Fußball-Bundesliga

Friedelm Funkel freut sich riesig aufs Derby gegen Köln

Friedhelm Funkel sprüht vor Vorfreude: Es ist nach 502 Bundesliga-Partien sein erstes rheinisches Derby.

Friedhelm Funkel sprüht vor Vorfreude: Es ist nach 502 Bundesliga-Partien sein erstes rheinisches Derby.

Foto: Marius Becker / dpa

Düsseldorf.  Wie seine Spieler spürt auch Fortunas Trainer Friedhelm Funkel vor dem Derby am Sonntag gegen den 1. FC Köln ein besonderes Kribbeln.

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Vor einem Fußball-Derby, das derartig große Emotionen verspricht wie das von Fortuna Düsseldorf gegen den 1. FC Köln, bemühen sich die Verantwortlichen vor allem um Sachlichkeit. „Es wird am Sonntag ein tolles Fußballfest“, sagt Trainer Friedhelm Funkel. „Ich freue mich sehr darauf, aber vor allem wünsche ich mir, dass es friedlich bleibt. Die Fans sollen singen und anfeuern, was das Zeug hält, sie dürfen sich gern auch mal verbal attackieren, denn das gehört im Fußball dazu. Aber hoffentlich lassen sie all das weg, was nicht zum Fußball gehört.“

Die Sorge darum, dass das große Fest in der Arena (Anstoß 15.30 Uhr) durch Ausschreitungen gestört werden könnte, ist nicht wegzudiskutieren. Dennoch dominiert bei den Düsseldorfern die immense Vorfreude, das „besondere Kribbeln“, das selbst der alte Fahrensmann Funkel bei sich ausgemacht hat. Kein Wunder: 502 Bundesligaspiele hat er als Trainer bislang hinter sich gebracht, aber es ist sein erstes Derby Düsseldorf gegen Köln.

Erstes Bundesliga-Derby seit 22 Jahren

In seiner Mannschaft steht zwar kein einziger gebürtiger Düsseldorfer. Aber was es bedeutet, nach 22 Jahren Abstinenz wieder ein Bundesliga-Derby gegen den südlichen Nachbarn zu bestreiten, wisse jeder im Team, versichert Funkel: „Die Jungs spüren alle das Derbyfeeling. Das hat man in allen unseren drei Spielen gegen Gladbach gesehen, und das merkt man jetzt ganz besonders. Das Stadion ist ausverkauft, die Berichterstattung ist intensiver, das Publikum heißer.“

So „heiß wie Frittenfett“ sogar, hat Mittelfeldspieler Marcel Sobottka ausgemacht, als er nach dem 2:1-Pokalsieg über den FC Erzgebirge Aue mit den Kollegen vor die Südtribüne gegangen war. Und dort schworen die treuesten Anhänger, die in einigen wackligen Phasen des Pokalspiels wieder ihren besonderen Wert für das Team unter Beweis gestellt hatten, in intensiven Gesprächen die Spieler so richtig auf Köln ein. „Mich kann man gut anstacheln“, berichtet Mittelfeldmotor Alfredo Morales, „und das haben die Fans richtig gut gemacht. Ich bin heiß, und jetzt müssen wir einfach sehen, was passiert.“ Sportlich macht sich der US-Nationalspieler wenig Gedanken: „Wir haben einen Topkader, und wir werden am Sonntag eine gute Mannschaft auf dem Platz haben, die eine Topleistung hinlegen wird.“

FC hat sich stabilisiert

Die wird es gegen den FC allerdings brauchen, denn der hat sich Funkel zufolge in den jüngsten Bundesligapartien stabilisiert – mit Ausnahme der Pokalpleite beim Viertligisten Saarbrücken, versteht sich. Von der hatte Morales selbst einen Tag später noch gar nichts mitbekommen. „Ich verfolge die nicht, keine Ahnung“, sagt er mit entwaffnendem Grinsen. „Aber unabhängig vom Pokalergebnis werden die Kölner genauso motiviert sein, es wird ein geiles Spiel werden. Die werden keine Chance haben, hier bei uns etwas zu holen – mit dieser Einstellung müssen wir in das Spiel gehen.“

Auch Sobottka lässt sich vom Kölner Pokal-Aus nicht blenden. „Ich habe schon ein paar Derbys gespielt, wenn auch in anderen Konstellationen“, so der gebürtige Gelsenkirchener. „Die Ergebnisse davor spielen dann keine große Rolle mehr, da kann immer alles passieren.“

Realismus und Vorfreude – mit dieser Mischung wollen die Düsseldorfer die Partie angehen. Ganz im Sinne ihres Trainers, der aus seiner Verbindung zum FC nie ein Hehl gemacht hat. „Ich möchte die Zeit in Köln nicht missen“, sagt er. „Aber jetzt bin ich schon viel länger bei Fortuna, als ich damals beim FC gearbeitet habe. Deshalb ist mir die Fortuna schon ein Stück weit mehr ans Herz gewachsen.“

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