Hockey-Nationalmannschaft

Pia Maertens fiebert dem Halbfinale gegen Spanien entgegen

Pia Maertens erzielte gegen Irland ihren dritten Treffer im EM-Turnier.

Pia Maertens erzielte gegen Irland ihren dritten Treffer im EM-Turnier.

Foto: Frank Uijlenbroek / dpa

Duisburg.  Die Duisburgerin Pia Maertens war die entscheidende Spielerin im wichtigen letzten Gruppenspiel gegen Irland. Nun geht es um die Medaillen.

Der Donnerstag war ein langer Tag für Pia Maertens und ihre Teamkolleginnen. „Wir gehen bewusst spät ins Bett“, sagte die deutsche Hockey-Nationalspielerin vom Club Raffelberg am Vormittag. Klingt komisch, macht aber Sinn. Denn erst am Freitagabend um 20.30 Uhr spielt die DHB-Auswahl im Halbfinale der Europameisterschaft gegen Spanien. Die Gruppenspiele fanden ausschließlich morgens oder am frühen Nachmittag statt. Gegen Weißrussland ging es gar schon um 9 Uhr los. Ein Rhythmuswechsel ist daher angesagt.

Nach dem nervenaufreibenden letzten Gruppenspiel gegen Irland, in dem die Deutschen durch ein Remis (1:1) hauchzart das Halbfinale erreicht haben, ist ein Tag, der Entspannung bietet, auch nichts Schlechtes. „Oft bekommt es du als Spielerin gar nicht mit, wie spannend ein Spiel ist“, sagt die 20-jährige Duisburgerin. „Das war gegen Irland anders.“

Nötig war es nicht, denn Pia Maertens sagt zurecht: „Wir waren die bessere Mannschaft.“ Vor allem die erste Hälfte dominierten die deutschen Frauen. Doch mehr als der immens wichtige Führungstreffer der Duisburgerin sprang nicht heraus. Im Gegenteil. Mit Ablauf des ersten Viertels glichen die Irinnen aus. Ausgerechnet als Irland viel zu früh das Recht verwirkt hatte, die Videoschiedsrichterin zu konsultieren (37.), übernahm der Vizeweltmeister das Kommando im Spiel. „Wir hatten aber auch Pech, dass das zweite Tor nicht gegeben worden ist“, so Maertens, die den an sich regulären Treffer erzielt hatte, der aber dennoch nicht zählte, weil die Schiedsrichterin zu früh abgepfiffen hatte. Dazu kamen acht vergebene Strafecken und ein abgewehrter Siebenmeter.

Gute Halbzeiten

So blieb immer die Gefahr, dass ein Gegentreffer das Medaillen-Aus und den Gang in die Relegation bedeuten würde. „Aber unsere Torhüterin Julia Sonntag hat uns immer wieder gerettet, wenn es nötig war“, freute sich die CR-Stürmerin, die in der kommenden Saison für Rot-Weiß Köln spielen wird.

Und wie fällt nun das Vorrundenfazit aus? Das DHB-Team hat Weißrussland mit 13:0 vom Platz gefegt, spielte gegen die starken Engländerinnen 1:1, ebenso gegen Irland, das trotz des zweiten Platzes bei der letzten Weltmeisterschaft nicht der Favorit im Spiel war. „Das Weißrussland-Spiel kann man kaum bewerten, da der Gegner nicht wirklich gut war“, so Maertens. „Gegen England und Irland hatten wir immer eine sehr starke Halbzeit. Wir müssen das Positive aus der Vorrunde mitnehmen, wobei wir wissen, dass es besser geht – vor allem, was die Ecken angeht.“ Doch auch andere Teams haben diese Erfahrung gemacht. „Auch die Niederlande haben zweimal unentschieden gespielt. Die Mannschaften liegen auf europäischer Ebene enger zusammen als erwartet“, erklärt Maertens.

Kompakte Spanierinnen

Das macht auch die Bewertung des Halbfinalgegners so schwer. „Wir haben vor der EM noch ein Testspiel gegen Spanien bestritten und mit 1:0 gewonnen“, so die Angreiferin. „Da dachte ich: Spanien ist schlagbar. Aber im Turnier haben sie es hervorragend gemacht und sind Gruppensieger geworden.“ Was die Ibererinnen ausmacht? „Sie spielen sehr kompakt, stehen unheimlich stabil. Das ist eine schwere Aufgabe.“

Dennoch ist der Plan, am Sonntag etwas zu feiern zu haben. Daher ist die Vorbereitung wichtig. „An freien Tagen sind wir meist im Gym, fahren zur Regeneration Fahrrad.“ Am Donnerstag kam noch ein Sponsorentermin hinzu. Dazu ein so genanntes „Debriefing“, sprich eine Analyse des Irland-Spiels und eine weitere Trainingseinheit. Und dann geht es spät ins Bett, um den Rhythmus des späten Halbfinalspiels zu erreichen.

Die Spannung wächst bei Pia Maertens – und die Vorfreude auf den Kampf um die Medaillen. Das ist der jungen Duisburgerin in jedem Satz anzumerken.

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