DFB-Pokal

Fortuna verpasst die Pokal-Überraschung

Der bittere Moment in der 52. Minute. Der Favorit ging in Front: Thorgan Hazard tankte sich in den Strafraum und schloss aus kurzer Distanz  ab. Foto:Imago

Der bittere Moment in der 52. Minute. Der Favorit ging in Front: Thorgan Hazard tankte sich in den Strafraum und schloss aus kurzer Distanz ab. Foto:Imago

Trotz starker Leistung unterliegen die Düsseldorfer im Derby gegen Gladbach 0:1. Gießelmann verpasst vom Punkt die Riesenchance zum Ausgleich.

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Fortuna Düsseldorf bot in der zweiten Runde des DFB-Pokals im großen Derby dem Bundesligisten Borussia Mönchengladbach lange Zeit Paroli, bekam einen Elfmeter zugesprochen und verpasste trotzdem die große Überraschung. Die 51 500 Zuschauer sahen eine über weite Strecken starke Fortuna, doch der große Jubel auf Düsseldorfer Seite blieb aus: 0:1. Am Ende fehlte die Kraft und spielerischen Mittel, um sich gegen die „Fohlen“ durchzusetzen.

Hennings kehrte zurück

Friedhelm Funkel war vor der Partie in seinen taktischen Variationsmöglichkeiten durch zwei Sperren limitiert. Kaan Ayhan und Lukas Schmitz saßen noch Sperren aus vergangenen Pokalspielen ab. So blieb dem Trainer nicht viel anderes übrig, als ein 4-4-2-System mit Robin Bormuth und Julian Schauerte in der defensiven Viererkette aufzustellen. Im Sturm kehrte Rouwen Hennings nach Ruhepause gegen Darmstadt zurück in die Startelf.

Fortuna blieb in Lauerposition und versuchte durch geschicktes Verschieben der defensiven Linien, die Borussia vom Düsseldorfer Kasten fernzuhalten. In den ersten 25 Minuten gelang das hervorragend. Zwar brachen die „Fohlen“ gelegentlich aus, am Ende hatte ein Fortune immer noch den Fuß am Ball.

Druck der Fortuna

Den Rot-Weißen gelang es sogar, den Bundesligisten im wieder unter Druck zu setzen. Nach einer halben Stunde Spielzeit drehte Fortuna auf und verpasste gleich zweimal in wenigen Minuten den Führungstreffer nur knapp. Zuerst enteilte Jean Zimmer in der 33. Minute, geschickt per sensationellem Pass von Florian Neuhaus. Doch der Außenstürmer wurde von der Gladbacher Abwehr eingeholt und ließ sich im Strafraum fallen. Das sorgte für großes Geschrei im Stadion, doch Schiedsrichter Manuel Gräfe verweigerte korrekterweise einen Elfmeter. Zimmer selbst sah die Szene anders: „Ich habe einen Kontakt gespürt, für mich war das ein Foul, aber am besten ist es, wenn ich vorher schieße. Dann kommt es erst gar nicht zu der Situation.“

Nur zwei Minuten später kam Benito Raman aus halblinker Position zum Schuss. Gefühlvoll zirkelte er die Kugel aus etwa 20 Metern Richtung Winkel. Doch der Ball senkte sich etwas zu spät und streifte nur das Außennetz. Kurz vor der Pause forderte dann die Gladbacher vehement einen Elfmeter. Raffael stürzte im Zweikampf mit Robin Bormuth, auch hier ließ der Unparteiische weiterspielen.

Hazard trifft aus kurzer Distanz

Nach dem Wiederanpfiff erhöhte die Borussia den Druck. Ein kurzer Moment der Düsseldorfer Unachtsamkeit reichte aus, und die Gäste gingen nach 52 Minuten in Führung. Thorgan Hazard spielte sich mit einem gekonnten Haken frei. Diesmal kam niemand zur Rettung und so netzte der Belgier zum 1:0 ein. Nur drei Minuten später köpfte Rouwen Hennings beinahe zur direkten Antwort. Doch sein Kopfball landete genau in den Armen vom Schlussmann Yann Sommer.

Nun stand Fortuna vor der schwierigen Aufgabe, für den Ausgleich mehr investieren zu müssen, ohne zu große Löcher in der Verteidigung zuzulassen. Die Düsseldorfer Abwehr blieb zwar stabil, doch Torraumszenen blieben auch vor dem Tor der „Fohlen“ Mangelware.

Dann bot sich Fortuna ganz unverhofft die Riesenchance. In der 72. Minute ging Niko Gießelmann nach einem Duell mit Jantschke zu Boden – und dieses Mal entschied Schiri Gräfe auf Elfmeter für Fortuna. Gießelmann trat selbst an und verpasste die große Ausgleichschance. Das Leder knallte nur gegen den Pfosten.

Kraftleistung forderte ihren Tribut

Nach dem verschossenen Elfer folgte bei den Rot-Weißen die große Ratlosigkeit. Die Kugel zirkulierte hauptsächlich zwischen der Abwehrkette, Fortuna fand kein Mittel, die Borussia in Bedrängnis zu bringen. Die Kraftleistung, die Abwehr gegen den Tabellenachten der Bundesliga dichtzuhalten, forderte ihren Tribut. „Gladbach hat uns viel laufen lassen, das hat Kraft gekostet“, gestand Rouwen Hennings und zeigte sich etwas unzufrieden über die letzten Spielminuten: „Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir gegen Ende nochmal den mutigeren Pass nach vorne spielen.“ So laut Fortunas Fans ihre Mannschaft nach vorne brüllten, es reichte nicht mehr. Bis zum Abpfiff gelang es den Gästen, die knappe Führung souverän über die Zeit zu bringen.

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