Frauenfußball

Das macht den FFC Ennepetal zu einem besonderen Verein

Die D-Juniorinnen des FFC Ennepetal bei der Begrüßung der gegnerischen Mannschaft vor einem Ligaspiel.

Die D-Juniorinnen des FFC Ennepetal bei der Begrüßung der gegnerischen Mannschaft vor einem Ligaspiel.

Foto: Fabian Vogel

Ennepetal.  Der Frauenfußball in Ennepetal erfreut sich hoher Beliebtheit. Für einen weiteren Schub soll der neue DFB-Präsident sorgen.

Der Frauenfußball hat einen schweren Stand in Deutschland. Als Männerdomäne verschrien ist es heute mancherorts immer noch nicht üblich, dass junge Mädchen in einen Fußballverein gehen. Gegen Klischees und Vorurteile kämpft seit etwa zehn Jahren der FFC Ennepetal an. Als einziger reiner Frauenfußballklub im Hagener Fußballkreis stehen die Ennepetaler Damen für ein faires Miteinander ein.

Während es in anderen Fußballvereinen mit vielen Herren-Mannschaften in erster Linie häufig um den Leistungsgedanken geht, kommt es Willi Vering als Vorsitzendem des FFC Ennepetal in seinem Verein „vor allem auf das faire Miteinander“ an. „Klar, an den Spieltagen wollen wir alle gewinnen. Dabei geht es aber auch um die Frage, wie wir das machen. Bei uns steht Spaß und das Miteinander an erster Stelle“, so Vering.

Kollegiales Verhältnis zu BW Voerde

Der ehemalige Jugendleiter des TuS Ennepetal hat während seiner Zeit als Trainer und Verantwortlicher verschiedener Jugendmannschaften vor allem im Herrenbereich einen Trend ausgemacht, der den Fairplay-Gedanken nicht immer berücksichtigt: „Dazu gehören für mich auch die gegenseitigen Abwerbeversuche unter den Vereinen. Ich würde sagen, dass das bei uns im Frauenfußball schon ein Stück weit kollegialer und gemeinschaftlicher abläuft“, erklärt der Vorsitzende der Ennepetaler Fußballdamen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten aus dem Südkreis gibt es in Ennepetal mit Blau-Weiß Voerde immerhin einen weiteren Verein, der in dieser Saison eine Damenmannschaft stellt. „Ich würde das Verhältnis zu den Damen von Voerde aber als sehr kollegial und freundschaftlich beschreiben“, so Vering. Am 8. März treffen beide Teams zum Rückrundenauftakt in der Kreisliga dann aufeinander. „Das Spiel wird natürlich auch Derbycharakter haben, das ist doch ganz klar. Die Spielerinnen sind teilweise Arbeitskolleginnen oder privat befreundet und stehen dann gegeneinander auf dem Feld. Da geht es teilweise schon intensiver zur Sache als in den anderen Spielen“, blickt Vering auf das Nachbarschaftsduell voraus.

Ehrenamtler des FFC begeistern

Der FFC stellt jedoch nicht nur eine Mannschaft im Seniorinnen-Bereich. Besonders stolz ist der Offizielle des Frauenfußballclubs auf die Jugendarbeit, die seit der Vereinsgründung im Jahr 2009 geleistet wird. „Da machen viele Leute wirklich einen tollen Job und binden die Mädchen an den Verein. Das ist schön zu sehen und darum geht es im Endeffekt auch. Wir wollen junge Mädchen und Frauen für den Fußball begeistern und das schafft man eben nur mit leidenschaftlichen Ehrenamtlern, die voll bei der Sache sind“, freut sich der FFC-Offizielle.

Drei Teams im Juniorinnen-Bereich gehen in dieser Saison für den FFC im offiziellen Spielbetrieb an den Start. „Wir haben B-, C-, und D-Juniorinnen. Besonders stolz sind wir darauf, dass immer mehr Mädchen nachkommen. Das zeigt, dass wir als Verein und unsere Nachwuchstrainer einen guten Job machen und die Mädchen sich im Verein wohl fühlen. Dann werden Freundinnen angesprochen, die dann auch in unseren Verein kommen. So muss unser Weg weitergehen“, findet Vering.

DFB-Präsident macht Hoffnung

„Dass viele Mädchen den Weg in unseren Verein finden, ist vermutlich auch der Tatsache geschuldet, dass wir der einzige reine Frauenfußballverein im Umkreis sind. Und das sind wir auch ganz bewusst, weil der Frauenfußball in einer Stadt aufgeteilt auf verschiedenen Vereine meist keine großen Chancen hat, langfristig zu überdauern. Aus diesem Grund haben wir uns auch damals dazu entschlossen, einen eigenen Verein nur für den Frauenfußball zu gründen“, erklärt der Vorsitzende des FFC.

Die Hoffnung, dass der Frauenfußball in Deutschland in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird, schürt laut Vering vor allem der neue DFB-Präsident Fritz Keller: „Er macht den Eindruck, als würde er sich wirklich um die Belange der des Frauenfußballs bemühen. Er will die Nationalmannschaft und die Bundesliga attraktiver machen. Das macht uns natürlich Hoffnung, dass in Zukunft die Zulauf-Kultur in den Frauenfußball immer weiter gesteigert wird“, so der Vereinsvorsitzende.

„Die kurzfristigen Effekte bei Weltmeisterschaften sind zwar ganz schön und wir merken auch, dass mehr junge Mädchen in die Vereine kommen, wenn die Nationalmannschaft erfolgreich spielt. Aber langfristig muss der Frauenfußball einfach an Anerkennung gewinnen. Das bringt uns nachhaltig weiter“, erklärt das Gründungsmitglied des FFC.

Beeindruckende Bilanz

Die Entwicklung, die beim FFC Ennepetal seit Vereinsgründung im Jahr 2009 unter Vering vorangetrieben wird, zeichnet sich aktuell auch in der ersten Damenmannschaft aus: In der Kreisliga A belegt das Team von Coach Willi Vering derzeit den vierten Tabellenplatz mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Fichte Hagen.

In der vergangenen fünf Partien holten die FFC-Damen 15 Punkte bei einem Torverhältnis von 51:2. „Die Statistik ist aber mit Vorsicht zu genießen, denn viele der Teams in der Liga spielen in der ersten Saison Fußball. Wir belächeln diese Mannschaften aber nicht. Wir freuen uns eher darüber, dass diese Teams nun dabei sind“, sagt Vering. Denn: Der Offizielle des FFC weiß ganz genau, wie schwer der Einstieg in den Frauenfußball ist.

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