Fußball

Ein Meister, ein Vize-Meister, zwei Relegationen

Meister der Fußball-Kreisliga A, Gruppe 2: SC Obersprockhövel II.

Meister der Fußball-Kreisliga A, Gruppe 2: SC Obersprockhövel II.

Foto: Heinz-G. Lützenberger

Ennepe-Süd/Sprockhövel.   Der SC Obersprockhövel im Endspiel um Aufstieg in Westfalenliga. Die SCO-Reserve konzentriert sich auf TSK Hohenlimburg

Es schien alles zu passen, rund um den Schlagbaum. Alexander Valdix hatte gerade mit seinem zweiten Treffer den SC Obersprockhövel II mit 2:0 in Führung gebracht. Die Meisterschaft der Fußball-Kreisliga A, Gruppe 2, war nicht mehr weit. Gleichzeitig machte sich ein Fanbus der Landesliga-Garnitur gen Dortmund auf den Weg. Hupend, mit freudigen Mitfahrern. Beim VfL Kemminghausen sollte auch die Erste das Meisterstück machen. Am Sonntagnachmittag schließlich eine gemischte Gefühlslage: Der SCO II hat den Titel gewonnen – und muss in die Relegation um den Bezirksliga-Aufstieg. Der SCO hat dagegen als Spitzenreiter den Titel verloren – und darf als Vize-Meister in die Relegation um den Westfalenliga-Aufstieg.

Valdix fünffacher Torschütze

So rund es bei der SCO-Reserve lief, so unrund bei der Ersten. Fünfmal traf Valdix – beim 7:3 (2:0)-Sieg gegen den FSV Gevelsberg II, der sich wirklich lange als hartnäckiger Gegner erwiesen hat. Sow, Feldmann und Schmidt hatten durchaus die Möglichkeiten – gar zur Führung oder zum Ausgleich aus Sicht der Gäste. Unvermögen, Pech, starker Keeper Björn Zell waren die Ursachen, dass das SCO-Gehäuse nahezu vernagelt war. Erst als der Gastgeber und nunmehr Meister ab etwa einer Stunde die Zügel gewaltig schleifen ließ, kamen die Gevelsberger zu ihren Treffern.

So kam es zu Tänzen, der Sekt spritzte, das obligatorische „Humba tätärää“ stimmt Alexander Valdix an. Die Trainer Andreas Hain und Andreas Klatt feierten die Jungs. Der Moment gehörte ihnen ganz alleine – zusammen mit mehreren Hand voll Fans an der Seitenlinie. Und irgendwann der gekühlte Gerstensaft. Schließlich ist es noch eine Woche, ehe die SCO-Reserve zum ersten Relegationsspiel antreten muss. Der kommende Sonntag ist als erster Termin festgelegt. Im Gevelsberger Stadion Stefansbachtal kommt es um 15 Uhr zum ersten Duell. Gegen TSK Hohenlimburg, der bereits früh als Meister feststand und mit neun Punkten Vorsprung die Hagener Gruppe vor den punktgleichen SC Berchum-Garenfeld II und SpVg SW Breckerfeld anführt.

Die Vorbereitung, die intensive Vorbereitung mit Hain/Klatt wird mit dem ersten Training kommen. Keine Frage. Einen ersten Dämpfer der glückseligen Momente gab es, als die erste Nachricht aus Dortmund den Schlagbaum erreicht. Die Erste verliert, Sodingen gewinnt, die Erste verliert die Tabellenspitze an Sodingen. Im ersten Moment ist es nur ein schwacher Trost für alle Beteiligten, dass der SCO immerhin Vize-Meister wird und an der Relegation zum Aufstieg zur Westfalenliga teilnimmt. Am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, geht es gegen den VfB Fichte Bielefeld los. Der Sieger steigt auf. Der zweite Westfalenliga-Aufsteiger wird übrigens zwischen SC Westfalia Kinderhaus (Münster) und dem FSV Gerlingen ermittelt – ebenfalls am kommenden Donnerstag, ebenfalls auf neutralem Platz.

Negatives Déjà-vu

Dabei musste der SC Obersprockhövel ein negatives Déjà-vu erleben. Denn wie im Vorjahr verspielten die SCO-Kicker im letzten Spiel, in Kemminghausen, in der Schlussphase die Meisterschaft – und den direkten Aufstieg. Das ist bitter, das nagt. Das hinterlässt eine Mischung aus Ratlosigkeit und Frust.

Vor allem das Auslassen von Großchancen hinterlässt viele Fragezeichen bei den verantwortlichen. Die Nerven versagten plötzlich. Der sonst so treffsichere Ismael Diaby scheiterte dreimal. Die dick­ste Chance vergab Niklas Niedergethmann, der mit einem langen Ball über die Abwehr bedient wurde und im Eins-gegen-Eins gegen den Kemminghausen-Keeper das ungenaue Abspiel auf Diaby wählte, anstatt selbst abzuschließen. Der Ausgleich von Arber Berbatovci (77.), weckte neue Hoffnungen bei den Gästen. Doch in der letzten Minute zerplatzten diese wie Seifenblasen, als Armed Ersoy zum 2:1-Endstand traf.

Relegationsgegner: Fichte Bielefeld

Jörg Niedergethmann, der Sportliche Leiter des Landesligisten SC Obersprockhövel, konnte die Enttäuschung nach dem Abpfiff kaum in Worte fassen. „Vielleicht war der Druck zu groß.“ Interimstrainer Robert Wasilewski war bedient: „Es ist schwer, etwas dazu zu sagen. Wenn du vorne drei-, vier-, fünfmal die Dinger nicht machst und dem Gegner dann das Tor schenkst, dann gewinnst du nicht.“

Jetzt heißt es, sich auf die kommende, wichtige Aufgabe zu konzentrieren – auf das Aufstiegs-Endspiel gegen den VfB Fichte Bielefeld. „Wir werden uns in den nächsten Tagen über den Gegner informieren. Was unsere Mannschaft angeht, müssen wir versuchen, die Jungs aufzubauen. Wir werden viel reden“, so der Sportliche Leiter Jörg Niedergethmann, der Einzelgespräche mit den Spielern ankündigte, um den Spielern die Anspannung zu nehmen. „Am Donnerstag ist es wieder ein Kopfspiel.“

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