Basketball-Regionalliga

EN Baskets Schwelm wollen sofort zurück in 2. Basketball-Bundesliga

Bleibt bei den EN baskets Schwelm: Mathias Perl

Bleibt bei den EN baskets Schwelm: Mathias Perl

Foto: Michael Scheuermann

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Schwelm.  Die EN Baskets Schwelm blicken nach vorne – auf die im September startende Saison in der Basketball-Regionalliga. Ziel ist der sofortige Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga, Pro B. Zur Verfügung steht ein Budget von 200 000 Euro. Als Spieler stehen fest Vladimir Pinchuk, Mirko Krieger, Lukas Erdhütter – und Mathias Perl. In der kommenden Woche will der Klub verkünden, wer als neuer Trainer verpflichtet ist. Danach setzen sich die weiteren Personalplanungen fort.

Das sind im Kern die Faktoren, die in der jüngsten Bilanz-Pressekonferenz die EN Baskets Schwelm bekannt gegeben haben. In dieser hat Kai Wicke, einer der vier Gesellschafter der GmbH, zusammen mit den beiden Geschäftsführern Omar Rahim und Michael Kersthold in einer bis dato unbekannten Offenheit die Baskets-Zahlen präsentiert.

Die 200 000 Euro fallen allerdings nicht alleine für Kader und Trainerstab an. Denn mit diesem Budget müssen auch die weiteren Kosten gedeckt werden: Fahrten zu den Auswärtsspielen, Beiträge für die Berufsgenossenschaft oder Versicherungen für die Spieler sowie Kosten für Verband, Liga und Schiedsrichter zählen unter anderem dazu.

Falschen Gerüchten entgegen treten

„Wir machen unser Budget offen, weil es in jüngster Zeit zu viele Gerüchte und falsche Informationen über die Baskets gegeben hat“, erläutert Kai Wicke – und holt aus bis in den Sommer 2014, als die Baskets einen Schnitt machten, sich umfirmierten aus den Schwelmer Baskets zu den EN Baskets Schwelm (in deren Folge auch zu den RE Baskets Schwelm, die in der 2. Regionalliga als Vierte abgeschlossen haben) und sich in einer neue Gesellschaft gründeten.

Basketball in Schwelm fast tot

„Im Sommer 2014 war der Basketball in Schwelm fast tot. Der komplette Basketball“, so Wicke. „Wir standen am Scheideweg, ob wir uns professionell aufstellen oder ob wir in die Insolvenz gehen.“ Dramatischer ging es kaum. Die Entscheidung fiel zu Gunsten einer neuen Gesellschaft – mit erheblichem finanziellen Risiko. Denn die damals drei Gesellschafter Wicke, Stoffels und Lusebrink hatten einen Haftungsgrundstock von 600 Euro übernommen. Dem standen ein Verlustvortrag von 36 000 Euro sowie offene Forderungen von 30 000 Euro gegenüber. „Wir, die Gesellschafter, haben die alte Gesellschaft mit alter Gesellschaftsform für einen Euro gekauft“, so Kai Wicke. Das Eigenkapital wurde durch das Gesellschafter-Trio auf 27 000 Euro als Grundstock erhöht, dazu kamen 45 000 Euro fürs operative Geschäft und um Schulden abzubezahlen. Ergo hat jeder der Gesellschafter 9 000 plus 15 000 Euro in die neue Gesellschaft gepumpt. Eine gemeinnützige Gesellschaft übrigens, aus der Gewinne nicht entnommen werden dürfen.

Starke Ausgabendisziplin

Dank „einer starken Ausgaben-Disziplin“ (so Wicke) konnten die Schulden abbezahlt werden, im Dezember 2014 (Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr) stand ein Plus von etwa 17 000 Euro auf der Habenseite. Es gelang der Ligaerhalt, es ging der Blick in die Saison 2015/2016 – mit bekannt schlechtem Ende. „Wir ziehen uns den Schuh an, dass wir sportlich versagt haben“, so Kai Wicke. Vor allem die Wintererwerbung Ivan Krolo (er kam zusammen mit Sören Fritze) sei für Schwelm „der teuerste Spieler, der einen Ball gefangen hat“, so Wicke weiter. Insgesamt hatten die Baskets für die Menschen der Saison 2015/2016 etwa 30 000 Euro investiert.

Finanziell aber konnte Ende 2015 die Konsolidierung fortgesetzt werden, die Gesellschaft hatte einen Gewinn von 1 400 Euro zu verzeichnen. Mittlerweile ist Peter Schmücker als vierter Gesellschafter mit den entsprechenden Einlagen an Bord. „Ein absoluter Basketball-Junkie“, so Rahim, der einst selbst als Spieler Schmücker zum ersten Trainer hatte.

Quartett fürs Sportliche

Omar Rahim wird zusammen mit dem neuen Trainer („Wir stehen kurz vor dem Abschluss. Es soll eine hauptamtliche Lösung sein.“), Frank Herzbruch und Peter Schmücker ein Auge auf die sportlichen Belange haben. Viele Gespräche hat es bereits mit potenziellen neuen Baskets-Spielern gegeben. „Da sind viele Spieler, die wir unabhängig vom neuen Trainer haben wollen“, ergänzt Michael Kersthold. Das in Schwelm verbleibende Quartett mit Perl, Erdhütter, Pinchuk und Krieger zählt dazu. Es soll ein 10- bis 12-köpfiger Kader werden – voraussichtlich mit maximal einem Nicht-EU-Ausländer.

Zwar lautet das Ziel, wieder aufzusteigen, wieder in die Pro B zu gelangen, doch den Beteiligten ist klar, dass dies ein schweres Unterfangen sein wird. So liege das Budget von 200 000 Euro nicht ganz oben in der Regionalliga, sei „aber im oberen Drittel wiederzufinden“, so Kai Wicke. Und somit ist auch klar, dass die Konkurrenz um die Meisterschaft stark sein wird. Rahim: „Die besten fünf Mannschaften werden ein sehr starkes Niveau haben.“

Regionalliga: Weniger Fixkosten

Insgesamt bietet die Regionalliga für die EN Baskets Schwelm auch einen Chance – zur Erneuerung, zur weiteren Konsolidierung. Denn: „Alleine an Fixkosten für die Junge Liga werden wir mit etwa 35 000 Euro weniger belastet“, macht Kai Wicke eine weitere Rechnung auf.

Dass es mit dem Basketball in Schwelm weiter geht, dürfte den Nachwuchs erfreuen. „Wir können da weiter machen, wo wir 2009 begonnen haben“, so Omar Rahim. Vor sieben Jahren nämlich gab es eine erste Schul-AG für den Basketball. Mittlerweile sind es deren 15 in den hiesigen Grundschulen. Weitere Anfragen gibt es – auch aus Kindergärten. Die sollen fachgerecht betreut werden. „Und wir wollen auch über Schwelms Grenzen hinaus“, so Omar Rahim.

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