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„Ich möchte wieder dahin, wo ich war“

Der Ennepetaler Skirennläufer Andreas Sander schaut optimistisch auf sein Comeback im Weltcup.

Der Ennepetaler Skirennläufer Andreas Sander schaut optimistisch auf sein Comeback im Weltcup.

Foto: Peter Kornatz

Ennepetal.  Ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss ist der Ennepetaler Ski-Profi Andreas Sander voll im Plan – im November will er sein Comeback feiern.

Die Stimme ist komplett ruhig, keine Form von Anspannung oder Druck ist zu hören, wenn Andreas Sander redet. Der professionelle Skifahrer aus Ennepetal klingt erholt, wenn er über den Stand seiner Reha und das bevorstehende Comeback nach seiner Knieverletzung aus dem vergangenen Winter spricht. Die Saison, in der Sander nur zur Hälfte auf den Pisten des Weltcups bis zu seiner Verletzung unterwegs war, ist Geschichte – der Blick des Ennepetalers ist nach vorne gerichtet. Er will wieder angreifen und sieht sich selbst auf einem guten Weg zu alter Stärke. Wir haben mit Andreas Sander gesprochen.


Anfang des Jahres haben Sie sich in Bormio einen Kreuzbandriss zugezogen, womit der Weltcup-Winter für Sie beendet war. Wie war die Zeit nach der Verletzung?
Andreas Sander: Aktuell läuft alles sehr, sehr gut, bis jetzt läuft es wirklich reibungslos. Direkt nach der Operation hatte ich eine schwierige Zeit, danach ging es aber ziemlich schnell nur noch bergauf. Ich war in perfekter Betreuung und habe viel Therapie bekommen, da hat das gesamte Team sehr gut gearbeitet. Ich habe dabei immer darauf gehört, was das Knie sagt und nie übertrieben in der Belastung.


Wie ist der aktuelle Stand?
Obwohl ich in letzter Zeit viel Kraft-und Konditionstraining gemacht habe, hält das Knie, von daher bin ich sehr zufrieden. Für diese Jahreszeit bin ich auf einem guten Stand, ich habe im körperlichen Bereich noch mehr gemacht als sonst, entsprechend würde ich sagen, dass ich rein körperlich so gut in Form bin, wie ich es noch nie zu diesem Zeitpunkt des Jahres war. Alles läuft nach Plan, weil alle Beteiligten die Reha sehr gut steuern.


Sie standen gemeinsam mit dem ebenfalls am Knie verletzten Thomas Dreßen auch bereits wieder auf Skiern. Wie war das und welche Erkenntnisse haben Sie daraus gezogen?
Das hat vor allem direkt wieder eine Menge Spaß gemacht. Es wurde aber auch mal wieder Zeit, auf Skiern zu stehen, auch wenn es gerade Hochsommer ist. Bis ich wieder voll belasten kann, braucht es noch ein wenig Zeit. Aktuell bin ich mit Thomas als Reha-Duo in einer Extra-Vorbereitung, bevor es dann mit dem Team zusammen auf Schnee geht. Bis zum ersten Rennen ist noch viel Zeit, ich bin relativ zuversichtlich, dass ich Mitte August wieder mit dem Speed-Training anfangen kann.
Sind Sie denn inzwischen wieder voll belastbar?
Jetzt brauche ich erstmal noch meine zwei Wochen, bevor ich dann mit der Mannschaft in Italien wieder ins Techniktraining einsteigen kann. Aktuell mache ich noch Übungen in Schwüngen und im Rutschen, bevor ich dann Riesenslalom-Läufe machen kann. Ich bin was das Skifahrerische angeht, ebenfalls voll im Plan.


Wie haben Sie den Sommer bis jetzt ansonsten verbracht?
Hauptsächlich mit Reha. Ich hab mich wirklich nur auf das Knie konzentriert und versucht, locker zu bleiben. Die Zeit die frei war, habe ich mit Freunden und Familie genutzt. Um die bestmögliche Betreuung und Training zu kriegen, waren da schon einmal ein paar längere Weg nötig. Vor kurzem war ich noch zehn Tage in der Toskana mit meiner Frau, meinem Sohn und dem Hund, was auch mal ganz schön war. Jetzt kann ich wieder Gas geben, jetzt kommt wieder mehr Skitraining hinzu.


Haben Sie denn schon Ziele für den kommenden Winter?
Ich bin generell sehr vorsichtig, was Ziele angeht. Aber natürlich habe ich welche, die sind aber noch in anderen Bereichen. Ich will skifahrerisch und im Kopf weiter kommen, etwas lockerer werden. Das sind schon die Ziele, die ich mir jetzt für den restlichen Sommer und die ersten Wochen im Winter vornehme. Einige Sachen möchte ich natürlich auch verändern, und ich denke, wenn ich das alles schaffe, ist auch ein Fortschritt möglich. Nach so einer Verletzung braucht man immer ein wenig länger, um wieder richtig in Fahrt zu kommen, die Zeit will ich mir geben. Wobei ich natürlich fröhlicher und zufriedener wäre, wenn es gleich klappt, aber da mache ich mir keinen Druck mit Ergebnissen. Ziel ist es, jetzt erstmal fit zu werden und fit zu bleiben. Genauso wie ich im Kraft- und Konditionstraining jetzt geduldig war, will ich es auch auf Skiern bleiben.


Vor der Verletzung waren Sie auf einem guten Weg und konnten sich von Jahr zu Jahr verbessern. Geht das nun nach der Verletzung wieder so weiter?
Ich will schon die Ergebnisse zeigen, die ich in den letzten zwei Jahren gezeigt habe. Ziele was die Platzierung angeht sind erst einmal nicht da. Letztes Jahr bin ich nicht gut in den Winter gestartet, da möchte ich am liebsten direkt besser starten. Nach so einer Verletzung ist alles immer ein bisschen anders, ich denke aber schon, dass ich zur Mitte der Saison wieder da sein kann, dass ich da wieder angreifen kann, wo ich in den letzten Jahren aufgehört habe. Aktuell will ich aber erst einmal skitechnisch zu Anfang der Saison Ende November so weit sein, dass ich an den Start gehen kann. Wenn ich dann etwas später in die Saison starte, dann ist das einfach so. Ich möchte natürlich wieder dahin kommen, wo ich war. Trotz der Verletzung möchte ich die Rennen schon mit noch besseren Platzierungen abschließen als zuvor.

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