Fußball-Bundesliga

Dodi Lukebakios heiße Affäre mit Fortuna Düsseldorf

Dodi Lukebakio mit seinem Abschiedsgeschenk.

Dodi Lukebakio mit seinem Abschiedsgeschenk.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Düsseldorf.   Zwischen Fortuna und Dodi Lukebakio hat es heftig gefunkt. Es war intensiv und schön, aber es ging dann eben auch schnell wieder zu Ende.

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Als Letzter bekommt Dodi Lukebakio sein Geschenk, ein Foto von ihm im Spiel gegen Leverkusen. Er geht zwei Schritte in Richtung Südkurve, winkt, klopft sich mit der rechten Hand aufs Herz. Die Zuschauer im Stadion geben noch einmal Vollgas, feiern ihren Helden. Es ist ein Abschied, da gibt es keinen Zweifel. Die Liaison zwischen dem gebürtigen Belgier mit kongolesischen Wurzeln und Fortuna war intensiv, fußballromantisch – und kurz. Dass diese heiße Affäre nun endet, liegt dabei aber gar nicht zwingend am fehlenden Willen der Protagonisten. Dennoch scheint die Trennung unvermeidlich.

Lukebakio ist noch ganz aufgewühlt, als er sich den Fragen der Medienvertreter stellt, und plaudert direkt drauflos. „Es fühlt sich ein bisschen so an, als würdest du mit deiner Familie leben und dann aufs Internat geschickt werden“, sagt er. „Es ist schwierig, denn eigentlich will man nicht aufs Internat.“ Diese Beschreibung sagt viel über die Gemengelage rund um den 21-jährigen Shootingstar aus.

Lukebakio kam per Leihe aus Watford

Vor der Saison kommt Lukebakio vom englischen Erstligisten FC Watford, wo man trotz Vertrages bis 2022 keinen gesteigerten Wert auf den schnellen Stürmer legt. Ein Kauf ist nicht möglich, also leiht Fortuna den Mann mit dem Zahnpasta-Lächeln für eine Saison aus. In Düsseldorf hat Lukebakio dann einen wackeligen Start. Trainer Friedhelm Funkel wechselt ihn zunächst nur ein, kritisiert, dass Lukebakio seine Defensivaufgaben vernachlässigt. Dann spielt der gläubige Katholik in Nürnberg von Beginn an, vergibt eine riesige Torchance und verursacht einen Elfmeter, der zum 0:1 bei der 0:3-Niederlage führt. Vor dem nächsten Heimspiel gegen Schalke kommt Lukebakio zu spät zur Mannschaftssitzung, wird aus dem Kader gestrichen.

Doch Lukebakio ist lernwillig, wird von seinen Teamkameraden – allen voran Kapitän Oliver Fink – aufgebaut und in die richtige Spur gebracht. Und dann kommt der Tag der Tage: Beim jetzt schon legendären 3:3 in München erzielt Lukebakio alle drei Treffer für Fortuna und avanciert zum Star im Team ohne Stars. Lukebakio spielt sich mit Finesse, Schnelligkeit und überragender Schusstechnik in die Herzen der Fortuna-Anhänger. Am Ende der Saison stehen zehn Tore und vier Vorlagen zu Buche. Zudem vier Treffer in drei Pokalspielen.

„Sie haben mir Liebe gegeben“

„Ich bin so glücklich darüber, was Düsseldorf für mich getan hat. Sie haben mir Liebe gegeben und mir sowohl sportlich als auch menschlich eine Menge beigebracht“, betont der Belgier. „Das werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen.“ Und wenn man Lukebakio so zuhört, fragt man sich, warum es denn für ihn bei Fortuna nicht weitergeht?

„Ich würde ihm raten, noch ein Jahr zu bleiben“, sagt Trainer Friedhelm Funkel. „Es ist aber nicht einfach, wenn ich als Spieler die Entscheidung nicht alleine fälle und etwas gesteuert bin. Dann steht nur das Geld im Vordergrund, was aber im Alter von 19 bis 22 eigentlich nicht sein darf.“ Genau da liegt aber die Krux. Lukebakio hat sich in den Fokus zahlreicher europäischer Top-Klubs gespielt. Da wittern auch seine zwei Berater natürlich das schnelle Geld.

„Können ihn nicht halten“

„Bei Dodi ist es relativ klar, dass wir ihn nicht halten können“, sagt Fortunas Sportvorstand Lutz Pfannenstiel. Denn Lukebakios Marktwert ist dem Vernehmen nach auf über zehn Millionen Euro gestiegen, Tendenz weiter steigend. Es werden somit Summen aufgerufen, bei denen Fortuna nicht mithalten kann. Das einzige Szenario, in dem es vielleicht doch möglich ist, dass Lukebakio auch in der kommenden Saison das F95-Logo auf der Brust tragen wird: Ein großer Klub kauft den Angreifer und leiht ihn für ein weiteres Jahr an Fortuna aus. Doch auch da steht die Frage im Raum, ob Lukebakio und seine Berater im Fall der Fälle nicht eher ein Leihgeschäft zu einem Verein präferieren würden, der im internationalen Geschäft tätig ist.

International tätig ist Lukebakio jedenfalls schon ab dem 16. Juni für die belgische U-21-Nationalelf bei der Europameisterschaft in Italien und San Marino. „Darauf möchte ich mich konzentrieren. Was dann passiert, weiß ich ehrlich noch nicht“, sagt er. Lukebakios nächste Affäre muss sich also noch gedulden. (erer)

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