Frauenfußball

Meike Kämper erlebte eine gute Saison beim MSV Duisburg

Meike Kämper fliegt – aber diesmal vergeblich: Der Freistoß von Laura Freigang schlägt zum 1:0 für Frankfurt im MSV-Tor ein.(Bildmitte).

Meike Kämper fliegt – aber diesmal vergeblich: Der Freistoß von Laura Freigang schlägt zum 1:0 für Frankfurt im MSV-Tor ein.(Bildmitte).

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Duisburg.   Meike Kämper hat alle Saisonspiele von der ersten bis zur letzten Minute absolviert. Keine Selbstverständlichkeit nach ihrem Kreuzbandriss.

Drei Wochen lang einfach mal den Fuß hochlegen? Schöne Vorstellung. Meike Kämper hätte gerade sicher nichts dagegen. Die Kapitänin und Torhüterin des Fußball-Bundesligisten MSV Duisburg hat ein ganz langes Jahr hinter sich. 1980 absolvierte Minuten weist die Statistik für sie aus – geteilt durch 22 ergibt das den Wert 90. Die 25-Jährige ist damit das einzige Zebra, das in allen Saisonspielen vom Anpfiff bis zum Abpfiff durchweg auf dem Platz gestanden hat.

Freilich hat die gebürtige Essenerin nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ großen Anteil daran, dass auch im dritten Jahr nach dem Wiederaufstieg aus der 2. Bundesliga der Klassenerhalt gesichert werden konnte. Nach ihrer langen Verletzungspause ist sie auf Anhieb wieder die Leistungsträgerin geworden, als die Trainer Thomas Gerstner sie eingeplant hatte.

Verletzt in die letzten drei Partien

Wie sehr Meike Kämper voran geht, zeigte sich speziell im Saisonfinale. In der Pressekonferenz nach dem abschließenden 0:2 gegen den 1. FFC Frankfurt erklärte Thomas Gerstner: „Sie ist an den drei letzten Spieltagen mit einer Knieverletzung angetreten, mit der sie eigentlich nicht hätte spielen können.“ Dann hätte der MSV aber keine bundesligataugliche Keeperin zur Verfügung gehabt, weil mit Laura Lücker und Carolin-Sophie Härling auch die beiden potenziellen Vertreterinnen passen mussten. Also: Handschuhe anziehen und durch.

Angesichts von Meike Kämpers Vorgeschichte sind natürlich gerade Knieverletzungen mit Vorsicht zu genießen. Nach ihrem im September 2016 beim Training der Frauen-Nationalmannschaft erlittenen Kreuzbandriss hatte sie eineinhalb Jahre aussetzen müssen; im vergangenen Sommer berief Thomas Gerstner sie dann nicht nur wieder zur Nummer eins, sondern machte sie auch zur Spielführerin – eine Rolle, die ihr ganz klar zusätzlich Kraft verliehen hat.

Nationalteam weiter im Blick

„Ich glaube, ich habe eine ganz ordentliche Runde gespielt“, fasst Meike Kämper bescheiden zusammen. Es reichte immerhin, um mit ihren Teamkolleginnen das erhoffte Ziel zu erreichen: den Klassenerhalt. Immerhin fünfmal stand dabei defensiv auch die Null. Und es reichte, um zweieinhalb Jahre nach dem tragischen Malheur von Moskau wieder an die Tür zur Nationalelf zu klopfen.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nahm sie mit zum Wintertrainingslager nach Marbella und berief sie für das Länderspiel in Frankreich ins Aufgebot. „Das war wirklich ein schönes Gefühl, damit habe ich nicht gerechnet“, erinnert Kämper sich zurück. Dass es dann nicht zum erträumten Debüt reichte – kein Problem. Auch dass die Weltmeisterschaft in Frankreich nun ohne sie über die Bühne geht, kann die Torfrau verschmerzen: „Ich bin ja noch jung – auch wenn ich bestimmt nicht mehr zehn Jahre spielen werde.“

Makas-Verletzung als Knackpunkt

Der Fokus liegt weiterhin in erster Linie auf dem erfolgreichen Abschneiden mit ihrem Vereinsteam. Was das angeht, blickt sie zufrieden auf die Saison zurück: „Wir haben unser Ziel erreicht und einen Spieltag vor Schluss die Klasse gesichert. Es ist ganz gut losgegangen, dann kam leider das Spiel in Leverkusen mit der Verletzung von Lisa Makas als Knackpunkt, aber schließlich haben wir doch die wichtigen Spiele gewonnen.“ 1:0 daheim gegen Leverkusen, 1:0 in Mönchengladbach – das war entscheidend, da leistete dann auch die Torhüterin am Ergebnis erkennbar ihren Beitrag.

Jetzt braucht Meike Kämper aber erstmal eine Pause. Am 2. Juli bittet Thomas Gerstner sie und ihre Teamkolleginnen dann erstmals wieder zum Training. Sieben Wochen dauert die Vorbereitung, das Ziel dürfte dasselbe bleiben: der Klassenerhalt.

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