Eishockey

Kommentar: Die vielen Baustellen der Füchse

Füchse-Torhüter Etienne Renkewitz.

Füchse-Torhüter Etienne Renkewitz.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg  Der Torhüterfrage muss geklärt werden - und die aktuelle Antwort heißt Renkewitz. Außerdem muss das Spielsystem nachhaltig hinterfragt werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der erste Sieg steht in den Büchern der Saison 2019/20. Es hat lange genug gedauert – viel zu lange, um es klar zu sagen. Die Mannschaft, die der Eishockey-Oberligist EV Duisburg aufs Eis bringt, hat ein viel größeres Potenzial. Doch die Füchse sind weit davon entfernt, nur eine Ergebniskrise zu haben. Spielerisch genügen die Schwarz-Roten ihren eigenen Ansprüchen und Fähigkeiten nicht.

Am Sonntag hat Eddy Renkewitz das Tor der Füchse gehütet. Nach drei Gegentoren, die Christian Wendler im ersten Drittel gegen Essen zu verschulden oder zumindest mit zu verschulden hatte, war das eine notwendige Entscheidung des Trainergespanns Uli Egen und Didi Hegen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Füchse-Urgestein nun auch weiter im Tor stehen darf. Beim bis Sonntag einzigen Punktgewinn in Rostock lobte Egen den 31-Jährigen – nur um dann doch wieder Wendler ins Tor zu stellen. Nun stand Renkewitz beim ersten und bislang daher auch einzigen Sieg zwischen den Pfosten. Renkewitz hat die Chance verdient, nun länger am Stück zu beweisen, was er drauf hat. Dabei ist es unerheblich, ob er auf die lange Strecke einer Saison fehlerfrei ist. Das Recht, Fehler zu machen, hat er sich verdient.

Die Füchse müssen sich nun überlegen, ob sie handeln wollen. Einen neuen Torhüter holen und Wendler auf die Tribüne setzen oder gehen zu lassen – falsch ist der Gedanke sicherlich nicht.

Doch die Torhüterfrage ist nicht die einzige, die es zu lösen gilt. Uli Egen bestätigte, dass das Trainerduo an der grundsätzlich offensiven Ausrichtung festhalten wolle. Es gelte, die Fehler zu vermeiden, die zu Gegentoren führen – und nun schon oft geführt haben. So charmant die Idee eines offensiven und attraktiven Systems auch sein mag: Wenn es nicht funktioniert, muss man so flexibel sein, es zu ändern. Denn wenn sich Fehler wiederholen und erst gegen Erfurt und damit einen der schwächeren Gegner der Liga abstellen lassen, dann ist und bleibt das Ganze gefährlich.

Viel mehr gilt es, dafür zu sorgen, dass die Führungsspieler in die Spur kommen, damit die Jungen, die oft genug die Kastanien aus dem Feuer holen, glänzen können. Das geht mit Augenmaß. Einmal kann ein Trainergespann einen Spieler wie Robin Slanina, der für die Oberliga ausgesprochen begabt ist, auf die Tribüne setzen. Diese Patrone wurde am fünften Spieltag verschossen. Zu sagen, die Mannschaft müsse sind finden, ist nach drei Wochenenden und sechs Spielen eine gewagte Aussage. Denn das hätte bereits in der Vorbereitung passieren müssen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben