt werden kann. Sicher ist er sich allerdings keineswegs. „Selbst wenn die Renovierung bis dahin weit fortgeschritten ist, sind ja erst einmal Gutachten und Genehmigungen nötig“, so Drinhausen. Wann das Vereinsheim wieder voll bezugsfertig sein wird, darüber will er aktuell nicht einmal spekulieren.

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