Laufsport

Versehentlich zum Sieg beim Volkslauf des OSC Rheinhausen

Startschuss zum Volkslauf des OSC Rheinhausen.

Startschuss zum Volkslauf des OSC Rheinhausen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Denise Hellwig aus Aachen wollte nur einen Trainingslauf absolvieren, doch dann wird sie schnellste Frau beim 16. Volkslauf des OSC Rheinhausen.

Die meisten Läuferinnen und Läufer gewinnen, weil sie es können, manche, weil sie es wollen – und andere gewinnen auch mal aus Versehen. Eigentlich hatte Denise Hellwig von der Aachener TG den Besuch bei ihren in Moers lebenden Eltern nur mit einer lockeren Laufeinheit verbinden wollen und dafür die 10 000-Meter-Strecke beim Lauf um und durch den Volkspark ausgewählt. „Ich hatte es als Trainingslauf angesehen und eine gute 40er-Zeit anvisiert. Aber dann hat mein GPS irgendwie verrückt gespielt und da bin ich versehentlich doch etwas schneller gelaufen.“ Und so nahm sie von der Reise zu ihren Eltern nach neuer Bestzeit von 39:07 Minuten als schnellste Dame bei der 16. Auflage des OSC Rheinhausen, noch einen Pokal mit zurück nach Aachen.

Mit satten 7:14 Minuten Vorsprung auf die zweitschnellste Dame hätte Denise Hellwig wohl auch bei korrektem GPS die Frauenwertung gewonnen. So kam sie bei knapp 30 Grad Hitze als Gesamtfünfte unter den 78 gemeldeten Startern ins Ziel und freute sich bei ihrer OSC-Premiere über eine gelungene Veranstaltung. „Die Streckenmarkierungen waren sehr gut zu erkennen, das ist nicht überall so – ebenso wie eine überwachte Taschenabgabe. Und die Strecke bietet sehr viel Schatten, das war sehr hilfreich“, war die Siegerin froh, nicht permanent der eifrigen Sonne ausgesetzt gewesen zu sein.

Etwas zu trinken brauchte Denise Hellwig erst nach dem Lauf. „Bei meinem Tempo kann ich gar nicht unterwegs trinken. Aber das mag bei anderen anders sein.“ Tatsächlich beklagten sich einige Teilnehmer ob der der Hitze am Sonntag über zu wenige Wasserstellen am Rundkurs um den Park. So auch Ahmed Aljefel. Und der Mann vom Ayyo-Team-Essen war ebenfalls sehr schnell unterwegs. Er war nach Rheinhausen gekommen, weil er gewinnen wollte – und er konnte es auch: „Ich freue mich, dass ich bei meiner ersten Teilnahme direkt gesiegt habe“, meinte Aljefel, der auch im Glauben war, mit seiner Zeit von 33:40 Minuten einen neuen Streckenrekord aufgestellt zu haben. Denn er war auch gekommen, um diesen zu brechen. Tatsächlich war es die viertbeste Zeit in der Geschichte des Laufs – bis zu den 31:44 Minuten, die Karol Grunenberg im Jahr 2014 brauchte, ist aber noch etwas Luft. „Im nächsten Jahr will ich mich weiter verbessern“, so Aljefel, „aber dann wünsche ich mir auch etwas mehr Wasserstellen.“

Die Wünsche der Läufer sind bei den Organisatoren angekommen. „Das nehmen wir natürlich sehr ernst“, sagt Jürgen Keusemann, der ansonsten „keine Klagen“ bezüglich der Organisation zu hören bekam. Und für diese hatte der ehemalige OSC-Vorsitzende und sein Helferteam aufgrund der nach der Insolvenz des Vereins erst sehr spät gesicherten Austragung in diesem Jahr bekanntlich sehr wenig Zeit.

Schüler stellen größtes Teilnehmerfeld

Ebenso wenig Zeit hatten die Teilnehmer gehabt, um sich für die 16. Auflage anzumelden. „Dass es dann noch 591 Meldungen gab, ist sehr ordentlich“, freute sich Richard-Winkler, dass er auch beim im Vorfeld noch mager besetzen Hauptlauf trotz Hitze noch einige Nachmelder am Start begrüßen durfte. „Aber man darf die Aktion der Sparda-Bank dabei nicht vergessen“, verwies das OSC-Urgestein auf die vielen Schüler, die gut ein Drittel der Teilnehmer ausmachten.

Und diese lieferten sich erneut einen Wettstreit um die 500 Euro, die der Sponsor, welcher der Veranstaltung zum siebten Mal ihren Namen gab, für die ersten zehn Schulen auslobte, die 20 Kids ins Ziel bringen.

Und auch die Allerkleinsten stellten eine große Gruppe. Unter den 87 Bambini durfte sich über 400 Meter jeder einzelne als Sieger fühlen.

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