Regionalliga

VfB-Trainer Stefan Janßen ärgert sich über Heimpleite

Verhängnisvoller Torjubel: Nurettin Kayaoglu sah für das Ausziehen des Trikots die gelbe Karte.

Verhängnisvoller Torjubel: Nurettin Kayaoglu sah für das Ausziehen des Trikots die gelbe Karte.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Der VfB Homberg lag im Duell der Regionalliga-Aufsteiger gegen den TuS Haltern auf Kurs, schenkte die Führung und die Punkte jedoch wieder her.

Der gelbe Plastiksplitter des Eimers, den Mike Koenders kaputt trat, flog bis über die Wechselbank im PCC-Stadion hinaus. Der Frust nach der 3:4 (1:1)-Niederlage gegen den TuS Haltern saß tief beim Verteidiger des VfB Homberg und seinen Kollegen. Hängende Köpfe, lautstarke Wutentladungen, Schienbeinschoner, die frustriert über den Fußballplatz geschossen wurden – die vierte Niederlage im sechsten Spiel der Fußball-Regionalliga fiel nicht nur unter die Kategorie unnötig. Der VfB ließ auch drei wertvolle Punkte gegen den Abstieg liegen.

Stefan Janßen hatte vor dem Duell gegen den Mitaufsteiger noch gesagt, dass es in dieser Liga keinen Gegner gebe, den man schlagen müsse. „Aber dieses Spiel hätten wir gewinnen müssen“, stellte der Coach nach 90 turbulenten Minuten klar. „Wenn du nach 65 Minuten bei solchen Temperaturen 1:3 hinten liegst, bist du als Spieler eigentlich nur noch froh, wenn das Spiel vorbei ist. Aber Haltern hat es mit dem Selbstvertrauen, das uns oft fehlt, gut gemacht, das Spiel gedreht und sich die Punkte letztlich auch verdient.“

Viele Fragezeichen

Nach einem Kraftakt hatte zuvor sein Team einen 0:1-Rückstand durch Stefan Oerterer (13.) – der auch hätte höher ausfallen können, wenn Arda Nebi einen Foulelfmeter nicht an die Latte gezimmert hätte (28.) – mit Marvin Lorchs Schlenzer in den Giebel (43.), Danny Rankls verwandeltem Handelfmeter (62.) und dem 25-Meter-Gewaltschuss von Heimdebütant Nurettin Kayaoglu (65.) gedreht.

„Und nichts sprach dafür, dass sich daran noch einmal etwas ändern würde“, ärgerte sich Frank Hildebrandt, dass er durch die Treffer von Robin Schultze (68.) und Tim Kallenbach (80., 85.) doch noch eines Besseren belehrt wurde. „Zumal wir vor dem 3:4 noch die Riesenchance haben, selbst wieder in Führung zu gehen“, sprach Hombergs Sportlicher Leiter den Kopfball von Ahmad Jafari an, der nach einem Freistoß von Justin Walker aus drei Metern vorbei zielte (83.).

Bei Stefan Janßen taten sich nicht nur wegen des Ausgangs viele Fragezeichen auf. „Schon beim 0:1 verteidigen wir schlecht und schauen nur auf den Ball. Dann kommen wir besser ins Spiel und wollen nach der Pause eigentlich so weitermachen, ziehen uns aber stattdessen, warum auch immer, 15 Minuten lang zurück“, so der Coach. „Das hat uns wieder etwas Luft gegeben“, sagte Janßens Gegenüber Magnus Niemöller. „Was der VfB mit uns zum Ende der ersten Halbzeit gemacht hatte, war schon brutal. Und davon, dass wir bei der Hitze in den letzten 20 Minuten noch einmal zurückkommen, war nicht auszugehen.“

Dass dies gelang, warf weitere Fragezeichen bei Janßen auf. „Ich verstehe nicht, dass wir die Tore derart herschenken. Beim 2:3 ist der Ball nach der Ecke eine Ewigkeit in der Luft. Dass der Gegner so frei zum Kopfball kommt, verstehe ich in hundert Jahren nicht.“

Doch der Coach war noch nicht fertig: „Ich verstehe nicht, warum wir eigene Kontersituationen in Überzahl nicht ausspielen und dem Gegner dem Ball überhastet in die Füße spielen; warum wir vor dem 3:3 eine Idee haben, die vielleicht auf der Play Station klappt, aber im wahren Leben halt nicht so einfach ist“, teilte Janßen einen Seitenhieb in Richtung seines bislang so starken Keepers Philipp Gutkowski aus, der sich an einem flachen Abschlag versuchte, der missglückt beim TuS landete und in Form des 3:3 durch Kallenbach blitzschnell zurückkam.

Kacinoglu verletzte sich früh

„Und ich verstehe nicht, warum wir uns dann erneut so einfach auskontern lassen“, machte das 3:4 Janßens Fragezeichensammlung komplett. Bei der Freude über sein Tor zum Einstand nicht ganz unverständlich, aber alles andere als clever war auch Kayaoglus Trikotausziehen, für das er Gelb sah: „Das darf nicht passieren. Beim nächsten Foul war er gleich gelb-rot-gefährdet.“ So musste Kayaoglu – in der 20. Minute für den am Oberschenkel verletzten Koray Kacinoglu ins Spiel gekommen – in der 71. Minute schon wieder vom Feld. Ebenfalls nicht förderlich, denn der Neuzugang stellte die ihm von Janßen attestierte „Power und Abschlussstärke“ unter Beweis und bereitete den Gästen Probleme.

Doch diese Probleme lösten sich für den TuS dann von alleine. Fortan schaffte der Aufsteiger aus Haltern die Wende, durch die er nun schon zehn Punkte auf dem Konto hat – während sich der Aufsteiger aus Duisburg selbst um den Lohn in Form der Punkte fünf bis sieben brachte und stattdessen gelbe Plastikeimer kaputt trat.

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