Fußball-Bundesliga

Rouwen Hennings ist der 1:0-Spezialist der Fortuna

Rouwen Hennings schreit seine Freude heraus. Er hat gegen Köln getroffen. Natürlich zum 1:0.

Rouwen Hennings schreit seine Freude heraus. Er hat gegen Köln getroffen. Natürlich zum 1:0.

Foto: Uwe Kraft / imago

Düsseldorf.  Fortunas Rouwen Hennings hat bereits sechs Saisontreffer auf seinem Konto. Kurios: Jeder einzelne bedeutete das 1:0 für die Düsseldorfer.

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Es war eine schwere Geburt, bis der neue Vertrag für Rouwen Hennings beim Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf unter Dach und Fach war. Über Monate vertagten sich Sportvorstand Lutz Pfannenstiel auf der einen sowie Hennings und sein Berater Jürgen Milewski auf der anderen Seite immer wieder – dabei waren sich Stürmer und Verein doch grundsätzlich immer darüber einig gewesen, weiter zusammenarbeiten zu wollen. Einziger Haken war dabei die Laufzeit des Kontraktes, denn da können ein 32-jähriger Fußballprofi und sein Brötchengeber schon mal unterschiedlicher Meinung sein.

Die Fußballfans in der Landeshauptstadt sind froh, dass man sich letztlich auf eine kreative Lösung mit einem Ein-Jahres-Vertrag, der sich über eine Einsatzquote zweimal verlängern kann, geeinigt hat. Denn Hennings ist für Fortuna wertvoller denn je: Beim stürmisch umjubelten 2:0-Derbysieg über den Erzrivalen 1. FC Köln erzielte er bereits seinen sechsten Saisontreffer.

Eine ganz besondere Marke

Das allein ist für den Angreifer einer Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpft, schon sehr bemerkenswert, handelt es sich doch exakt um die Hälfte des gesamten Torkontos der Düsseldorfer. Zusätzlich jedoch setzte der Norddeutsche eine ganz besondere Marke: Jeden seiner sechs Bundesligatreffer in der laufenden Spielzeit erzielte er zum 1:0 – dann also, wenn die gegnerischen Abwehrreihen in aller Regel noch voll konzentriert und motiviert sind.

„Rouwen hat eben eine ganz besondere Qualität“, lobt Trainer Friedhelm Funkel. „Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Deshalb freue ich mich auch total, dass er weiter bei uns bleibt, das habe ich mir sehr gewünscht. Zum Glück fühlt er sich in Düsseldorf ebenso wie seine ganze Familie sehr wohl – und ich mich mit ihm auch.“

Die kuriose 1:0-Serie begann schon am ersten Spieltag mit dem Führungstreffer bei Werder Bremen. Da setzte Hennings den Ball mit seinem starken linken Fuß ins Netz. Danach freilich lastete vorübergehend ein Fluch auf Hennings’ Toren. Im Spiel bei Eintracht Frankfurt erzielte der dreifache Vater ebenso das 1:0 wie zu Hause gegen den SC Freiburg und bei Hertha BSC – doch alle Spiele gingen dennoch verloren.

„Den holst du nie ein“

Erst am 19. Oktober riss diese schwarze Serie: Hennings’ Kopfball zum 1:0 gegen Mainz genügte für drei Punkte. Das sechste 1:0 war am Sonntag gegen den 1. FC Köln fällig, und diesmal konnte Fortuna sogar durch Erik Thommy nachlegen. „Das 2:0 macht Erik sensationell“, kommentiert Hennings. „Ich habe zwei Schritte lang nachgedacht, ob ich noch mitlaufen soll, dachte dann aber: Den holst du nie ein.“

Realistische Selbsteinschätzung ist eben eine weitere Qualität des gebürtigen Bad Oldesloers. Hennings macht in jedem Spiel das, was er am besten kann: laufen, kämpfen, den Gegner attackieren – und Tore schießen. Gerne auch nervenstark per Elfmeter wie schon zweimal in dieser Saison. Schade eigentlich, dass an der Spitze der Bundesliga-Torschützenliste der Münchner Robert Lewandowski mit 14 Treffern schon so weit enteilt ist; da wird der drittplatzierte Hennings nicht mehr herankommen. Ob er sich denn auch über die silberne oder bronzene Torjägerkanone freuen würde? „Die gibt’s ja gar nicht“, sagt er trocken. „Und wenn, dann hätte ich trotzdem lieber die goldene.“ Man muss sich ja Ziele setzen. (jol)

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