Fußball

Der Hans-Jörg Butt der Oberliga Westfalen

Marvin Weusthoff vom TuS Ennepetal in Aktion.

Marvin Weusthoff vom TuS Ennepetal in Aktion.

Foto: WP / WR 2018 MiSch / Autoren-Nr. 202371 / Michael Scheuermann

Ennepetal.  Marvin Weusthoff vom TuS Ennepetal schafft es mit seinem Elfmeter-Doppelpack beim SC Paderborn II bis in den „Kicker“. Was er selbst dazu sagt.

Mit seinem Doppelpack in der Schlussphase der Partie am vergangenen Wochenende beim SC Paderborn II hat es Marvin Weusthoff, Torwart des Oberligisten TuS Ennepetal, sogar bis in das renommierte Fußball-Magazin „Kicker“ geschafft. Auf der Instagram-Seite der Zeitschrift wurde über den ungewöhnlichen Doppel-Torschützen berichtet. „Das freut mich natürlich, aber im Endeffekt ist nur wichtig, dass wir noch einen Punkt mitgenommen haben“, sagt Weusthoff bescheiden.

Dass der Keeper sich die Kugel schnappt, wenn der TuS Ennepetal einen Elfmeter zugesprochen bekommt, ist jedoch kein Novum. Schon in der vergangenen Saison erzielte Weusthoff im Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen ein Elfmeter-Tor.

Wie es dazu kommt, dass der Torhüter der Klutertstädter seit Neustem die Verantwortung vom Elfer-Punkt übernimmt, erklärt Weusthoff wie folgt: „In der vergangenen Saison hat erst Abi El Youbari und dann Nils Nettersheim die Elfmeter geschossen und dabei nicht immer Glück. die Jungs haben ein paar Elfer verschossen. Gegen Siegen habe ich mich gut gefühlt, mir einfach die Kugel geschnappt und es hat geklappt“, blickt der 30-Jährige auf seinen ersten Elfmeter-Versuch zurück.

Keine Vorgabe von Coach Thamm

Eine feste Absprache, wer die Verantwortung vom Punkt übernimmt, gibt es laut Trainer Alexander Thamm derweil im Kader der Ennepetaler nicht. „Die Jungs machen das unter sich aus. Derjenige, der sich gut fühlt, soll schießen“, erklärt der Übungsleiter des Ennepetaler Oberligisten. Dass Torwart Weusthofff in Paderborn aus dem eigenen Kasten stürmte, um die beiden Strafstöße zu versenken, machte Thamm in der Situation daher keine Kopfschmerzen. „Marvin hat eine richtig gute linke Klebe, daher sehe ich überhaupt kein Problem darin, dass er die Elfmeter schießt“, versichert Thamm.

Vor Vergleichen mit Hans-Jörg Butt, der in seiner Zeit als Torwart von Bayer Leverkusen ebenfalls als Torhüter die Elfmeter für den Bundesligisten schoss, will sich Weusthoff aber hüten. Fest stehe laut dem TuS-Keeper noch nicht, wer in Zukunft die Elfer für die Klutertstädter schießt. „Ich habe mich natürlich jetzt mit meinen beiden Toren in gewisser Weise dafür empfohlen, aber wenn sich am Wochenende jemand anders gut fühlt und die Elfer schießen will, dränge ich mich nicht auf“, erklärt der langjährige Torwart der Ennepetaler.

Keine Stimmung auf der Rückreise

Trotz seines späten Treffers zum Ausgleich am vergangenen Wochenende war die Stimmung auf der langen Rückfahrt von Paderborn nach Ennepetal nicht ausschweifend gewesen. „So extrem gut war die Stimmung gar nicht. Wir wussten, dass wir eigentlich kein gutes Spiel gemacht hatten und den Punkt im Endeffekt auch sehr glücklich noch mitgenommen haben“, blickt der Matchwinner auf die Rückfahrt zurück. „Wir haben in der Abwehr viel zu viel zugelassen und haben nicht so kompakt gestanden, wie wir uns das vorgenommen hatten. Deshalb haben wir auf der Rückfahrt auch nicht wie wild gefeiert“, erklärt er.

Am kommenden Sonntag soll das im Heimspiel gegen die SpVg Schermbeck anders aussehen. „Wir müssen auf den Fall darauf achten, dass wir kompakter stehen und den Gegener zu nicht so vielen Chancen kommen lassen“, blickt Weusthoff auf die kommende Aufgabe voraus. Eine Vorbereitung auf den Gegner ist ohnehin schwierig, da das Team aus Essen aufgrund eines Corona-Falls innerhalb der Mannschaft vor wenigen Wochen noch kein Saison-Spiel bestritten hat. Bedenken bezüglich der eigenen Gesundheit hat Weusthoff aber vor dem Aufeinandertreffen nicht: „Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken. Die Mannschaft war in Quarantäne und hat sich an die Vorgaben gehalten, daher mache ich mir darüber keine Sorgen“, so der Keeper.

Für einen Sieg gegen die SpVg muss sich der TuS laut Weusthoff aber ohnehin auf die eigenen Stärken besinnen. „Und darauf hoffen, dass wir einen Elfer bekommen“, scherzt der TuS-Torwart.

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