Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf kämpft um ihre Japaner

Zwei glückliche Gesichter: Takashi Usami (links) und Genki Haraguchi feiern die Zweitliga-Meisterschaft nach dem Sieg der Fortuna in Nürnberg.

Foto: Christian Kaspar/firo

Zwei glückliche Gesichter: Takashi Usami (links) und Genki Haraguchi feiern die Zweitliga-Meisterschaft nach dem Sieg der Fortuna in Nürnberg. Foto: Christian Kaspar/firo

Düsseldorf.   Takashi Usami und Genki Haraguchi haben einen großen Anteil am Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Fortuna will beide Leihspieler behalten.

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Statistiken sagen gewiss nicht alles aus. Sie helfen aber häufig, eine Tendenz bei Bewertungen zu geben. So auch, wenn es um die Bedeutung von Takashi Usami und Genki Haraguchi für den Bundesliga-Aufstieg von Fortuna geht. Nachdem Haraguchi im Januar auf Leihbasis von Hertha BSC nach Düsseldorf kam, waren noch 16 Spiele zu absolvieren. 16 Spiele, in denen es um nicht weniger, als die Rückkehr in die Bundesliga ging. 29 Tore erzielte das Team von Trainer Friedhelm Funkel in dieser Zeit. Und an 14 Treffern (sieben Tore, sieben Vorlagen) waren die beiden japanischen Flügelstürmer beteiligt. Es ist somit wenig verwunderlich, dass die Verantwortlichen der Fortuna stark daran interessiert sind, auf beide auch im Kampf um den Klassenerhalt in der ersten Liga zurückgreifen zu können. Da haben bei Leihspielern aber naturgemäß die Stammvereine das letzte Wort – und das könnte zumindest in einem Fall zum Problem werden. Nach Informationen unserer Redaktion steht die Verpflichtung von Usami (FC Augsburg) bevor, während die Zeichen bei Haraguchi auf Abschied stehen.

Beide fühlen sich wohl

Beide Profis haben nach dem Aufstieg betont, wie wohl sie sich in der Landeshauptstadt fühlen, in der deutschlandweit die größte japanische Gemeinde lebt – neben der sportlichen Perspektive sicher eine gute Grundvoraussetzung für eine feste Verpflichtung. In Friedhelm Funkel haben sie zudem einen großen Fürsprecher. „Die beiden tun uns unheimlich gut“, sagt der Coach. Und Torjäger Rouwen Hennings erklärt, was die beiden so wertvoll macht: „Taka und Genki sind so gefährlich, dass sich die gegnerischen Abwehrreihen sehr auf sie konzentrieren müssen. Das schafft Räume für uns alle.“

Usami kam im vergangenen Sommer auf Leihbasis vom FC Augsburg an den Rhein. Das Gehalt – mehr als eine halbe Million Euro – übernahm zu großen Teilen der japanische Autoreifenhersteller Toyo Tires, ein Werbepartner Fortunas. Zudem handelten die Düsseldorfer ein Konstrukt aus, nach dem die Leihgebühr mit jedem Einsatz Usamis sank. Nun ist Augsburg bereit, den 26Jährigen, der beim FCA noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, komplett abzugeben. FCA-Manager Stefan Reuter und Fortunas Vorstandsboss Robert Schäfer stehen in Kontakt. Noch gibt es keine Einigung. Doch dem Vernehmen nach könnte es noch vor der Weltmeisterschaft zu einem Abschluss kommen.

WM als Preistreiber

Anders sieht die Sachlage bei Genki Haraguchi aus. Der 27-Jährige steht ebenso wie Usami im Kader der japanischen Nationalmannschaft für die WM in Russland – und sein Verein Hertha BSC sieht das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli als Chance, den Preis in die Höhe zu treiben. Der Plan der Berliner: Sollte Haraguchi seinen Marktwert mit guten Leistungen erhöhen, spekulieren die Verantwortlichen auf ein lukratives Angebot aus England. Andernfalls bleibt noch genug Zeit, Haraguchi anderweitig zu verkaufen. Dann könnte auch Fortuna wieder ins Rennen einsteigen. Bleibt die Frage, ob die Düsseldorfer so lange warten möchten. (erer)

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