Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf wurde zum Stolperstein für den BVB

Kein Durchkommen: Dortmunds Marco Reus wird von den Fortunen Niko Gießelmann (li.), Kaan Ayhan und Marcel Sobottka (verdeckt) gestoppt.

Kein Durchkommen: Dortmunds Marco Reus wird von den Fortunen Niko Gießelmann (li.), Kaan Ayhan und Marcel Sobottka (verdeckt) gestoppt.

Foto: Imago

Düsseldorf.   In der Hinrunde verlor Borussia Dortmund nur gegenFortuna Düsseldorf. Am Samstag kommt es zum Rückspiel. Aufsteiger ist Zünglein an der Waage.

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Der Kapitän entlarvte die Dortmunder Überheblichkeit höchst selbst. „Ich weiß jetzt nicht, wie mein Gegenspieler hieß, aber...“, sagte Marco Reus im vergangenen Dezember. Der Gegenspieler hieß und heißt Marcel Sobottka und hatte Reus und dem BVB mit Fortuna Düsseldorf gerade die erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga zugefügt. Bis zu jenem Tag waren die Dortmunder mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit zur Herbstmeisterschaft marschiert. Im Rückblick könnte eben dieses 1:2 in Düsseldorf als ein Grund für die verpasste Meisterschaft der Borussen herhalten müssen. Am Samstag (15.30 Uhr) im Rückspiel geht es für Dortmund nun im Fernduell mit Bayern München, das vier Punkte voraus ist, um nicht weniger als die letzte Chance auf den Titel. Die bereits gerettete Fortuna plant, mit ihren Tugenden erneut den Stolperstein zu geben.

Anerkennendes Nicken

Wenn Friedhelm Funkel beginnt, über das Hinspiel zu sprechen, werden seine ersten Worte von einem anerkennenden Nicken begleitet. „Ja“, sagt Fortunas Trainer, „das war schon top. Wir haben sie immer wieder in unserem Verteidigungsnetz eingefangen und ihnen fast keine Torchance gestattet. Das war taktisch nahe an der Perfektion – und das sage ich nicht oft.“ Fortuna lebte an diesem Tag vor allem von der im heutigen Fußballdeutsch oft zitierten Kompaktheit. Aus dieser stabilen Defensive heraus setzten die Düsseldorfer immer wieder zu Angriffszügen an. Dodi Lukebakio und Jean Zimmer, der für seinen Treffer sogar mit der Medaille für das „Tor des Monats Dezember“ ausgezeichnet wurde, schossen das 2:0 heraus. Paco Alcacers Anschlusstreffer kam zu spät. So will Fortuna auch am Samstag wieder auftreten: mit viel Kampf, aber auch mit reichlich spielerischen Elementen, die sich das Team über die Saison erarbeitet hat.

Bei aller Begeisterung hält Funkel aber nichts davon, zu ausgiebig auf diesen 2:1-Sieg zurückzublicken. „Mit dem Hinspiel hat das am Samstag nichts mehr gemein“, sagt der Coach. „Das ist jetzt eine ganz andere Konstellation. Es werden andere Spieler auf dem Platz stehen, die Mehrzahl der Zuschauer ist auf Dortmunder Seite.“ Aber Funkel stellt auch klar: „Wir haben keine Angst, wir haben Vorfreude.“

Klopp-Motto übernommen

Die Borussen beschwören in diesen Tagen ein etwas anderes Credo. Kurzerhand wurde das Motto „Never give up“, das Jürgen Klopp und sein FC Liverpool vor dem sensationellen 4:0 in der Champions League gegen Barcelona am Dienstag ausgegeben hatten, übernommen. Und so schwebt der Geist des Ex-Trainers über dem Dortmunder Vereinsgelände.

„Die Meisterschaft wird erst am letzten Spieltag entschieden“, sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und setzt damit sowohl einen Patzer der Bayern in Leipzig als auch einen eigenen Sieg gegen die Düsseldorfer voraus. Borussias Trainer geht da schon mit deutlich mehr Demut an die Aufgabe heran. Lucien Favre hat die erste Saisonniederlage freilich noch im Hinterkopf, warnt davor, die Fortuna ein zweites Mal zu unterschätzen. „Düsseldorf ist eine sehr, sehr unangenehme Mannschaft“, sagt er.

Niko Kovac hofft auf Schützenhilfe

Bayern-Trainer Niko Kovac hatte das Düsseldorfer Duell mit Dortmund schon vor einem Monat auf dem Plan. Nach dem 4:1-Erfolg der Bayern in Düsseldorf gab er Funkel mit auf den Weg: „Vielleicht könnt ihr uns ja etwas Gutes tun.“ Funkel betont nun aber, dass er sich nicht vor irgendeinen Karren spannen lassen möchte. „Ich habe zu beiden Vereinen ein gutes Verhältnis“, sagt der 65-Jährige. „Die Mannschaften müssen schon jeweils selbst dafür sorgen, ihre großartige Saison zu krönen.“

Schlecht für den BVB ist in jedem Fall, dass Marco Reus aufgrund seiner Roten Karte im Derby gegen Schalke noch für ein Spiel gesperrt ist. Gut für Reus ist hingegen, dass er deshalb nicht nochmal gegen Sobottka, der nach auskuriertem Muskelfaserriss wohl wieder im Kader stehen wird, ins Duell muss und somit auch nicht in die Verlegenheit kommen wird, seinen nicht Namen zu kennen. (erer)

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