MSV-Arena

MSV Duisburg versäumte rechtzeitige Arena-Überprüfung

Hier war das Dach noch in Ordnung: Die Duisburger Arena kurz nach ihrer Eröffnung im Jahr 2005.

Hier war das Dach noch in Ordnung: Die Duisburger Arena kurz nach ihrer Eröffnung im Jahr 2005.

Foto: firo Sportphoto

Duisburg.  Der MSV Duisburg hätte bis 2015 im Rahmen der Gewährleistung Schadensersatzansprüche geltend machen können. Offenbar gab es jedoch keine Prüfung.

In der Duisburger Arena beginnen am Mittwoch die Arbeiten am maroden Dach. Die Lichtstegplatten samt Unterkonstruktion sollen in den nächsten Tagen verschwinden. „Wir fangen hinter den beiden Toren an“, so Dirk Broska, Geschäftsführer der Stadionprojektgesellschaft. Die Haupttribüne im Westen soll zum Schluss an die Reihe kommen, weil sie aufgrund der Technik in den Katakomben ein sensibler Bereich sei, wie Broska ausführt. Als Schutz gegen Wind und Wetter soll mittelfristig eine Wellblech-Konstruktion entstehen. Am Montag gab der DFB bekannt, dass das für Samstag angesetzte Drittliga-Fußball-Spiel gegen den SV Meppen ausfällt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Wie die Redaktion erfuhr, soll es die Stadionprojekt-Gesellschaft versäumt haben, rechtzeitig bis zum Ablauf der Gewährleistung im Jahr 2015 die Bausubstanz zu überprüfen, um gegebenenfalls Ansprüche gegen den Bauherrn Walter Hellmich geltend machen zu können. Kritisch sei auch, dass Aluminium-Schrauben verbaut worden seien. Mit Edelstahl-Material wäre es womöglich nicht zum aktuellen Dilemma gekommen.

Bis ins Jahr 2014 hinein war Ex-MSV-Präsident Walter Hellmich noch an der Stadion-Projektgesellschaft beteiligt, ehe Schauinsland-Reisen die Anteile übernahm und an städtische Töchter weitergab. Somit war Hellmich bis dahin Bauherr und Vermieter der Immobilie in einer Person. Er hätte sich selbst aufs Dach steigen müssen, um im Interesse des MSV zu handeln.

Krempicki erleidet Fußbruch

Auch in sportlicher Hinsicht gibt es keine guten Nachrichten. Connor Krempicki hatte es schon geahnt, als er am Sonntag in Mannheim vom Platz humpelte. Am Montag kam die bittere Bestätigung. Der Flügelspieler des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg erlitt bei der 3:4-Niederlage beim SV Waldhof Mannheim in der 14. Minute einen Mittelfußbruch.

Einer Operation muss sich der 24-Jährige, der zur neuen Saison vom Liga-Konkurrenten KFC Uerdingen gekommen war, nicht unterziehen. Die Ärzte wollen die Verletzung konservativ behandeln. Laut MSV-Mitteilung ist das Fußball-Jahr 2019 für ihn aber gelaufen.

„Das ist sehr bitter für ihn. Aber Connor denkt positiv. Er will alles dafür tun, schnellstmöglich zurückzukommen, um dann noch stärker zu sein“, sagte Sportdirektor Ivica Grlic am Montag. Krempicki erspielte sich auf Anhieb einen Stammplatz – das auch, weil mit Lukas Scepanik ein weiterer Flügelspieler verletzungsbedingt ausfällt.

Ein kurzfristiges Comeback ist für Scepanik nicht in Sicht. Da stellt sich die Frage, ob der MSV bis zum Ende der Transferfrist am 2. September auf der Außenbahn noch einmal nachlegt. Sportdirektor Ivica Grlic wollte das am Montag nicht ausschließen, verwies aber auch darauf, dass „mehrere Spieler flexibel einsetzbar sind.“

Auch Weinkauf ist verletzt

Am Montag gab der DFB nun offiziell bekannt, dass das Heimspiel gegen den SV Meppen ausfällt – ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Für MSV-Keeper Leo Weinkauf ist das eine gute Nachricht, denn der Keeper zog sich in Mannheim beim ersten Gegentor eine Schulterverletzung zu und muss in den kommenden Tagen mit dem Training aussetzen. Apropos Torwart: Ivica Grlic bekräftigte am Montag, dass bis zum Ende der Transferfrist noch ein dritter Schnapper beim MSV anheuern wird.

Eine bittere Diagnose erhielt auch der Mannheimer Torhüter Markus Scholz. Der Keeper war unmittelbar vor dem 1:2-Anschlusstreffer von Moritz Stoppelkamp ohne gegnerische Einwirkung vor dem Strafraum zu Fall gekommen. Eine Untersuchung am Montag ergab, dass sich Scholz einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

Diskussionen, ob Stoppelkamp im Sinne des Fair Play den Angriff hätte abbrechen müssen, erstickte Waldhof-Trainer Bernhard Trares unmittelbar nach dem Spiel im Keim: „Ein Spieler kann nicht innerhalb einer Sekunde erkennen, was passiert ist. Selbstverständlich muss ein Spieler so eine Situation wahrnehmen.“

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