Fußball-Oberliga

Ennepetal bleibt an Tabellenspitze

Ennepetal.  Vier Spiele, vier Siege. In der Fußball-Oberliga bleibt der TuS Ennepetal spitze. Nach dem 3:2 (2:2) gegen die SF Siegen.

Sechs Pflichtspiele gegen Oberligisten – alle gewonnen. Davon zwei im Westfalenpokal, davon vier in der Liga. Zuletzt am Sonntag. Der TuS Ennepetal bleibt mit dem 3:2 (2:2) gegen die SF Siegen Spitzenreiter in der westfälischen Beletage. Die Freude, die Lautstärke in der Kabine am Bremenstadion waren entsprechend. Die Jungs feiern sich. Und das haben sie auch verdient.

Kleiner Wirbelwind durchs Stadion

Die ersten 45 Minuten kamen allerdings wie ein kleiner Wirbelwind ins Bremenstadion daher: Die Ennepetaler wussten nicht, wie ihnen geschah, als sie bereits nach drei Minuten zurück lagen. Yannick Wolf tankte sich über links durch, flankte, Okay Yildirim stand völlig frei, hatte keine Mühe, den Ball im Ennepetaler Netz unterzubringen.

Nun könnte man ja denken, dass ein frühes Gegentor einen aufwecken würde, dass ein frühes Gegentor noch genügend Zeit lässt, um alles zu drehen, alles wieder gut zu machen. Nur, dass die SF Siegen weiterhin mit einer unglaublicher Vehemenz das Tor von Marvin Weusthoff bestürmten, ließ einen angst und bange werden.

Siegen hatte die Hoheit im Mittelfeld, Siegen kreierte die meisten Chancen, Siegen scheiterte aber auch am meisten. An der Innenverteidigung mit Maik Bollmann und Stefan Siepmann. An den Außenverteidigern Deniz Yasar und Marvin Matten. Allen voran aber an Keeper Marvin Weusthoff – wenngleich er längst nicht in alle Szenen so souverän wirkte, wie man es von ihm gewohnt sein kann.

Nach und nach befreiten sich die Ennepetaler von der Umklammerung. Es zeigte sich überdies, dass die Gastgeber ein großes Kämpferherz auszeichnet. Kein Ball wurde verloren gegeben, stets setzten die Jungs in den blauen Trikots nach. Und nach einer guten Stunden belohnten sich der Gastgeber: Es war eine Szene wie aus dem Lehrbuch. Ein Eckstoß von Robin Gallus geht zum kurzen Fünfer. Dennis Drepper lauert dort, steigt hoch, dreht sich in der Luft, mit Wucht und per Kopf drückt er das Leder ins Siegener Netz. Einfach grandios. Zum mit der Zungen schnalzen.

Ennepetal ließ nicht locker. So setzte vier Minuten nach dem Ausgleich Ibrahim Lahchaychi, der immer wieder seine Schnelligkeit raumgewinnend einsetzte, zum Solo in den gegnerischen Strafraum an. Andreas Busik lässt das Bein stehen, Lahchaychi kommt zu Fall, Strafstoß. Und die Coolness in Person für diese Sonderaufgabe ist Keeper Marvin Weusthoff. Und auch diesmal tritt er an, verlädt seinen Pendant Christoph Thies – und fast wäre Ennepetal mit einer Führung in die Pause gegangen. „Dabei wäre ich zunächst froh gewesen, wenn wir nur mit einem 0:1 in die Kabine gegangen wären“, sagte Alexander Thamm. „Anfangs sind wir im Kreis gelaufen, hat Siegen bärenstark gespielt.“

Doch Siegen kam noch vor der Pause zurück, stürmte weiter munter fort. Und einmal mehr war es der quirlige Mann mit der Trikotnummer elf, der sich durchspielte. Die Situation war fast durch, Yannick Wulf hatte mit dem Ball die Torauslinie erreicht, als ein Bein von Marvin Matten den Siegener Stürmer zu Fall bringt. Den folgenden und fälligen Strafstoß verwandelte Jost sicher.

Mit dem Seitenwechsel kamen beide Mannschaft gefestigter zurück. Gefestigter in den defensive Aktionen. Das hatte zur Folge, dass die Torchancen hüben wie drüber weniger wurden. Allerdings hatten die Ennepetaler sich mehr und mehr auf Augenhöhe mit den Siegenern eingerichtet. Einmal mehr zeigte sich, dass die Ennepetaler Bank enormes Potenzial besitzt. Kherlopian kam für Mermer (56.), Williams für Hausmann (66.) und El Hajui für Breilmann (74.) Eindeutig brachte dieses Trio mehr Impulse für das Team des Gastgebers. Obendrein kam Lepore für Matten (83.) – und sorgte so für mehr Alternativen für ein Ennepetaler Konterspiel.

Tor wie aus dem Lehrbuch

Und das war auch nötig. Denn spätestens mit dem Treffer zum 3:2 wurde die Siegener Angriffe wieder heftiger. Das Ennepetaler Tor an sich dürfte auch aus einem Kapitel eines Fußballlehrbuches sein. Deniz Yasar tritt zum Freistoß an. Während er läuft, zieht Robin Gallus den Mittelstürmer Dennis Drepper aus dem Zentrum heraus, aus dem Fünfer. Der Raum dort wird frei, Maik Bollmann steht nun völlig alleine, verpasst aber den Ball. Aber auch Stefan Siepmann steht frei. Mit dem Kopf sorgt er für den Endstand (67.).

Indes waren noch bange Minuten zu überstehen. Minuten, in denen es durchaus hitziger wurde, in denen die Gäste durchaus die Chancen zum Ausgleich hatten. Um so erleichternd der Jubel, als drei Minuten nach der regulären Spielzeit Schiedsrichter Leonidas Exuzidis die Partie abpfiff.

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