Radtouristik

Diebstahl überschattet Radtour

Start- und Zielbereich der RTF-Tour des RSC-Silschede ist das Waldstadion.

Start- und Zielbereich der RTF-Tour des RSC-Silschede ist das Waldstadion.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Gevelsberg.  Er war kurz rein, um sich anzumelden. Als Marcus Mohring (RC Waltrop) wieder ins Freie kam, war sein über 10.000 Euro teures Fahrrad gestohlen.

Im Waldstadion Silschede herrscht geschäftiges Treiben, es stehen Fahrräder herum und die letzten Radtouristikfahrer treffen müde dort ein, wo sie vor mehreren Stunden gestartet sind. Manche sind nass vom Regen – oder nass verschwitzt. Andere sind trocken geblieben. Es ist Samstagabend und es donnert über dem Kunstrasenplatz. Hans-Gerhard Noelle geht nach draußen und sagt zusammenfassend: „Wir sind zufrieden.“ Er ist Sprecher des RSC Silschede, der zur 11. Radtouristikfahrt, der RTF-Tour, eingeladen hatte.

Bundestreffen als Konkurrent

Dieses „zufrieden“ wird aber eingeschränkt. Zum einen hatte der Verein auf bis zu 400 Teilnehmer gehofft. Es kamen 276. Ein Grund war wohl, dass sich die RTF-Tour mit dem Bundesradsporttreffen in Neustadt überschnitt. Dennoch zeigte sich Noelle mit dem Zuspruch zufrieden.

Zum zweiten überschattete ein Diebstahl diese elfte Auflage. Marcus Mohring vom RC Sprinter Waltrop kam mit seinem Fahrrad von Dortmund nach Silschede angereist. Innerhalb des Stadions stellte er sein Fahrrad ab. Es war kurz nach 9 Uhr, als er in die Kabine zur Anmeldung ging. Nach nur wenigen Minuten ging es wieder raus – und sein Fahrrad war weg. Geklaut. „Ich kann das nicht begreifen. Ich kann mir das nicht erklären“, sagt Mohring einen Tag später über den Verlust des über 10.000 Euro teuren Rades. Anstatt die Strecke von 151 Kilometer anzugehen, suchte Mohring zunächst das Rad in der Umgebung des Waldstadions. Schließlich gab es mit der alarmierten Polizei einiges zu klären.

400 Schilder angebracht

Die 151 Kilometer bildeten die längste Strecke, die der RSC Silschede im Angebot hatte. Ferner gab es die Wahl für 41, 71 und 111 Kilometer. Alle waren im Vergleich zu den vorherigen Jahren neu entworfen. Allein anhand dieser Änderung wurde deutlich, wie viel Aufwand hinter der RTF-Tour steckte. Noelle erklärt, dass die Helferinnen und Helfer alleine mehrere Tage gebraucht hätten, um die neuen Strecken auszusuchen. Man könne nicht einfach nach einer Karte gehen und irgendeine Strecke abstecken, erläutert Noelle, sondern müsse sie auch kennen und wissen, wo sie lang führt.

Zur Vorbereitung der Silscheder zählte auch, die Strecken auszuschildern. Dazu fuhren zwei Gruppen Teile der Strecken ab, für die über 220 Kilometer benötigten die Silscheder mehr als fünf Stunden. 400 Schilder waren es, die angebracht werden mussten. Hinzu kamen Stände mit Verpflegung. „Es hat sich gelohnt“, so Noelle. Die neuen Strecken sind super angekommen.“

Während Hans-Gerhard Noelle die Bilanz zieht, donnert es. Ein Zeichen, dass es unterwegs auch geregnet hatte. So erlebten einige Teilnehmer einen kleinen Schauer. Noelle: „Kein Problem. Denn es ist viel schlimmer für Radfahrer, nass zu starten, als während der Fahrt nass zu werden. Außerdem könne ein Schauer für Abkühlung sorgen.“

Die Veranstaltung wertet Noelle als gelungen. Es habe keine Unfälle gegeben, keiner habe sich verfahren und alle sind heile wieder angekommen. Nachdem die Radfahrer sich entspannen und erholen dürfen, geht die Arbeit für diejenigen, die die RTF-Tour möglich gemacht haben, weiter: Es muss abgebaut werden. Im Stadion, an den Strecken, wo die Beschilderung wieder abmontiert werden muss.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben