Fußball-Kreisliga A

Großer Sprung aus Fußball-Jugend

Sören Steimann, RW Rüggeberg.

Sören Steimann, RW Rüggeberg.

Foto: Lukas Brechtefeld

Ennepe-Süd.   Sören Steimann zieht eine erste Bilanz nach ersten Monaten im ersten Jahr bei den RWR-Senioren. Viele Verletzungen. Sonntag gegen Esborn.

Sören Steimann sitzt in seinem Auto und fährt nach Schwelm, später von Schwelm zum Rasenplatz in Rüggeberg, in dessen Nähe er wohnt. Die Fahrt geht mal bergauf, mal bergab – ähnlich wie seine persönliche Saison. Nun aber fährt Steimann wieder bergauf, sein Auto stand, symbolisch bevor er losfuhr, auch auf der oberen Etage des Parkhauses in der Nähe des Busbahnhofes in Ennepetal – er ist obenauf.

Er spielte in frühester Jugend drei Jahre in Rüggeberg und wechselte von dort zur Jugendabteilung des TuS Ennepetal. Im Übergang von Jugend zu Senioren kam er zurück zu RWR, wo er in der Fußball-Kreisliga A2 spielt. Es ist sein erstes Seniorenjahr – allerdings musste er bei diesem Übergang viele Verletzungen verarbeiten.

Unterschied im Mannschaftsgefüge

Steimann ordnet Seniorenfußball eine Stufe höher als Jugendfußball ein. Während er den Jugendfußball als körperlos und taktisch geprägt charakterisiert, summiert er dem Senioren eine körperliche Komponente dazu. „In den ersten Trainingseinheiten habe ich gemerkt, dass alles viel schneller war“, sagt er, „es wurde im Spiel mehr gelaufen und es war viel intensiver.“

Einen weiteren großen Unterschied sieht er im Mannschaftsgefüge. Während im Seniorenbereich eine Mannschaft ein festes Konstrukt bildet, das über längere Zeit zusammenbleibt und zusammenwächst, werden in der Jugend die Mannschaften oft auseinandergerissen. „Jedes Jahr wurde eine neue Mannschaft zusammengebaut, anstatt dass an einer festgehalten wurde“, sagt er. So erkennt Steinmann, dass der Zusammenhalt in seiner jetzigen Mannschaft im Seniorenbereich höher ist. Er erklärt, dass sie mehr zusammen unternehmen, in der Jugend war das bei ihm nicht so. Dort spielt man mit anderen seines Alters zusammen, im Übergang zu den Senioren ändert sich das radikal. Hier ist eine Altersstruktur erkennbar.

„Wenn alle in einem Alter sind, bewegt man sich auf einem Level. Da ist die Integration einfacher“, so Steimann, der sich bei RWR zum Start auch neu integrieren musste. Als Jüngster im Team hatte er zu Saisonbeginn Respekt vor dieser Aufgabe. „Man versteht sich schon. Ich fühle mich hier wohl und wurde gut aufgenommen.“ Er hatte auch vor dem sportlichen Übergang von Jugend zu Senioren Respekt. Er erklärt, dass er kein Bild von der Schwere gehabt hätte. Deshalb setzte er seine Erwartungen an sich selbst niedrig. „Im ersten Training kannte ich niemanden und war der Neue.“ Er merkte aber schnell, dass er körperlich mithalten konnte.

Über die Saison plagten ihn viele Verletzungen. Noch in der Jugend erlitt er einen Kahnbeinbruch, musste operiert werden. Das war für ihn das Aus im Jugendbereich, er war am Fuß des Berges. Er stieg zum Vorbereitungsstart bei RWR ein und fuhr wieder bergauf. Es folgte ein Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel – Pause, und wieder bergab. „Ich bin zu früh ins Training eingestiegen und zog mir einen zweiten Muskelfaserriss an der selben Stelle zu“, so Steimann. Diesen heilte er komplett aus

635 Minuten im Einsatz

Zum Start der Wintervorbereitung hinderten Steimann Probleme an den Adduktoren am Fußball. Diese zogen sich über zwei Monate hinweg durch. Heute aber ist er ohne Beschwerden.

Für ihn war der wichtigste Aspekt im Übergang von Jugend zu Senioren, dass er Spielpraxis bekommt, die Höhe der Liga war für ihn sekundär. „Ich bin mit meinen Spielanteilen zufrieden“, sagt er – auch im Kontext seiner Verletzungen. Er spielte bisher 635 (von 2070) Minuten in der Liga. Die Berg- und Talfahrt hat ein Ende gefunden. Es geht nun beständig bergauf.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben