Fußball

Gallus – als wäre er nie weg gewesen

Als wäre er nie weg gewesen: Robin Gallus (r.) mit seinen ehemaligen und aktuellen Mitspielern Christian Hausmann und Ibrahim Lahchaychi (r.).

Als wäre er nie weg gewesen: Robin Gallus (r.) mit seinen ehemaligen und aktuellen Mitspielern Christian Hausmann und Ibrahim Lahchaychi (r.).

Foto: MiSch / Archiv

Ennepe-Süd.  Bereits am 4. August beginnt für Oberligist TuS Ennepetal der Ernst des Fußballs – mit der ersten Runde um den Verbandspokal.

Bergfest – die Vorbereitungszeit vieler heimischer Fußballer hat die Hälfte erreicht, in einer weiteren Hälfte wird es ernst. So beim Oberligisten TuS Ennepetal, der zweieinhalb Wochen im harten Training ist, der bereits am 4. August ran muss – wenn die erste Runde im Kampf um den Verbandspokal ausgespielt wird. Eine Woche später startet die Saison der Oberliga – wie übrigens auch die der Landes- und Bezirksliga.

Mega, mega schwere Beine

Die Beine sind schwer, „mega, mega schwer“, wie es Alexander Thamm, Trainer des TuS Ennepetal, auf den Punkt bringt. Er hat seine Jungs gefordert. Sowohl im Training als auch in den Testspielen. Viele seiner Schützlinge mussten lange durchhalten, einige gar die 90 Minuten volle Lotte durchspielen. „So bekommt man am besten die Körner für die Saison“, so Thamm. Das hat sich jüngst gezeigt beim 1:1 (1:0) am Ende gegen den Landesligisten SV Horst-Emscher.

Der Klub, den Alexander Thamm in die Westfalenliga geführt hat, wieder abgestiegen ist, in dem der Ennepetaler noch Mitglied ist und für dessen Alte Herren er kickt. Ennepetal musste sich ganz schön mühen, um das Remis zu sichern. Dennis Drepper hatte früh (19.) die Führung erzielt, Sven Wening (57.) sorgte für den Endstand.

„Stand jetzt sind die Spieler genau in der richtigen Belastung“, freut sich Thamm, der nach und nach den kompletten Kader zur Verfügung haben wird – wenn auch die letzten Urlauber wieder zum Bremenstadion zurück gekehrt sind.

Als Dreh- und Angelpunkt der bisherigen Tests erwies sich Rückkehrer Robin Gallus, der „mit 27 Jahren im besten Fußball-Alter ist“, wie Thamm bescheinigt. Gallus ist einer, der stets den Ball fordert, den Ball verteilt, Anweisungen an die Mitspieler gibt, aber auch selbst sich nicht zu schade ist, vorne wie hinten für die Mannschaft zu ackern. Er hat sich beim bisherigen Liga-Konkurrenten und Absteiger FC Brünninghausen enorm weiter entwickelt. Dennoch ist seine Rückkehr so reibungslos verlaufen. „Als ob er nie weg gewesen wäre“, urteilt Thamm. „Dass es zwischenmenschlich klappt, daran hatte ich nie eine Zweifel. Dass es bisher so gut auf dem Platz auch funktioniert, freut mich sehr.“ Insbesondere bei den Standards erweist sich Robin Gallus als wichtiger Spieler. „Seine Standards kommen wie Brandbomben“, so Thamm.

Hausmann vor Comeback

Erfreulich, dass Christian Hausmann sich nach und nach wieder als Stammkraft und Leistungsträger empfehlen wird. Nach seinem Kreuzbandriss ist er endlich wieder vollkommen im Mannschaftstraining. Eine Belastungsprobe für Muskeln und Gelenke ist positiv verlaufen. „Er wird in zwei bis vier Wochen eine echte Alternative sein“, so der Ennepetaler Trainer.

Erste gute Eindrücke haben bisher auch die Youngster aus dem eigenen Lager hinterlassen. Das gilt sowohl für Alessio Lepore, der bisher für die Kreisliga-Reserve spielte, als auch für die ehemaligen A-Jugendlichen Tim Salzmann, Moritz Müller, Anton Cichos oder Philip Breilmann. „Sie hängen sich voll rein, beißen die Zähne zusammen“, lobt Alexander Thamm. Gleichwohl weist der Trainer aber auch darauf hin, dass es doch ein gewaltiger Unterschied zwischen Jugend- und Kreisliga- und dem Oberliga-Bereich sei. Tempo, Kraft und taktisches Verhalten halten völlig andere und höhere Ansprüche. Überdies legt Alexander Thamm auch großen Wert darauf, die nunmehr ehemaligen Nachwuchs-Spieler behutsam an die rauere Luft heran zu führen. „Sie sollen nicht überfordert werden, ich will sie nicht mit den neuen Gegebenheiten überfrachten“, so Thamm.

Nächster Test auf Kunstrasen

Auch wenn das Auftreten seiner Spieler im Vordergrund steht, so lässt Alexander Thamm die Ergebnisse nicht außer Acht. Zwei Niederlagen, zwei Rems und nur einen Sieg – zum Auftakt der Vorbereitung mit dem 1:0 gegen den Landesliga-Aufsteiger SpVg Hagen 11 – stehen bisher zu Buche. Weniger erfreulich. Doch Thamm weiß die Ergebnisse durchaus zu relativieren. So das 0:4 beim Niederrhein-Oberligisten VfB 03 Hilden. „Wir hatten gerade mal einen Spieler auf der Bank, Hilden konnte siebenmal wechseln. Das hat schon einen großen Unterschied gemacht“, so Thamm.

Große Bedeutung misst er den kommenden Testspielen bei – wie am Sonntag beim Westfalenligisten Concordia Wiemelhausen. Insbesondere, weil dort auf Kunstrasen gespielt wird. Und das ist schließlich das Geläuf, auf dem der TuS Ennepetal seine ersten beiden Pflichtspiele bestreiten wird. Zunächst im Verbandspokal am 4. August beim Liga-Konkurrenten 1. FC Kaan-Marienborn, dann am 14. August zum Saisonauftakt bei RW Ahlen.

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