RTF-Tour

„Diebstahl kann immer und überall passieren“

Bei Klaus-Dieter Paulus (r., hier mit Holger Hecker) laufen die Fäden für die 25. 16-Talsperrenrundfahrt des Gevelsberger Skiclubs zusammen.

Bei Klaus-Dieter Paulus (r., hier mit Holger Hecker) laufen die Fäden für die 25. 16-Talsperrenrundfahrt des Gevelsberger Skiclubs zusammen.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Gevelsberg.  Im Vorfeld der 25. Talsperrenrundfahrt des Skiclubs Gevelsberg spricht Vorstandsmitglied Paulus u.a. über Organisation und Diebstahlsicherung.

Es sind noch dreieinhalb Wochen, ehe die 25. Talsperrenrundfahrt des Skiclubs Gevelsberg in Szene geht. An bis zu 16 Talsperren in der näheren und weiteren Umgebung führen die angebotenen Strecken. Die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren. Wir sprachen mit Klaus-Dieter Paulus, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes sowie Mit-Organisator und „Erfinder“ der RTF-Tour.

Zum 25. Mal startet die Tour für Radtouristiker des Skiclubs Gevelsberg. Wird das nicht irgendwann langweilig?

Klaus-Dieter Paulus: Auf keinen Fall! Jedes Jahr gibt es neue Herausforderungen. Für die Organisation kann sich niemals eine wirkliche Routine einstellen – wenngleich wir immer wieder aus der vorherigen Auflage lernen und auf diese Erfahrungen zurück greifen können. Es gibt da eine umfangreiche Checkliste, an der wir uns jedes Jahr orientieren. Außerdem haben wird stetig neue Angebote neben der reinen Radtouristik

Als Höhepunkt gilt immer wieder die Marathonstrecke von 220 Kilometern. Das hat einen besonderen Stellenwert für den Gastgeber?

Ja, weil wir die Veranstaltung wieder als Radmarathon-Cup-Deutschland als besondere Auszeichnung anbieten können. Dadurch zählt dieser Marathon zu den 20 Top-Radsportveranstaltungen in Deutschland. Nicht zu vergessen, dass wird dafür vom Versorgungsunternehmen AVU mit der EN-Krone ausgezeichnet worden sind. Darauf sind wir stolz.

Stichwort Organisation. Bei Ihnen laufen die Fäden zusammen. Wie groß ist die Belastung?

Es stimmt schon, dass viel zusammen kommt. Schließlich wollen die Verpflegungsstellen organisiert sein, die Schilder an den verschiedenen Strecken angebracht oder mit den jeweiligen Gemeinden oder Grundstücksbesitzern verhandelt werden. Aber das mache ich nicht alleine. Denn vor, während und nach der Tour gibt es etwa 80 Helferinnen und Helfer, die kräftig mit anpacken.

Aber weil die Fäden bei Klaus-Dieter Paulus zusammen laufen, trägt dieser – also Sie – die Hauptlast?

Das kann ich nicht von der Hand weisen. Aber ich bin stetig dabei, nach und nach Verantwortung auf weiter Mitglieder beziehungsweise Vorstandsmitglieder zu übertragen. Es geht gut, Helferinnen und Helfer zu finden. Schwieriger wird es tatsächlich, Helferinnen und Helfer zu finden, die Verantwortung übernehmen. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber wir sind auf dem Wege.

An welche Bereiche denken Sie, wenn es darum geht, Verantwortung abzugeben?

Ein Beispiel sind die Streckenführungen. Schließlich haben wir Routen von 42, 72, 120 und 154 Kilometern sowie die Marathonstrecke von 220 Kilometern für die Radtouristiker im Angebot. Um ein grobes Bild von der längsten Strecke zu geben: Es geht am Biggesee vorbei übers Ebbegebirge bis zur Östertalsperre. Maximal vorbei an 16 Talsperren. Unterwegs gibt es sechs Kontroll- und Verpflegungsstellen. Etwa 700 Schilder müssen an allen Strecken angebracht werden. Das bedeutet für die Helferinnen und Helfer, dass etwa 750 Kilometer abgefahren werden müssen. Auch der Zustand der Strecken wird von uns überprüft. Beispielsweise kennzeichnen wir Gefahrenstellen gesondert. Für diese Aufgabe alleine haben wir fünf Teams zu jeweils zwei Personen zusammen gestellt.

Das ist der Aufwand für die Radtouristiker. Sie sprachen eben von neuen Angeboten. Bereits seit Jahren ist die RTF-Tour des Skiclubs keine reine Radtouristik mehr. Die Mountainbiker werden am 31. August zum achten Mal auf die Strecke geschickt. Kommt das Angebot gut an?

Ja, die Teilnehmerzahlen für die sogenannte CTF-Tour, unsere Country Touristik Fahrt für Mountainbiker, wächst tatsächlich. Wir bieten wieder die drei bewährten Strecken von 15, 36 und 53 Kilometern an. Die kürzere Strecke führt durchs Stefansbachtal über Silschede und Berge zurück zur Sportalm. Das soll insbesondere Einsteiger ansprechen. Die längeren Strecken führen unter anderem durch den Gevelsberger Stadtwald und über die Meininghauser Höhe. Hier haben wir einen Höhenunterschied von etwa 1000 Metern.

Seit kurzem gibt es auch Angebote für E-Biker. Es hat den Anschein, dass diese eher stiefmütterlich behandelt werden.

Nein, das kann ich so nicht stehen lassen. Wir haben die E-Biker, die eher die gemütlichen Radfahrer sind, immer mehr im Fokus. Wir wollen dem steigenden Interesse gerecht werden und erweitern gezielt das Streckenangebot. E-Biker können wie zuletzt auch an den RTF-Strecken über 42 und 72 Kilometer teilnehmen. Es gibt aber auch geführte Touren für diese Zielgruppe von 50 bis 60 Kilometer. Die E-Biker bekommen separate Startzeiten.

In Ihren Ankündigungen steht auch, dass es spezielle Trainings für E-Biker durch die Polizei geben wird. Was verbirgt sich dahinter?

Stimmt, und das geschieht auch am 31. August. Die Polizei bietet ein Sicherheitstraining an. Da geht es um die Besonderheiten der E-Bikes. Es geht unter anderem ums Fahrverhalten der verschiedenen Räder. Da wird beispielsweise sensibilisiert, was tote Winkel von Fahrzeugen gegenüber den Zweirädern bedeuten. Jeder kann mitmachen, auch wer kein E-Bike hat. Denn sowohl die Polizei als auch der Fahrradhandel stellt diese elektronischen Fahrräder zum Ausprobieren zur Verfügung.

Apropos sensibilisieren. Bei der RTF-Tour des RSC Silschede vor einigen Wochen wurde einem Teilnehmer ein etwa 10.000 Euro teures Rad gestohlen. Wie wird der Skiclub Gevelsberg für seine RTF-Tour darauf reagieren?

Es wird keine extra Sicherheitsmaßnahmen geben. Das bringt nichts. Allerdings wollen wir die Helfer und die Teilnehmer dahingehend sensibilisieren, auf ihre Räder noch besser aufzupassen. Wir fordern auf, verstärkt auf die eigenen Räder, aber auch auf die der weiteren Teilnehmer zu achten. Das fällt hoffentlich leicht, weil die RTF-Fahrer immer in kleineren oder größeren Gruppen fahren.

Kann so ein Diebstahl auch bei Ihnen passieren?

Unwahrscheinlich, wenn alle drauf achten. Man ist schon sensibilisiert allein dadurch, dass in der RTF-Branche dieser Diebstahl ein Gesprächsthema ist. Allerdings kann Derartiges immer und überall passieren. Es hat für mich den Anschein, dass in Silschede Profis am Werk gewesen sein müssen. Sie haben vorher ausbaldowert, wer mit welchem Rad gekommen ist. Wer alleine oder wer in einer Gruppe da ist. Dann war offensichtlich die kurze Zeit schnell genutzt, um das teure Rad zu stehlen und wegzuschaffen. Vermutlich sehr schnell mit einem Fahrzeug.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben