Bezirksliga

Spielabbruch: Eklat in Vierlinden

Weiter an der Spitze: Während die Buchholzer Tim Ramroth (l.) zum Tor gratulieren, blicken die TuRaner nach dem 1:5 dem Abstieg entgegen.

Weiter an der Spitze: Während die Buchholzer Tim Ramroth (l.) zum Tor gratulieren, blicken die TuRaner nach dem 1:5 dem Abstieg entgegen.

Foto: Funke Foto Services

Schiedsrichter fühlte sich bedroht. Spieler erhebt schwere Vorwürfe gegen den Schiri: Er habe ihn Flüchtling genannt.

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In der Gruppe 5 der Fußball-Bezirksliga konnte Viktoria Buchholz mit einem 5:1-Derbysieg gegen TuRa 88 die Tabellenführung vor dem VfB Frohnhausen verteidigen, der ebenfalls mit 5:1 gegen Meiderich gewann. Den meisten Gesprächsstoff des Spieltags lieferte jedoch ein Abbruch in Vierlinden.

DJK Vierlinden – SC Frintrop: Abbruch (1:4): Aus sportlicher Sicht fing das Elend für Vierlinden schon in der ersten Minute mit dem 0:1 an. Weiter ging es mit einer berechtigten roten Karte für Yalcin Nezir für eine Notbremse (21.), ehe Frintrop noch vor der Halbzeitpause wegzog. Zu dieser Pause sollte es aber nicht mehr kommen. Nach einem Wortgefecht zwischen Schiedsrichter Dustin Sperling und DJK-Kicker Nikola Koncic eskalierte die Situation, Sperling zeigte Niko Koncic und dessen Zwillingsbruder Benjamin die Rote Karte und brach das Spiel anschließend ab, da er sich von den Brüdern bedroht gefühlt habe.

Das trug Sperling ebenso in den Spielbericht ein, wie auch von Niko Koncic als „Nazi“ beleidigt worden zu sein. Doch Koncic wehrt sich gegen diese einseitige Darstellung und stellt den Sachverhalt so dar: „Ich bin schon nach 20 Minuten zu meinem Trainer Said Belhadj gelaufen, um ihm mitzuteilen, dass der Schiri mehrfach hinter mir hergelaufen ist, und ,du Flüchtling’ zu mir gesagt hat“, berichtet der Kroate.

„Als er mich kurz vor der Pause erneut Flüchtling genannt hat, habe ich ihn gefragt, ob er ein Nazi sei. Daraufhin gab er mir Rot, Beno kam hinzu und die Sache eskalierte. Bedroht haben wir ihn aber sicher nicht.“ Auf Anfrage von Belhadj, der den privat verhinderten Coach Ahmet Tutal vertrat, bestritt Sperling die Äußerungen gegenüber Koncic. „Ein Frintroper Spieler und einige Zuschauer bestätigten sie aber“, sagt Belhadj. „Und für mich gehören beide Äußerungen nicht auf den Fußballplatz.“

TuRa 88 Duisburg – Viktoria Buchholz 1:5 (0:4): Nur Dank des 3:10-Debakels von Croatia Mülheim gegen Vogelheim ist TuRa nicht auf einen Abstiegsplatz gerutscht. „Wir haben durch einen Ballverlust, der zum 0:1 führte, schon nach 30 Sekunden alles über den Haufen geschmissen“, ärgerte sich Trainer Sakis Papachristos, der nach den Vorstandswahlen nun auch vorerst für ein Jahr neuer Vorsitzender der Teufel ist. Michael Roß sah einen „auch in der Höhe verdienten Sieg“, so der Viktoria-Coach. „In der zweiten Halbzeit haben wir fast nur noch verwaltet. Bei unserer personellen Misere war das ein Supersieg für uns.“

VfB Frohnhausen – Meiderich 06/95 5:1 (1:0): Durch Standards und individuelle Fehler kassierte 06 die Pleite beim Zweiten. „Die Niederlage geht in Ordnung, aber die Höhe musste nicht sein“, so Coach Ralf Gemmer, „wir haben nie aufgegeben.“

Hamborn 07 – Mülheim 07 2:0 (1:0): Durch den Doppelpack von Daniel Brosowski holte 07 gegen den Konkurrenten im Verfolgerfeld den dritten Sieg in Folge. Coach Dietmar Schacht: „Wir haben das Spiel von der ersten Minute an kontrolliert und nichts zugelassen.“ Bitter für 07: Osman Ardic erlitt einen Nasenbeinbruch und fällt vorerst aus.

SV Genc Osman – Adler Union Frintrop 2:4 (1:2): Erst legte Genc durch Samed Basol vor, dann glich Bünyamin Aksoy den Rückstand zum 2:2 aus, ehe Frintrop wieder davonzog. „Union hat nur mit langen Bällen gespielt und ist so zu Toren gekommen“, berichtet Co-Trainer Ali Boyacilar. „Aber unsere Jungs hätten sich mehr reinknien können.“ Bei nun zehn Punkten Rückstand auf Platz zwei sieht Boyacillar den Aufstiegszug als „so gut wie abgefahren“ an.

VfB Lohberg – Rheinland Hamborn 3:0 (2:0): Rheinland verpasste es, sich weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen, und holte das bisherige Schlusslicht in den Kampf um den Klassenerhalt zurück. „Es war eine schlechte Teamleistung. Ich habe die Jungs nicht wiedererkannt“, so Bayram Cetin­yürek. Zudem droht dem Coach ein Torwartproblem. Nach Umut Sagsinlar verletzte sich nun auch Metin Deler (32.). Mit Serkan Karaüzüm sprang ein Feldspieler ein.

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