Fußball

Zuschauerzahl bei der Fortuna steigt nur langsam

Anke und Hans Abel sind seit Jahrzehnten treue Fortuna-Fans und tragen Selbstgestricktes. Foto:Schulze

Anke und Hans Abel sind seit Jahrzehnten treue Fortuna-Fans und tragen Selbstgestricktes. Foto:Schulze

Wer gehofft hatte, die Anhänger würden angesichts der Tabellenführung ins Stadion strömen, sieht sich bislang getäuscht. Florian Neuhaus gesperrt

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Anke und Hans Abel sind auf dem Weg in die Esprit-Arena. Seit Jahrzehnten versäumen sie kein Heimspiel ihrer Fortuna. Sie sind aber nicht nur treu, sondern auch kreativ. So greift Anke Abel gerne zu Wolle und Nadel und strickt. „Nicht nur die Pullover, sondern alles, auch Schal und Mütze“, sagt ihr Mann Hans stolz. Im Urlaub auf Fehmarn sind die Fan-Utensilien entstanden. „In drei Wochen“, sagt die leidenschaftliche Handarbeiterin. Drei Wochen, in denen sie tagtäglich an ihren Verein dachten.

1957 das erste Fortuna-Spiel gesehen

Hans Abel ist vor 71 Jahren in der Mühlengasse in der Altstadt geboren. 1957 hat er sein erstes Fortuna-Spiel gesehen. „Mein Onkel hat mich mit dem Moped mitgenommen“, erinnert er sich noch ganz genau. „Seitdem gehe ich zur Fortuna.“ Die Anreise erfolgt aber längst nicht mehr mit dem Zweirad, sondern mit dem Auto von Monheim aus, wo das Paar seit Jahren lebt.

Die beiden haben Dauerkarten. „In der Kurve, Block 42“, sagt Hans Abel und hat die Karte schon gezückt – Stehplatz. „Wenn wir eines Tages alt sind, dann nehmen wir einen Sitzplatz“, sagt er und erzählt sofort, wie er sich die Anhänger wünscht: „Wir schlagen uns nicht und beschimpfen weder gegnerische Spieler noch Vereine. Wir lieben den Fußball und unsere Fortuna.“

Treue Fans

Fortuna hat treue Fans, wenngleich nicht alle derart leidensfähig sind. So war die Zuschauerzahl nach dem Bundesligaabstieg kontinuierlich gesunken – bis auf 25 897 im Schnitt in der Saison 2015/16. Mit der Verpflichtung von Trainer Friedhelm Funkel schaffte der Verein es, die Talsohle zu durchschreiten und einen neuen sportlichen Aufwärtstrend einzuleiten. In der vergangenen Saison zeichnete er sich mit 25 978 Besuchern leicht ab, inzwischen liegt er bei 27 126 Fans.

Funkel konnte sich vor dem Heimspiel gegen Heidenheim nicht des Eindrucks erwehren, dass die Zahl stagniert. „20 000 oder 22 000 kommen immer in der zweiten Liga“, sagte er. Das ist hypothetisch. Eines aber scheint sicher: So wenig, wie die Zuschauerzahl nach dem Abstieg eingebrochen ist, so wenig explodiert sie auch aufgrund der Tabellenführung. Die Anhänger haben sich peu a peu abgewendet, sie müssen ähnlich Woche für Woche zurückgewonnen werden.

Die Zuschauerzahl der Aufstiegssaison 2011/12 von 32 036 kann durchaus erreicht werden, auch wenn die Stimmung eine andere ist als vor sechs Jahren. Damals war der Bundesligaaufstieg die Krönung eines eineinhalb Jahrzehnte währenden Aufwärtstrends. Entsprechend groß waren die Sehnsucht und die Euphorie. Hans Abel erinnert sich gerne daran zurück: „Wir haben immer zum Verein gestanden, auch in Freialdenhoven.“

Florian Neuhaus drei Spiele gesperrt

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat Florian Neuhaus wegen krass sportwidrigen Verhaltens für drei Spiele gesperrt. Gegen Heidenheim war der Mittelfeldakteur in der Nachspielzeit mit Mathias Wittek aneinander geraten. Schiedsrichter Lasse Koslowski hatte die Szene nicht gesehen. Daher ermittelte der DFB-Kontrollausschuss. Fortuna hat dem Urteil zugestimmt. Neuhaus fehlt damit in Ingolstadt, gegen Dresden und in Kiel.

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