Wasserball

Zwei Ex-Duisburger sammelten mit Waspo Hannover Titel

Die Ex-ASCD-Spieler Julian Real (rechts) und Moritz Schenkel wurden mit Waspo 98 Hannover Deutscher Meister.

Foto: Zoltan Leskovar

Die Ex-ASCD-Spieler Julian Real (rechts) und Moritz Schenkel wurden mit Waspo 98 Hannover Deutscher Meister. Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg.   Bis vor kurzem feierten Julian Real und Moritz Schenkel ihre Erfolge noch mit dem ASCD. Nun waren sie in ihrer alten Heimat zu Besuch.

Es ist, als wolle sich die alte Liebe von ihrer allerbesten Seite zeigen. Strahlende Sonne, blauer Himmel, Urlaubswetter. Hoher Besuch hat sich angekündigt beim ASC Duisburg. Julian Real und Moritz Schenkel, die frischgebackenen Wasserball-Meister, sind auf Heimatbesuch – und einer der ersten Wege führt die beiden Wahl-Hannoveraner an den Barbarasee.

Vor einem Jahr hatten die beiden langjährigen Leistungsträger das sportliche Nest verlassen und beim finanziell deutlich potenteren Spitzenteam Waspo 98 Hannover ihr sportliches Glück gesucht. Die Entscheidung zahlte sich aus. Mit dem nationalen Dreifach-Erfolg aus Supercup, Pokal und Meisterschaft im Gepäck erholen sich die Nationalspieler in Duisburg von den Strapazen der vergangenen Monate.

Wichtige Belohnung für ein kräftezehrendes Jahr

Für ein vor allem kräftezehrendes Jahr sind die Erfolge eine wichtige Belohnung. Nahezu nonstop tingelten die Duisburger mit ihrem Team durch die Bäder Deutschlands, spielten in Moskau und Athen, hinzu kamen immer wieder auch Verpflichtungen mit der Nationalmannschaft. Dazu die nervenaufreibende Finalserie zum Saisonende – fünf Spiele in zehn Tagen. Brutal. „Ich bin heilfroh“, atmet Moritz Schenkel daher erleichtert auf. „Man steht schon auch unter Druck. Aber letztlich hat sich alles ausgezahlt. Das ist nicht nur eine große Erleichterung, sondern war auch persönlich unheimlich wichtig.“

Privates ordneten die Duisburger oft dem Sportlichen unter. „Ich hatte am Anfang gedacht, wir würden viel öfter nach Hause fahren. Letztlich waren wir dann selten hier“, gesteht Julian Real. Teamkollege Schenkel stellte in der heißen Saisonphase gar einige Klausuren hinten an. „Ich habe versucht, sie zu schreiben. Ist aber leider etwas untergegangen.“

Vor allem die ersten Monate in der neuen Umgebung waren für das Duo nicht immer ganz einfach. „Das war eine komplett neue Erfahrung“, erinnert sich Julian Real. „Wir haben jahrelang hier in Duisburg trainiert. Das war schon etwas anderes, unter einem neuen Trainer und mit einer anderen Mannschaft mit vielen erfahrenen Spielern zu trainieren. Das ganze Umfeld war neu. Das war am Anfang schon sehr spannend.“ Die ersten Glücksgefühle stellten sich schnell ein: erst der Gewinn des Supercups, dann Erfolge in der Champions League. „Wichtig“, findet Real.

Real ist seit einem Jahr Vater

Mit seiner kleinen Familie, im vergangenen Jahr ist der ehemalige ASCD-Kapitän zum ersten Mal Vater geworden, hat Real mittlerweile auch in Hannover schöne Ecken entdeckt. „Die Gegend rund um den Maschsee ist sehr schön und wir wohnen an den Herrenhäuser Gärten, haben da eine Jahreskarte und meine Frau und ich gehen oft mit dem Kleinen dort spazieren“, erzählt Real.

Allerdings nicht alle Momente in diesem Jahr waren fürs Bilderbuch gemacht. Einen der schönsten Momente der abgelaufenen Saison – den Pokalsieg in Potsdam – konnte Moritz Schenkel nur bedingt genießen. Als die Teamkollegen feierten, war der Nationaltorwart auf dem Weg ins Krankenhaus. In der Halbzeitpause des Finals litt der 27-Jährige plötzlich unter Herzrhythmusstörungen. „An sich ist das normal und geht von selbst wieder weg. Ich habe dann auch noch weitergespielt“, erinnert sich der Student. Nach der Partie nahm ihn die medizinische Abteilung der Nationalmannschaft noch einmal genauer unter die Lupe. Dann ging alles ganz schnell, Notarzt, Krankenhaus, eine Reihe von Untersuchungen. Letztlich wurde sein Herz mit einem elektrischen Impuls wieder in den richtigen Takt gebracht. „Und jetzt ist alles wieder okay“, versichert Schenkel, der glaubt den Grund für die plötzlichen Probleme zu kennen. „Es war wohl eine Überbelastung – der ständige Stress, dazu der psychische Druck. Ich wollte es allen zeigen.“ Hat geklappt. Den Heimaturlaub hat sich das Duo verdient.

Den ASCD immer noch im Blick

Auch aus der Ferne hatten Julian Real und Moritz Schenkel noch ein Auge auf die alte Mannschaft. Das gute Abschneiden der ehemaligen Teamkollegen – Bronze im Supercup und Pokal und Platz vier in der Liga – überrascht das Duo nicht. „Man sieht, dass hier schon lange richtig gut gearbeitet wird“, sagt Julian Real, der über die Untergangsszenarien zu Saisonbeginn nur den Kopf schütteln kann: „Mir war von Anfang an klar, dass die Mannschaft sich behaupten wird.“ Dass es im „kleinen Finale“ gegen Potsdam nicht zur dritten Medaille für die Amateure reichte, finden die ehemaligen Leistungsträger „zwar schade“, meinen aber auch, dass „das auch so ein guter Erfolg ist“.

Schenkel: „Es ist toll, wie sich die jungen Spieler entwickelt haben. Der ,Hansi’ (Anmerkung der Redaktion: Christopher Hans) macht eine Riesenentwicklung und auch ,Ille’ (Nils Illinger) macht als Centerverteidiger einen richtig guten Job. Sie fangen alle an, Verantwortung zu übernehmen. Das ist toll. Und was Dennis (Eidner) hier macht, ist sowieso krass.“

Zwei Wochen dürfen sich Schenkel und Real nun zurücklehnen, dann geht es zurück nach Hannover zum Nationalmannschaftslehrgang, ehe das Vier-Nationen-Turnier in Duisburg (26. Juni bis 1. Juli) ansteht.

Vom 16. bis 28. Juli geht es dann zur Europameisterschaft nach Barcelona. „Da brauchen wir dann eine Top-neun-Platzierung“, so Schenkel

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