Fußball-Relegation

Duisburg 08 kehrt in die Bezirksliga zurück

Kurz vor Spielende hatten die Auswechselspieler von Duisburg 08 bereits in den Partymodus geschaltet.

Kurz vor Spielende hatten die Auswechselspieler von Duisburg 08 bereits in den Partymodus geschaltet.

Foto: Simon Kieser / Funke Foto Fotoservices

Duisburg.   Duisburg 08 gewinnt das Relegationsrückspiel gegen den TV Voerde und steigt in die Bezirksliga auf. Doppelschlag ebnet den Weg zum Sieg.

Als Egzon Krasniqi aus kürzester Entfernung den Ball mit dem Kopf über die Linie bugsierte, hatten seine Teamkollegen auf der Mannschaftsbank längst in den Feiermodus geschaltet. Schon vor dem Treffer zum 4:0 (0:0)-Endstand gegen den TV Voerde sangen die Fußballer von Duisburg 08: „Nie mehr, Kreisliga! Nie mehr!“

Als das Spiel vorbei war, kannte der Jubel der 1150 Zuschauer, so sie es mit den Hochfeldern hielten, keine Grenzen. Yüksel Kilic hätte in diesem Moment die Welt umarmen können: „So einen Aufstieg wünsche ich jedem. Diese Woche, die Vorbereitung auf dieses Spiel, dann dieser Sieg – das ist unbeschreiblich.“ Duisburg 08 kehrt nach dem 3:2-Erfolg im Hinspiel über die Entscheidungsspiele der A-Liga-Meister in die Fußball-Bezirksliga zurück.

Voerdes Co-Trainer ärgert sich

Der 08-Abwehrexperte beschrieb das, was alle Sportler nach einer erfolgreichen Relegation empfinden. Auf der Gegenseite sah die Stimmung freilich anders aus: „Ich verstehe zum einen nicht, wie man einem derart großen Kreis mit zwei A-Ligen nur einen Aufsteiger zubilligen kann, und zum anderen, wie man die Relegation derart spät ansetzen kann“, so Voerdes Co-Trainer Marc Scotti. So verpasste sein Cheftrainer Jörg Lieg das Relegationsrückspiel urlaubsbedingt. Und die TVV-Spieler hatten die vergangene Woche bei der Jahresabschlussfahrt verbracht, „weil keiner damit gerechnet hat, dass wir zu diesem Zeitpunkt der Saison noch spielen. Die reguläre Saison ist seit drei Wochen vorbei“, so Scotti.

Scotti erkannt aber auch sportlich fair an: „Duisburg 08 hat völlig verdient gewonnen.“ DFV-Trainer Berkan Serifoski konnte die Emotionen auf der Gegenseite nachvollziehen. „Voerde hätte den Aufstieg verdient gehabt.“ Die Leistung seiner eigenen Mannschaft zauberte dem Coach aber ein Lachen ins Gesicht. Ob er mit einem derart souveränen Auftritt gerechnet hätte? Serifoski nickte. „Darauf haben wir hin gearbeitet. Drei Jahre lang war das unser Ziel. Nun haben wir es geschafft.“

Bei brütender Hitze ist 08 das bessere Team

Die Hochfelder waren bereits in der ersten Halbzeit bei brütender Hitze das bessere Team, hatten ein klares Chancenplus. Da es beim 0:0 blieb, blieb es auch immer gefährlich, weil Voerde einige gute Gelegenheiten hatte. Kilic blieb derweil entspannt. „Man darf nicht vergessen, dass unsere Offensive zu großen Teilen erst in ihrem zweiten Seniorenjahr ist, dafür haben wir eine sehr erfahrene Abwehr“, erklärte der 33-Jährige. Mit anderen Worten: Die alten Haudegen haben den Jungspunden Rücken freigehalten.

Da die Europapokalregelung im Falle eines Gesamtremis zur Anwendung gekommen wäre, hätte den 08ern sogar eine 0:1- oder 1:2-Niederlage gereicht. So weit kam es nicht. Nach einem Freistoß traf Adriano Secondino per Kopf zur Führung (50.); kaum zwei Minuten später machte Jeong-hoon Ahn mit dem 2:0 alles klar. Zudem kassierte Voerdes André Kühnen – etwas überzogen – Rot. Cagri Düven (76.) und Egzon Krasniqi (89.) machten es deutlich.

DFV 08: Onukogu – Secondino, Kilic, Elshani (55. Karabel), Muzaffer (80. Suözer) – Sall, Düven, Ahn, Rustemi – Krasniqi, Serifoski (71. Sener).

Tore: 1:0 Secondino (50.), 2:0 Ahn (52.), 3:0 Düven (76.), 4:0 Krasniqi (89.).

Rote Karte: Kühnen (62., Voerde, Foulspiel).

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