Fußball-Bundesliga

Wechsel zu Hertha: Lukebakio hat sich klassisch verpokert

Wurde in Düsseldorf zu einem großen Namen: Dodi Lukebakio – hier im Training bei Fortuna im März.

Wurde in Düsseldorf zu einem großen Namen: Dodi Lukebakio – hier im Training bei Fortuna im März.

Foto: Janning

Düsseldorf.  Dodi Lukebakio wollte zu einem Topklub wechseln. Gelandet ist er bei Hertha BSC. Es ist fraglich, ob das wirklich ein Schritt nach vorne ist.

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Nach dem letzten Saisonspiel ist Dodi Lukebakio aufgewühlt. „Es fühlt sich ein bisschen so an, als würdest du mit deiner Familie leben und dann aufs Internat geschickt werden“, sagt er. „Es ist schwierig, denn eigentlich will man nicht aufs Internat.“ Lukebakio hat von Fortuna Düsseldorf die Bühne bekommen, sich der großen Fußballwelt zu präsentieren. Und er hat sie genutzt. Vor allem bei seinem Glanzstück in München, als er Welttorhüter Manuel Neuer drei Tore einschenkte und den Düsseldorfern mit dem 3:3 bei den Bayern einen Nachmittag für die Geschichtsbücher lieferte. Es ist eine Geschichte, die alle Beteiligten mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklässt. Doch hätte es nicht noch einen weiteren Akt bis zum Happy End geben können? In der Theorie schon. In der modernen Fußballwelt aber eben nicht.

Lukebakio, der vom FC Watford ausgeliehen war, wechselte in seiner kurzen Zeit bei Fortuna mehrmals seine Berater. Was selten ein gutes Zeichen ist. Der 21-Jährige selbst erklärte häufig, dass er sich in Düsseldorf wohlfühle und sich einen Verbleib vorstellen könne. Doch stets schob er einen vielsagenden Satz hinterher: „Aber das entscheiden andere.“ Bei den Verantwortlichen in Düsseldorf wurde hinter vorgehaltener Hand jedenfalls wenig Gutes über Lukebakios Berater erzählt – zumal nicht mal die Zuständigkeiten zwischen den Beratern genau geklärt schienen und so oft unklar blieb, wer denn nun der richtige Ansprechpartner ist.

Den Kopf verdreht

Der Verdacht liegt nahe, dass die Berater ihrem Klienten etwas den Kopf verdreht haben. Deshalb sagt Friedhelm Funkel nun: „Ich glaube nicht, dass er beim Abschied von uns daran gedacht hat, zu Hertha BSC zu gehen. Er hat sich andere Klubs vorgestellt. Aber so weit ist er noch nicht.“ Fortunas Trainer und die Spieler versuchten alles, um Lukebakio davon zu überzeugen, noch ein Jahr in Düsseldorf zu bleiben und dann den Schritt zu einem großen Klub zu machen. Dawid Kownacki wählte diesen Weg, bekannte sich zu Fortuna und bleibt. Auch, weil sein Berater voll hinter diesem Schritt steht. „Doch Lukebakios Wunsch war es, Champions League zu spielen“, erklärt Funkel.

Daraus wurde aber nichts. Die großen Klubs winkten ab. Denn: Bei allen Anlagen muss Lukebakio noch viel lernen, vor allem was Defensivaufgaben und Mentalität angeht. Hertha BSC war aber schließlich bereit, rund 20 Millionen Euro an den FC Watford zu überweisen. Die Berliner spielen allerdings nicht international, landeten in der vergangenen Saison auf dem elften Platz, einen Rang hinter Fortuna. „Es ist ein guter Schritt, in der Bundesliga zu bleiben“, sagt Funkel.

Ob es aber nicht der bessere gewesen wäre, bei Fortuna im gewohnten Umfeld zu bleiben, wird sich zeigen. Klar ist: Die Berater verdienten am Transfer nach Berlin mehr Geld als an einem Verbleib in Düsseldorf. (erer)

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