Strongman

Ennepetaler Strongman isst mehr als alle anderen

Strongman Dennis Biesenbach muss am Tag bis zu 7000 Kalorien zu sich nehmen.

Strongman Dennis Biesenbach muss am Tag bis zu 7000 Kalorien zu sich nehmen.

Foto: Fabian Vogel

Ennepetal.  Der Ennepetaler Strongman Dennis Biesenbach darf richtig zulangen beim Essen. Bis zu 7000 Kalorien muss er am Tag verputzen.

Der Tisch ist reichlich gedeckt, die Portionen sind riesig – genauso riesig wie der Hunger von Dennis Biesenbach, dem fünftstärksten Mann Deutschlands. Der Ennepetaler Kraftprotz braucht eine ordentliche Menge Nahrung am Tag, um seine Muskeln am Laufen zu halten. Die Zahl der Kalorien, die Biesenbach dafür zu sich nehmen muss, ist dreimal so hoch wie der empfohlene Tagesbedarf.

Natürlich nimmt Dennis Biesenbach diese Energie nicht in einer einzigen Portion zu sich. „Das wird auf vier bis fünf Mahlzeiten aufgeteilt“, sagt der starke Mann. 6000 bis 7000 Kalorien muss er täglich zu sich nehmen. Vor allem in der direkten Wettkampfvorbereitung ist die Nahrungsaufnahme für ihn essenziell, denn bei den Trainingseinheiten mit den enormen Gewichten verbraucht Biesenbach eine Menge. „Ich brauche das, einfach weil es auch verbraucht wird“, sagt er.

Die Saison bei den starken Männern reicht von April bis in den Oktober, danach gilt es für Biesenbach, das zugenommene Gewicht wieder abzubauen. Im Winter, gerade dann, wenn andere deutlich mehr essen als im Sommer, muss er also seine Mahlzeiten reduzieren. „Dann nehme ich nur die Hälfte der Kalorien zu mir“, erklärt er.

Immer im Überschuss

Generell ist der Ennepetaler bei der Nahrungsaufnahme dabei immer im Kalorien-Überschuss. Doch das geht nicht das ganze Jahr, schließlich muss auch Dennis Biesenbach genau darauf achten, was er isst. „Ich kann nicht den ganzen Tag nur Fast Food essen, das ist ein Irrglaube“, sagt er. Verboten ist es nicht, Biesenbach achtet aber darauf, die schnellen Mahlzeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Denn durch das viele Fett, das in den meisten Fast-Food-Gerichten enthalten ist, entsteht nur tote Masse, die dem Strongman eher im Weg ist.

Der Tag beginnt für ihn mit einem Frühstücksshake – überwiegend aus Proteinen. Allein dieser enthält schon fast den für den Normalverbraucher empfohlenen Tagesbedarf an Kalorien – 1500 sind das in Zahlen ausgedrückt.

Weiter geht die Nahrungsaufnahme für Dennis Biesenbach mit einer kleinen Zwischenmahlzeit. Mal ist das ein weiterer Shake, mal isst der Ennepetaler eine große Schale Nüsse. Der Hintergrund dabei: Nüsse enthalten ungesättigte Fettsäuren, die für ein gutes Blutbild sorgen und die Durchblutung anregen, zusätzlich ist sind Nüsse voller Proteine – und genau die braucht Biesenbach, um den Muskelaufbau zu unterstützen.

Abends dann „ein bisschen“ Fisch

Gegen Mittag geht es dann mit einer Proteinquelle weiter, 500 Gramm Rind oder Hähnchen, dazu eine Beilage, die viele Kohlenhydrate liefert. Als kleinen Zwischensnack gibt es dann noch einen weiteren Shake, der ihm viele wichtige Stoffe liefert. „Abends gibt es dann etwas leichtes wie Thunfisch zum Beispiel“, erklärt Biesenbach. „Leicht“ heißt bei dem Kraftprotz 500 Gramm Fisch – und auch hier darf eine Beilage wie Reis, Kartoffeln oder Nudeln natürlich nicht fehlen.

Hinzu kommt neben den vier- bis fünf Mahlzeiten am Tag auch noch eine ganze Menge Wasser. Fünf bis sechs Liter trinkt der Strongman am Tag. Und auch wenn Biesenbach von sich selbst sagt, dass er ein „sehr durstiger Typ“ ist, ist es durchaus anstrengend, diese Menge aufzunehmen. „Bis zum vierten Liter ist das kein Problem, darüber hinaus wird es schon schwierig“, sagt der 27-Jährige. Mit anderen Getränken tut er sich dagegen schwer, süße Getränke versucht er zu vermeiden.

„Cola bremst mich persönlich aus“, sagt er. Was verwunderlich ist, denn einige seiner Konkurrenten trinken extra vor den Wettkämpfen die süße Limonade, um durch den hohen Zuckeranteil noch einmal deutlich gepusht zu werden. Er beschränkt sich, was die Getränke angeht, auf Wasser und Apfelschorle.

Schwach wird der fünftstärkste Mann Deutschlands aber auch ab und an. „Süßigkeiten sind zwischenzeitlich mal ok“, sagt er. Viele darf er aber nicht zu sich nehmen, der Ernährungsplan verbietet ihm die Zunahme von zu viel Zucker am Tag. Kohlenhydrate sind dagegen wichtig, sie sorgen für ausreichend Stoffe, die Dennis Biesenbach dann im Training verbrennen kann. Essen was er will, nur um zuzunehmen, ist also nicht drin für den Strongman, der sich in diesem Jahr weiter verbessern möchte – und dazu gehört eben auch eine vernünftige Ernährung. „Das folgt alles einem Plan“, sagt er. Unterstützt wird Biesenbach dabei von seiner Freundin, die ihm vor allem beim Kochen hilft. Ein bis zwei Stunden wird täglich vorgekocht, je nachdem, was auf dem Plan steht.

Viel essen ist also in Ordnung für den Ennepetaler – wobei er genau darauf achten muss, was er isst. Seine Wahnsinns-Kraft kommt ja nicht von ungefähr.

>>> Sechs Mal muss sich Biesenbach quälen

Bei dem Wettkampf „Deutschlands stärkster Mann“ in Bad Tölz ist Dennis Biesenbach in diesem Jahr wieder einer der Favoriten auf die vorderen Plätze. Bereits bei den offenen deutschen Meisterschaften vor ein paar Wochen steigerte er sich im Vergleich zum Vorjahr von Platz fünf auf Platz drei. Mindestens diesen Platz möchte er auch an diesem Wochenende erreichen, dabei muss der Ennepetaler seine Kraft in sechs Disziplinen beweisen.

1. Autokreuzheben auf Maximalgewicht:
Die Vorderachse eines PKWs wird in einem Eisengestell und zwei Griffen wie beim Kreuzheben angehoben. Gewicht: 350 bis 400 Kilogramm.
2. Baumstamm stemmen auf Maximalgewicht: Dennis Biesenbach muss einen Baumstamm in einer Eisenform nach oben stemmen. Das höchste Gewicht gewinnt – nicht die Wiederholungen.


3. Gewichtshochwurf: Drei Mal muss der Ennepetaler schwere Säcke über eine Stange in 4,20 Meter Höhe werfen. Die Säcke werden von Durchgang zu Durchgang immer schwerer.


4. Wheelflip: Wie der Name der Disziplin schon sagt, geht es darum einen LKW- oder Treckerreifen so oft es geht umzuwerfen. Der Reifen wiegt 380 kg.
5. Carry & Drag
: Hierbei muss Dennis Biesenbach einen 130 kg schweren Sandsack tragen, diesen auf einen Eisenschlitten laden, der dann ins Ziel gezogen werden muss.

6. Yoke:
Die Paradedisziplin des Ennepetaler Strongman. Der Athlet muss ein mit Gewichten beladenes Gerüst über eine Strecke von 20 Metern tragen, das Gerüst mit den 400 kg schweren Gewichten liegt dabei auf seinen Schultern auf.

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