Baseball

Dritter Aufstieg in Serie ist kein Zufall

Sebastian Balk ist einer der Spieler, die einst von den Hagen Chipmunks nach Ennepetal gekommen sind.

Sebastian Balk ist einer der Spieler, die einst von den Hagen Chipmunks nach Ennepetal gekommen sind.

Foto: Michael Scheuermann

Ennepetal.   Sie sind von der Bezirks- in die Verbandsliga marschiert – und nun geht es weiter. Die Ennepetal Raccoons sind in die 2. Bundesliga aufgestiegen.

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Menschen, die selbstbewusst ein Ziel für die Zukunft formulieren, wenn oftmals belächelt. So musste auch Achim Hilger, Trainer der Baseballer der Ennepetal Raccoons, sicher das ein oder andere Lächeln hinnehmen, als er sein Ziel „Bundesliga“ formulierte. Jetzt haben er und seine Waschbären dieses Ziel erreicht – die Ennepetal Raccoons sind bereits vor dem Finale der Playoffs sportlich in die 2. Bundesliga aufgestiegen.

Grund dafür ist der Gegner, der im zweiten Halbfinale zwischen den Jülich Dukes und den Cologne Cardinals III ermittelt wurde. „Ich habe nicht damit gerechnet, aber Köln hat sich im entscheidenden dritten Spiel durchgesetzt“, schildert Achim Hilger. Da allerdings bereits die zweite Mannschaft der Kardinäle in der 2. Liga aktiv ist, kann die Drittvertretung nicht aufsteigen – wodurch Ennepetal automatisch als Aufsteiger feststeht. Es ist der dritte Aufstieg der Waschbären in Serie.

Hilger wollte Perspektive schaffen

2014 übernahm Hilger aufgrund den Trainerposten bei den Junioren, bei denen auch sein Sohn Julius aktiv war. Schnell war klar, dass er den Jugendlichen eine größere sportliche Perspektive im Herrenbereich bieten möchte, als das die Bezirksliga tut. Damals, vor genau drei Jahren, schickt sich Hilger mit Verstärkungen an, in Ennepetal alles besser zu machen. „Wir trainieren mehr als andere Mannschaften, bereiten Spieler auf die Saison vor, entwickeln die Talente“, beschreibt er seine tägliche Arbeit. Er lässt dabei keine Gelegenheit aus, das besondere Engagement seiner Schützlinge zu erwähnen, egal ob junger Student oder erfahrener Selbstständiger. „Die Jungs arbeiten stark. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie vier Mal die Woche zum Training kommen, ohne einen Cent dafür zu bekommen“, so der ehemalige Nationalspieler. „Das habe ich zuletzt in meiner Zeit in der Bundesliga so gesehen.“

Verstärkung aus Hagen hilft weiter

Zusammen mit dem Verein schicken sich Hilger und seine Akteure an, die Bezirksliga schnell hinter sich zu lassen – mit Erfolg. Kaum ein Gegner kann den Raccoons das Wasser reichen, Woche für Woche hagelt es deutliche Siege. Ein wichtiger Bestandteil ist die Wechselflut aus Hagen. Mehrere Spieler wie Patrick Balk, Bruno Fengler oder Marcel Penger wechseln von den Chipmunks, damals noch Zweitligist, zum Bezirksligisten an das Voerder Tanneneck. Für fast alle ist es ein Wechsel, den keiner im Nachhinein bereut hat.

„Sie haben sich super bei uns entwickelt, kamen aber auch mit einer Menge Talent“, sagt Achim Hilger. Ohne die Neuzugänge aus der Nachbarstadt wäre die aktuelle Erfolgsstory vermutlich nicht zustande gekommen. „Ohne sie wäre das undenkbar, sie kamen genau im richtigen Moment“, freut sich Hilger noch heute über die Verstärkungen. Gemeinsam mit dem guten Stamm aus Ennepetal und den immer besser werdenden Junioren hat sich ein Team formiert, dass beinahe zwei Jahre ungeschlagen blieb.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der drei Aufstiege in Serie sind die Importe der Ennepetaler. Lucas Babinec machte den Anfang, in diesem Jahr brachten William Swindling und Dmitry Shtykher ihre Fähigkeiten gewinnbringend ein. Wie gut es ihnen in Ennepetal gefällt, unterstreicht die Rückkehr von Babinec für die Playoffs in diesem Jahr. Extra aus Südamerika machte sich der US-Amerikaner für ein paar Wochen auf zu den Raccoons. Im kommenden Winter will er wieder in Südamerika spielen – mit einer möglichen Rückkehr im kommenden Frühling.

Trainersohn geht nach Melbourne

Richtung Ausland verlassen werden die Ennepetaler Will Swindling und Trainersohn Julius Hilger, beide zieht es an das andere Ende der Welt nach Australien. Swindling wird zukünftig in Sydney seine Zelte aufschlagen, Hilger Jr. möchte in Melbourne weitere Erfahrungen sammeln. Entsprechend sondieren die Verantwortlichen der Raccoons derzeit den Markt für etwaige Neuverpflichtungen für das kommende Frühjahr.

Dann beginnt nämlich die Saison in der 2. Baseball-Bundesliga für die Ennepetal Raccoons. Sicherlich auch mit einem Lächeln und etwas Genugtuung im Gesicht von Trainer Achim Hilger.

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