Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf: Lutz Pfannenstiel wurde überschätzt

Räumt seinen Posten: Sportvorstand Lutz Pfannenstiel von Fortuna Düsseldorf.

Räumt seinen Posten: Sportvorstand Lutz Pfannenstiel von Fortuna Düsseldorf.

Foto: firo/Sebastian El-Saqqa / firo Sportphoto

Düsseldorf.  Mit der Trennung von Lutz Pfannenstiel setzt der Aufsichtsrat von Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf wieder auf Stallgeruch. Ein Kommentar.

Fortuna Düsseldorfs Aufsichtsrat ist prominent bestückt. Unter anderem gehört Frauen-Bundestrainerin Martina Voss dem Gremium an. Und die viermalige Europameisterin schwärmte kurz vor Weihnachten 2018 über Lutz Pfannenstiel in höchsten Tönen. Ihr Expertinnen-Urteil gegenüber der NRZ lautete damals: „Er hat uns begeistert.“

Der strahlende Eindruck, den der Fußball-Weltenbummler vor gut anderthalb Jahren beim Aufsichtsrat in Düsseldorf hinterlassen hatte, deckt sich allerdings nicht mit der Bilanz im Februar 2020. Die ist trübe. Man könnte also Pfannenstiel, dessen Netzwerk aufgrund seiner weltweiten Tätigkeit und Erfahrung unbestritten gut ist, leicht mehr Schein als Sein vorwerfen. Die in ihn gesetzten Erwartungen hat Lutz Pfannenstiel jedenfalls nicht erfüllt. Vielleicht wurde seine Expertise aber auch überschätzt.

Lutz Pfannenstiel beendet Vertrag bei Fortuna vorzeitig

Fortuna Düsseldorf steckt in der Abstiegszone der Bundesliga fest. Die Neuzugänge, die Pfannenstiel verantwortlich im Sommer an Land gezogen hatte, zünden nicht richtig. Dazu kommt die kürzliche Trennung von Trainer Friedhelm Funkel – im zweiten Versuch sozusagen nach der Trainingslager-Posse im Januar 2019 und der folgenden sportlichen Rettung unter Funkel.

Das alles mag sicher bei Pfannenstiels Entscheidung mit hineingespielt haben, seinen Vertrag in Düsseldorf vorzeitig zu beenden. Die familiären Gründe standen allerdings, so ist aus dem Aufsichtsrat glaubhaft zu hören, im Vordergrund. Soviel Fairness muss in der Bewertung sein bei aller Spekulation, die der Rückzug medial nun nach sich ziehen mag.

Fortuna Düsseldorf: Nachfolger Uwe Klein hat Stallgeruch

Wie geht Fortuna Düsseldorfs oberstes Gremium mit der Situation um? Pfannenstiel ist bis zum Arbeitsende am 31. Mai politisch eine „lahme Ente“. Also ein Mitarbeiter, der nicht mehr wirklich die weitere Planung für die neue Saison beeinflussen kann. So viel steht fest.

fortuna düsseldorf - alle news zum traditionsvereinOb da eine sofortige Freistellung vom Amt Sinn macht? Gedanken dahingehend hängen auch davon ab, ob Pfannenstiel für die neue Saison schon eine andere Herausforderung im Auge hat. Also möglicherweise in seiner Fortuna-Zeit bereits anderweitig unterwegs ist.

Nachfolger Uwe Klein ist einer mit Stallgeruch. Das mögen sie bei Fortuna Düsseldorf. So gesehen hat langjährige Co-Trainer und Scout schon einmal deutlich bessere Voraussetzungen beim Anhang als sie Pfannenstiel je besessen hat.

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