Wolze

Kevin Wolze, der letzte Jedi-Ritter des MSV Duisburg

Der Zebra-Jedi-Ritter: Kevin Wolze feiert einen Torerfolg mit einem imaginären Laserschwert.

Foto: Marc Bohla/ Imago

Der Zebra-Jedi-Ritter: Kevin Wolze feiert einen Torerfolg mit einem imaginären Laserschwert. Foto: Marc Bohla/ Imago

Almancil.   Kevin Wolze entwickelte sich bei den Zebras zur Persönlichkeit. Der Kapitän mahnt im Kampf um den Klassenerhalt zur Konzentration.

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Mannschaftskapitän Kevin Wolze blickt zum Abschluss der Presserunde im Ria-Park-Hotel in Almancil aus dem Fenster und sagt: „Könnt Ihr mal die Wolken wegschieben?“ Das ist ungewöhnlich für die Algarve: Am Dienstag begleitete Dauerregen die Zweitliga-Fußballer des MSV Duisburg bei der Arbeit im Trainingslager in Portugal. Das mit den Wolken dürfte sich bis zum Mittwoch erledigt haben. Es soll wieder sonnig werden.

Als Kevin Wolze im Jahr 2011 zum MSV kam, waren die Zebras im Winter Stammgäste in der Türkei. Nun bereiten sich die Meidericher zum zweiten Mal in Folge an der Algarve auf die Restrückrunde vor. „Das Klima in Portugal ist viel angenehmer. Wenn es hier regnet, geht hier nicht sofort die Welt unter“, denkt Wolze dabei an so manche Wetter-Kapriole in der Türkei. Der Mann fühlt sich an der Algarve wohl.

„Es läuft für mich“

Als Wolze vor sechseinhalb Jahren vom VfL Wolfsburg zum MSV kam, ahnte er noch nicht, dass er in Duisburg dauerhaft heimisch werden und zum Führungsspieler aufsteigen würde. Hinter Urgestein Branimir Bajic ist der 27-Jährige das dienstälteste Zebra.

In Portugal spricht Wolze über einen Reifeprozess. Dabei hat sich Wolze Teile seiner jugendlichen Frische noch bewahrt. Zuletzt bejubelte der Linksverteidiger seine Tore als Zebra-Jedi-Ritter mit einer Laserschwertgeste. Im Dezember leistete sich der Flügelspieler ein neues Tattoo, ein Kartenspiel-Motiv am Unterarm. Wolze, mittlerweile Familienvater, sagt aber: „Ich bin beim MSV erwachsen geworden und zur Persönlichkeit gereift.“

Im Sommer übernahm er das Kapitänsamt von Branimir Bajic. Mit der Binde am Arm bestreitet Wolze die vielleicht beste Saison seiner Karriere. Der gebürtige Wolfsburger unterschreibt diese Einschätzung: „Ich war noch nie so konstant wie jetzt. Es läuft für mich.“

Die Kritiker widerlegt

Vor der Saison machten viele Experten die Außenverteidigerpositionen als Schwachstellen im MSV-System aus. Während es auf der rechten Außenbahn länger dauerte, bis Trainer Ilia Gruev mit Enis Hajri die passende Lösung fand, lieferte Wolze auf der linken Seite von Saisonbeginn an solide Leistungen ab und nahm so seinen Kritikern den Wind aus den Segeln.

Kevin Wolze steht noch bis 2019 unter Vertrag. Er kann sich schon jetzt vorstellen, noch länger beim MSV zu bleiben: „Warum soll ich wechseln, wenn ich mich hier wohlfühle?“

In den kommenden Wochen will Wolze seinen Beitrag zum Klassenerhalt leisten. Als Kapitän fällt ihm auch die Rolle des Mahners zu. Die nimmt der ehemalige Jugendnationalspieler auch wahr. „Die Liga ist sehr eng. Da können sich die Dinge sehr schnell verändern. Wir konzentrieren uns weiter auf den Klassenerhalt“, sind 26 Punkte und Platz sieben für Wolze kein Grund, sich zurückzulehnen.

„Mit 26 Punkten steigst du ab. Außerdem glaube ich, dass in dieser Saison mehr Punkte als sonst für den Klassenerhalt erforderlich sein werden“, warnt Wolze, der ein einfaches Rezept für die nächsten Wochen hat: „Wir wollen unsere Leistungen aus dem letzten Jahr bestätigen.“

>>Zeaiter muss pausieren

Daniel Zeaiter, dritter Torwart bei den Zebras, musste am Montag und am Dienstag im Trainingslager an der Algarve noch pausieren. Der Keeper hatte sich am Sonntag beim Hallenturnier in Gummersbach einige Blessuren zugezogen.

Mark Flekken und Cauly Oliveira Souza, die vor der Abreise nach Portugal noch an Infekten erkrankt waren, nehmen mittlerweile wieder unter voller Belastung am Training teil. Sportdirektor Ivica Grlic dementierte einen Medienbericht, nach dem Souza im Winter den Verein verlassen würde. Grlic: „Da ist nichts dran. Es liegt auch keine Anfrage für ihn vor.“

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