3. Liga

MSV Duisburg fordert Verlängerung der Drittliga-Saison

Sportdirektor Ivica Grlic (links) und Geschäftsführer Michael Klatt vertreten den MSV Duisburg am Montag bei der außerordentlichen Liga-Tagung in Frankfurt. Beide sprechen sich gegen Geisterspiele aus.

Sportdirektor Ivica Grlic (links) und Geschäftsführer Michael Klatt vertreten den MSV Duisburg am Montag bei der außerordentlichen Liga-Tagung in Frankfurt. Beide sprechen sich gegen Geisterspiele aus.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Der DFB-Generalsekretär bringt einen Abbruch der Spielzeit ins Gespräch. Michael Klatt und Ivica Grlic vertreten den MSV Duisburg in Frankfurt.

War es das schon? DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius brachte am Donnerstag im Fachblatt Kicker sogar einen Saison-Abbruch der 3. Fußball-Liga aufgrund der Corona-Krise ins Gespräch. „Wir müssen uns mit allen Szenarien beschäftigen, um vorbereitet zu sein, wenn der Fall eintreten sollte, dass der Spielbetrieb unterbrochen oder die Saison sogar vorzeitig beendet werden müsste“, schreibt der Funktionär in einer Gastkolumne.

So weit will MSV-Geschäftsführer Michael Klatt nicht gehen; auch die Frage, ob die Zebras als aktueller Tabellenführer dann in eine möglicherweise aufgestockte 2. Bundesliga aufsteigen würden, stellt sich für den 51-Jährigen derzeit nicht. Klatt sprach sich für eine Verlängerung der Saison über den Mai hinaus aus. „Wir sind flexibler als die beiden oberen Ligen“, sagt Klatt mit dem Hinweis, dass die Europameisterschaft – wenn diese denn über die Bühne gehen kann – die 3. Liga nicht tangiere. So sieht es auch Präsident Ingo Wald: „Wir haben bis Ende Juni Zeit.“ Sportdirektor Ivica Grlic sagte am Donnerstag allerdings: „Mein Gefühl sagt mir, dass die Saison höchstwahrscheinlich nicht zu Ende gespielt wird.“

Grlic erlebte Geisterspiel in Aachen

Michael Klatt und Ivica Grlic werden den MSV Duisburg am Montag bei der außerordentlichen Liga-Tagung in Frankfurt vertreten. Bei der Sitzung in der DFB-Zentrale wird es auch darum gehen, dass die 20 Klubs eine einheitliche Linie finden werden. Die Mehrheit für die aktuelle Lösung, die nächsten beiden Spieltage zu verlegen, war laut „Kicker“ dünn. Demnach haben zehn Klubs für die Verlegung gestimmt, acht Vereine votierten für Geisterspiele und zwei Klubs sollen den sofortigen Abbruch der Saison gefordert haben.

Klatt fordert „eine sportlich faire Lösung“. Auf der Agenda werden in Frankfurt auch wirtschaftliche Themen stehen. Michael Klatt hatte schon am Mittwoch erklärt, dass Geisterspiele für den MSV keine Option seien. 260.000 Euro würden den Zebras pro Partie verloren gehen. Geisterspiele könnten Vereine in Existenznöte bringen. Außerdem könnten Spiele ohne Zuschauer die Wettbewerbsgleichheit gefährden.

Präsident Ingo Wald stellte – auch unter dem Eindruck der Partien vom Mittwoch – klar: „Zuschauer gehören dazu.“ So sieht es auch Ivica Grlic. Er war im Januar 2004 als Spieler von Alemannia Aachen gegen den 1. FC Nürnberg beim Geisterspiel auf dem Tivoli mit von der Partie. „Das macht keinem Fußballer Spaß“, so der 44-Jährige. Beteiligt war damals auch der heutige MSV-Pressesprecher Martin Haltermann – in gleicher Funktion beim Club.

MSV Duisburg bestreitet Geheimtest am Samstag

Geschäftsführer Michael Klatt will mit seinen Kollegen am Montag auch darüber diskutieren, wie die Vereine finanzielle Hilfen erhalten könnten. Klatt bringt hier ins Gespräch, Zahlungen von Fernsehgeldern aus der kommenden Saison vorzuziehen oder generell Rettungsschirme aufzuspannen.

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht hatte sich auf den Liga-Hit bei 1860 München vor vollen Rängen im Stadion an der Grünwalder Straße gefreut, jetzt befasst er sich gedanklich mit dem Chemnitzer FC, der am Samstag, 28. März, der nächste Heimgegner wäre. Lieberknecht will mit seinem Team im Rhythmus bleiben. Der Umgang mit dem Corona-Virus ist bei den MSV-Profis schon seit längerer Zeit ein Thema. Mannschaftsarzt Falk Ullerich informierte die Mannschaft vor zwei Wochen über die angemessenen Verhaltensregeln.

Im Zuge der Corona-Krise hat der MSV seine Vereinsanlage an der Westender Straße abgeriegelt. Nur noch die Sportler und Funktionsträger haben Zugang zum Gelände in Meiderich. An diesem Samstag steht zudem ein Testspiel an. Geheimer geht’s kaum noch: Ort, Gegner und Uhrzeit bleiben unter Verschluss. Auch hier steht für die Verantwortlichen der Schutz im Vordergrund.

Wenn die Zebras eines Tages in die Duisburger Arena zurückkehren werden, dürfen sie sich über einen neuen Rasen freuen. Derzeit wird ein neues Geläuf verlegt. Die Spielfläche hatte sich zuletzt in einem schlechten Zustand präsentiert. Dies sei, so der MSV, unabhängig von der Corona-Krise schon lange für diesen Zeitpunkt geplant gewesen. Nun hat die neue Wiese im Stadion mehr Zeit, aufzublühen.

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