Fitness

Es wird kalt auf dem Boulevard

Am Freitag eröffnet in Gevelsberg das Fitnessstudio More Energy seine neue Kältekammer

Am Freitag eröffnet in Gevelsberg das Fitnessstudio More Energy seine neue Kältekammer

Foto: Fabian Vogel

Gevelsberg.   Ab dem Freitag gibt es in Gevelsberg eine neue Form des Fitnesstrainings und der Schmerztherapie – bei -85 Grad geht es dem Fett ans Leib.

Mit aller Seelenruhe verlegen die Techniker Starkstromkabel, jeder Handgriff wirkt routiniert. Ganz und gar nicht routiniert werden am Freitagabend einige Besucher des Stadtfestes „Boulevard Gevelsberg“ sein, wenn das Fitnessstudio More Energy seine Türen öffnet. Vor allem dann nicht, wenn sie eine ganz besondere Tür öffnen – die bis zu -85 Grad kalten Kältekammer, die am heutigen Freitag erstmalig in Betrieb genommen wird.

Angeliefert wurde die Hightech-Kammer am Donnerstagmorgen, die Monteure aus dem sächsischen Bitterfeld benötigten dafür weniger als drei Stunden. „Das ist nichts besonderes mehr für uns“, sagt einer der drei Techniker. Etwas aufgeregter wirkt da schon Marc Rückemann, Mitbetreiber des Fitnessstudios. Dabei ist die Kältekammer für ihn gar nicht neues mehr, schließlich kennt sich Rückemann mit der außergewöhnlichen Trainingsmethode schon bestens aus.

Drei Minuten bei -85 Grad

Denn das Fitnessstudio hat in Sprockhövel, Herdecke und eben Gevelsberg drei Standorte An dem in Herdecke ist die Kältekammer bereits fast schon bekannter als das ursprünglich angebotene EMS-Training. „Wir sind nah dran an der Vollauslastung“, sagt Rückemann, der sich bestens mit den Ansprüchen der Kältekammer auskennt. „Die Wasserleitungen habe ich selbst am 1. Mai verlegt“, sagt er. Gemeinsam mit seinem Schweigevater sorgte er dafür, dass die Monteure aus Sachsen beste Voraussetzungen im Studio an der Gevelsberger Mittelstraße vorfinden.

Das Frieren in der Kältekammer dient der Regeneration von beanspruchten Muskeln, zudem finden sich auch vermehrt Schmerzpatienten unter der Kundschaft in Herdecke. „Wir haben eigentlich durchweg positives Feedback bisher bekommen“, sagt Rückemann. Die Kryotherapie wirkt vor allem gut, wenn es darum geht Schmerzen zu lindern und die Durchblutung der Patienten anzukurbeln.

Das Prozedere läuft wie folgt ab: Nach einem Anamnese-Gespräch, in dem mögliche Vorerkrankungen die einer Behandlung durch Kälte im Weg stehen könnten, besprochen werden, geht es in die Umkleidekabine. Nur mit Badekleidung, Mütze, Mundschutz, Handschuhen, dicken Socken und Badelatschen bekleidet geht es dann zur Kältekammer. „Dort erläutern wir den Ablauf noch einmal ganz genau“, sagt Marc Rückemann. Die Behandlung an sich dauert gerade einmal drei Minuten und wird unter ständiger Beobachtung durch die Trainer begleitet. „Wir lassen niemanden alleine. Wer es in der Kälte nicht aushält, der kann auch früher wieder herauskommen“, sagt der gelernte Sport-und Fitnesskaufmann.

Kribbeln im Anschluss

Wer sich also bei -85 Grad nicht wohl fühlt, verlässt die Kammer bevor die Lichtleiste an der Tür das Signal zum Austreten gibt. „Die Kälte ist sehr trocken, was es erträglich macht“, erklärt Rückemann die Umstände bei den eisigen Temperaturen. Um die Durchblutung und Fettverbrennung weiter anzuregen, ist ein wenig Bewegung innerhalb der Kammer nötig. Das macht ein jeder wie er möchte. „Jan Schulte vom Radio zum Beispiel gibt immer richtig Vollgas“, berichtet Rückemann. In welcher Form man sich bewegt wird, bleibt dabei jedem selbst überlassen.

Nach den drei Minuten wird die Tür durch einen Mitarbeiter geöffnet, unter dem eisigen Dampf kann nun die Kammer verlassen werden. In der Folge heizt der Körper sich wieder auf und es fängt unter der Haut an zu kribbeln. Also fast genauso, wie vor dem ersten Besuch in der eisigen Box auf dem Boulevard.

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