Fußball-Landesliga

„Die Konstellation ist sehr spannend“

SCO-Vorsitzender Detlef Westerhoff.

SCO-Vorsitzender Detlef Westerhoff.

Foto: Walter Fischer

Sprockhövel.   Detlef Westerhoff, SCO-Vorsitzender, über die Chance der doppelten Meisterschaft, den Trainerwechsel, die „blöde Bezirksliga-Relegation“.

Der SC Obersprockhövel kann am Sonntag dreifachen Grund zur Freude, zur Feier haben. Das mögliche Szenario: Die Erste wird Landesliga-Meister und steigt in die Westfalenliga auf, die Zweite wird Kreisliga-Meister der Gruppe 2 und nimmt an der Bezirksliga-Relegation teil und Alexander Valdix wird Torschützenkönig. Wir sprachen mit Detlef Westerhoff, Vorsitzender des SC Obersprockhövel.

Detlef Westerhoff, wie geht es Ihnen angesichts des möglichen dreifachen Triumphes am kommenden Sonntag?

Detlef Westerhoff (lacht): Moment. Einzig, dass Alexander Valdix Torschützenkönig wird, ist in trockenen Tüchern. Doch am letzten Spieltag kann noch viel passieren. Das wissen wir aus den vergangenen Jahren in den vielen Ligen, dass wissen wir als SCO vor allem aus der Landesliga der vergangenen Saison.

Damals wie heute hieß der gastgebende Gegner des letzten Spieltages VfL Kemminghausen. Wie war es damals?

Vor einem Jahr haben wir in der 87. Minute das 1:1 kassiert. Bis dahin waren wir punktgleich mit Horst-Emscher, Zweitplatzierter und Westfalenliga-Aufsteiger. Doch mit der Punkteteilung ist neben Landesliga-Meister Schüren eben noch Horst-Emscher aufgestiegen, wird sind Dritter geworden.

Nagt das noch?

Nein! Vermutlich wäre der Aufstieg zu früh gewesen.

Diesmal ist der SC Obersprockhövel in einer besseren Ausgangslage als Spitzenreiter. Überdies ist der zweite Platz, der zur Westfalenliga-Relegation berechtigt, sicher. Beruhigt das?

Das kann eine Rolle spielen, das gibt eine gewisse Sicherheit. Die Konstellation am letzten Spieltag ist so, dass tatsächlich alles passieren kann. Wir spielen in Kemminghausen, der im Abstiegskampf gewinnen muss. Unser direkter Konkurrent um den Titel, SV Sodingen, spielt gegen Mühlhausen-Uelzen. Und auch diese Mannschaft muss im Abstiegskampf punkten. Also: Zwei Spiele mit vier Mannschaften, die unbedingt punkten müssen. Das ist doch sehr gut und sehr spannend.

Im Laufe der Saison hat Ihre erste Mannschaft den Trainer gewechselt. Auf Patrick Knieps folgte Robert Wasilewski. War das nicht riskant.

Das war in der Tat eine schwierige Situation für uns. Im Endeffekt war es die richtige Entscheidung. Vielleicht hätten wir den Wechsel zwei oder drei Wochen früher machen sollen, dann hätten wir vielleicht den einen oder anderen Punkt mehr gehabt. Doch das ist reine Spekulation. Die jetzige Situation ist gut für uns. Wir können mit viel Selbstvertrauen ins letzte Spiel gehen.

Es war ein Wechsel, der nicht ganz reibungslos über die Bühne ging.

Ja, aber man muss der Gerechtigkeit halber auch sagen, dass Patrick Knieps bei uns gute Arbeit geleistet hat. Er hat vor allem in der Hinserie die Grundlage für unsere jetzige Situation gelegt. Das darf man nicht vergessen.

Die letzten Spiele haben gezeigt, dass der SCO überzeugte. Nehmen Sie daher auch die Zuversicht, mit genügend Selbstvertrauen nach Kemminghausen zu fahren?

Ja, alleine am vergangenen Sonntag gegen Frohlinde, die lange an der Tabellenspitze gestanden sind, haben wir eine überzeugende Leistung gebracht. Vor allem mit einer stabilen Abwehr. Das Selbstbewusstsein macht hoffentlich auch wett, dass wir personell schwächeln, nicht alle Spieler fit sind. Aus dieser Situation heraus müssten wir die nötigen Punkte in Kemminghausen holen.

Vor der Meisterschaft und somit vor der Bezirksliga-Relegation steht die SCO-Reserve. Was soll da am letzten Spieltag noch schief gehen?

Das ist noch lange nicht durch. Wir spielen am letzten Spieltag gegen den FSV Gevelsberg II. Und nicht nur wegen des 5:1-Sieges am vergangenen Sonntag gegen Sprockhövel II müssen wir höllisch aufpassen. Das wird eine ganz schwere Kiste.

Aber das Hinspiel hat die SCO-Reserve gegen die FSV-Reserve mit 4:0 gewonnen?

Das zählt nicht mehr. Insgesamt ist es für uns so – sowohl für die Erste als auch für die Zweite –, dass wir in den letzten Spielzeiten immer mit oben mitgespielt haben.

Es winkt der Aufstieg in die Bezirksliga.

Ja, aber das ist eine blöde Situation, dass der Meister nicht sofort aufstiegt, sondern gleich zwei Entscheidungsspiele auf jeweils neutralem Platz machen muss. Das finde ich nicht gut.

Wie verbringen Sie den kommenden Sonntag, bei welcher Mannschaft stehen Sie am Spielfeldrand?

Die erste Halbzeit schaue ich mir die Reserve am Schlagbaum an. Das Spiel beginnt um 12.45 Uhr. Dann geht es mit dem Bus mit der Mannschaft und einigen Fans nach Kemminghausen. Natürlich werde ich ständigen Kontakt zum Schlagbaum, zum Spiel der Reserve haben. Es wird ein spannender Sonntag.

Und nach den beiden Spielen? Wird gefeiert?

Das machen wir wie in den Jahren zuvor. Egal, wie es ausgeht, sitzen wir mit allen Mannschaften gemütlich zusammen und machen eine Art Abschlussparty.

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